Szenen wie im Irrenhaus

Mit Jürgen Peter (links) hatte der Theaterverein "Dorfbühne" um Regisseur Josef Kleber (stehend, Sechster von links) einen Referenten erster Klasse für einen Workshop gewonnen. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
18.03.2015
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"Wie beeinflusst die Dramaturgie die Aussage eines Theaterstücks?" Dies lernten die Akteure der Waidhauser "Dorfbühne" in einem speziellen Workshop.

Mitglieder des Theatervereins "Dorfbühne" besuchen seit fast zehn Jahren regelmäßig Theaterkurse des Verbands bayerischer Amateurtheater. Sie gehen jedoch immer am ersten Oktoberwochenende und damit mitten in der stressigen Zeit der eigenen Theaterproben für das Herbsttheater über die Bühne.

"Hauskurs" in Waidhaus

So reifte bei Regisseur Josef Kleber die Idee, einen "Hauskurs" in Waidhaus zu organisieren. Dazu war Referent Jürgen Peter, zugleich Vizepräsident im Verband Deutscher Amateurtheater und Bezirksspielleiter im Verband Bayerischer Amateurtheater, ins Gemeindezentrum gekommen.

16 Teilnehmer

"Wie beeinflusst die Dramaturgie die Aussage eines Theaterstücks?" lautete der Titel des Kurses, zu dem auch befreundete Theatergruppen eingeladen waren. Dazu kamen 4 Laienspieler der Theatergruppe aus Mühlhausen und 3 aus Tiefenbach. Mit den "Dorfbühnen"-Mitgliedern waren es am Ende 16 Teilnehmer. Die Jüngsten waren mit 14 Jahren Phillip Kraus aus Waidhaus und die 16-jährige Lisa Scherr aus Tiefenbach. Auch Martina Wettinger von der Maske und Soufleuse Brigitte Krämer machten mit.

Bürgermeisterin Margit Kirzinger lobte die "Dorfbühne" für das Engagement: "Ich freue mich über den Kurs im großen Rathaussaal, der diesen dadurch weiter belebt." Mit verschiedene Übungen erarbeitete die Gruppe um Peter, wie nur aus einem Wort ganze und vor allem auch verschiedene Szenen entstehen können, um die Zuschauer in den Bann zu ziehen. Jeder Teilnehmer musste seine Interpretationen zeigen, die in der Runde besprochen und optimiert wurden.

Lockere Atmosphäre

Peter schaffte eine lockere Atmosphäre, die allen Platz ließ, sich frei zu entfalten. So gab es keine Hemmungen, um auch einmal verrückte Ideen umzusetzen. Nach einer Pause ging es in die nächste Übung mit der Aufgabe, aus einem Dialog, der mit "Du bist doch auch einer von denen" beginnt, ein zehnminütiges Theaterstück zu entwickeln. Alle Mitwirkenden waren Autor, Regie und Spieler gleichermaßen, unterstützt vom Bezirksspieleiter.

Auch nach dem Kurs dauerte der Erfahrungsaustausch mit vielen Anekdoten des Dozenten gespickt am ersten Tag noch an. Bei der Abschlusspräsentation am zweiten Tag befand sich auch die Bürgermeisterin wieder unter den Zuschauern und würdigte die Leistungen der Spielszenen, die aufbauend auf dem Grundtext an Orten wie Irrenhaus, Kindergarten, Metzgerei oder Bushaltestelle spielten und dabei lustige wie zeitkritische Themen beinhalteten.

Abschließend dankte der Referent den Teilnehmern für die gute Zusammenarbeit, verbunden mit dem Wunsch, dies auf jeden Fall zu wiederholen. Viele Gäste nutzen noch das Angebot, die Ausstellung "Waidhauser Grenzgeschichte(n)" im Rathaus zu bestaunen.
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