Waidhauser baggern in München

Der über 400 Jahre alte Fachverein der Maurer aus München-Au sagte dem Raupen- und Baggerverein durch Altgeselle Franz Kapsecker (links) die Übernahme der Patenschaft zum Gründungsjubiläum zu. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
15.06.2015
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Ein Patenbitten im Vorfeld größerer Vereinsjubiläen ist sehr in Mode. Für den Raupen- und Baggerverein führte dieses Ansinnen allerdings bis in die Landeshauptstadt.

"Als Sonderverein mussten wir uns auf die Suche nach etwas Gleichwertigem machen", begründete Vorsitzender Michael Hummer den weiten Weg. Im Herzen Münchens wurde der Festausschuss fündig. Der Fachverein der Maurer im Stadtteil Au hegt in etwa die gleichen Interessen, wie der für den gesamten Altlandkreis Vohenstrauß tätige Verein. Während die Oberpfälzer Ende Juni erst ihr 50-jähriges Jubiläum anpeilen, können die Münchner schon auf eine über 400 Jahre währende Geschichte blicken.

Auf Zeremonie verzichtet

Ohne große Zeremonie, aber in Vereinstracht und mit Fahnenabordnungen trafen die Vorstände Anfang der Woche im Münchner Vereinslokal "Bergmeister" aufeinander. Altgeselle Franz Kapsecker und Kassier Ernst Lößl sagten die Übernahme der Patenschaft sofort zu. Kapsecker erklärte den Zusammenhang mit den Zünften der Handwerker, die sich bis zum Mittelalter zurückverfolgen ließen. Dies hätten auch die Maurer und die Zimmerleute getan, die damals außerhalb der Stadtmauern Münchens, in der Au, wohnten, weil Handwerkern das Wohnen in der Stadt verwehrt gewesen sei. Stolz sei der 1606 als "Kranken-Unterstützungs- und Fachverein" gegründete Zusammenschluss auf das im Original vorhandene Dokument der 1729 beschlossenen Satzung in seinem Archiv. Es sage aus, dass der Verein bereits über 100 Jahre bestehe, sich bislang aber mehr kirchlichen, denn weltlichen Pflichten zugewendet habe.

Weitere Zusagen

Nachdem der Waidhauser Festausschuss noch mit anderen Fachvereinen bayernweit Kontakt aufgenommen hatte, ergaben sich weitere Zusagen im Laufe der Woche. Hummer freute sich, dass nun auch der ebenfalls in München beheimatete Fachverein der Schreiner und Zimmerer durch Vorsitzenden Franz Kappl zugesagt habe. Dieser wolle ein echtes "Münchner Kindl" in Tracht zum Jubiläumsfest in die Oberpfalz mitbringen.

Und aus Straubing werde eine Abordnung des Steinmetz-Fachvereins um Vorsitzenden Hermann Wutz an einem der drei Festtage teilnehmen. Diese beginnen am Freitag, 26. Juni, um 19 Uhr mit der Premiere des neuen Films aus der Vereinsgeschichte ab 1965 im Saal des Vereinslokals "Weißes Kreuz". Am Samstag, 27. Juni, findet am Sportplatz ein Fußball-Pokalspiel statt. Um 19 Uhr geht es zur Ehrung an das Kriegermahnmal mit Standkonzert. Für die verstorbenen Kameraden werden 76 Kerzen entzündet. Anschließend ist um 20 Uhr Kommersabend mit Blasmusik im "Kreuzwirtsaal". Der Sonntag startet um 9 Uhr mit dem Kirchenzug. Der Festgottesdienst mit Pfarrer Georg Hartl beginnt um 9.30 Uhr im Feststodl und wird mit der "Waldlermesse" durch die "Waidhauser Stubenmusik" umrahmt; dann Frühschoppen und Mittagessen im Feststodl und in den nah gelegten Gaststätten ab 12 Uhr. Um 14 Uhr spielen die "Waidhauser Straßenmusikanten". Für die Kinder sind Baumaschinen als Spielgeräte aufgebaut, und Jutta Fink lädt zu gemeinsamen Spielen ein. Auch eine Fahrt mit dem Feuerwehrauto ist möglich.
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