Wandelndes Gemeindearchiv

Bürgermeisterin Margit Kirzinger gratulierte Betty Wölfel zum 90. Geburtstag. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
03.03.2015
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Bei vielen Ereignissen in der Marktgemeinde war Betty Wölfel über Jahrzehnte hinweg als Berichterstatterin hautnah dabei. So lernte sie fast sämtliche Einwohner persönlich kennen. Rund um ihren 90. Geburtstag kam die bekannte Waidhauserin am Wochenende kaum zur Ruhe.

Zahllose Gratulanten überhäuften die beliebte Jubilarin mit Glückwünschen. Das Telefon stand kaum still. Dies zeugte einmal mehr von ihrem unermüdlichen Einsatz als Berichterstatterin über viele Jahre hinweg. Bis tief in die Nacht hinein fasste sie das Geschehen in ihrer Heimatgemeinde zusammen, tippte Texte und entwickelte Filme. Sobald die Zeitungspakete kamen, musste alles fertig sein, denn die Lieferautos nahmen Wölfels Werke entgegen.

Wertvoller Fundus

So entstand ein wertvolles Bild- und Textarchiv zur jüngeren Geschichte des Grenzmarkts. Diesen "wahren Schatz an historischen Unterlagen" vermachte sie schon 2009 dem Heimatkundlichen Arbeitskreis Waidhaus. Lückenlose Manuskripte, Foto-Negative und Zeitungsartikel, die ihr Ehemann und sie als Berichterstatterin für Waidhaus in jahrzehntelanger Arbeit gesammelt hatten, lagerten zuvor auf dem Dachboden ihres Anwesens. Die Mitglieder des Vereins sagten zu, sich um die wertvollen Dokumente über die Waidhauser Neuzeit zu kümmern. Längst ist alles sortiert und digitalisiert. Das Material fand im Archiv des Markts einen dauerhaften Platz.

22 Jahre erlebte sie die Geschicke eines ganzen Orts so hautnah und intensiv. Darüber hinaus brachte sich die zweifache Mutter schon vor vielen Jahren ins Vereinsleben ein. Den katholischen Frauenbund hob sie mit aus der Taufe. Für den Schützenverein 1864 leistete sie über Jahre hinweg wertvolle Arbeit als Kassiererin. Der Siedlergemeinschaft und dem Gesangverein 1910 ist sie bis heute ein treues Mitglied, ebenso dem OWV Waidhaus. Wichtig ist ihr das Priesterhilfswerk, welches sie nach Kräften mit Spenden unterstützt.

Geistig und körperlich fit

Als fleißige Kirchgängerin an der Seite ihres Sohns Hermann ist sie allen Gottesdienstbesuchern bekannt. Bis heute ist sie geistig und körperlich fit und erzählt gerne aus ihrem abwechslungsreichen Leben. Nur der zunehmende Verlust des Augenlichts beeinträchtigt sie seit einigen Jahren.

Ihr Ehemann, den sie 1954 geheiratete hatte, starb bereits 1980. Auch ihr Vater war nur 31 Jahre alt geworden. So musste sie schon als Kind mit drei Schwestern als Halbwaise durch die harte Kriegs- und Nachkriegszeit. Die Jubilarin kommuniziert mit Hingabe. Sie telefoniert häufig mit den Urenkelinnen Marie, Magdalena oder Isabella, mit den Enkeln Tanja und Sabrina oder mit Sohn Hans. So bleibt sie immer gut informiert.
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