Bürgerversammlung in Pfrentsch
Baugebiet birgt Zündstoff

Nicht nur entlang der Staatsstraße (im Vordergrund) sieht der Entwurf die Erweiterung des Naubaugebiets in Pfrentsch vor sondern auch in Richtung Sportheim (links). Bild: fjo
Politik
Waidhaus
01.03.2016
72
0

Gerade mal so fassen konnte das Gasthaus Frölich die vielen Interessierten, die die erste Ortsteilversammlung der Marktgemeinde verfolgen wollten. Bürgermeisterin Margit Kirzinger musste etliche Anfragen behandeln.

Pfrentsch. Unter Hinweis auf die Eigeninitiativen der Pfrentscher bescheinigte sie den Bürgern "einen adretten, kleinen Ort". Zeit genommen hatten sich aus dem Rathaus auch stellvertretende Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl, Bauamtsleiter Reinhard Mathy und Kämmerer Karl Schmid. Kirzingers Rückblick galt zunächst der Sanierung des "Hammergrabens" als größte Maßnahme im vergangenen Jahr.

Elf neue Bauplätze


Zum Hauptthema entwickelte sich die Erweiterung des Baugebiets in Richtung Waidhaus. "Wenn dieses so verwirklicht wird, wie geplant, können wir elf neue Bauplätze anbieten." Das Interesse sei groß, sechs Einheiten seien schon reserviert. Derzeit laufe die Beteiligung der Ämter und Behörden. Kein Bauherr habe an die Hauptstraße gewollt. Dies sei der Grund gewesen, warum es so geplant worden wäre, ergänzte Wilka-Dierl.

So würde nun eine Ringstraße den gesamten Bereich erschließen und auch für eine Entlastung der bereits bebauten Anwesen sorgen. Eine Begrünung zur Straße hin und am nördlichen Ortsrand sei vorgesehen. Wilka-Dierl schloss mit einem Blick auf den Willen der Bauherren und zu aktuellen Trends. "Wir möchten so viel erlauben wir nur eben gerade möglich. Alle Wünsche sollen so weit wie möglich erfüllt werden."

Den Reigen der Wortmeldungen eröffnete das Ehepaar Deinl als Anlieger. "Das ist nicht fair. Sind wir die Bürger, die weniger wert sind, da die Wünsche der neuen Bauwerber erfüllt werden, unsere aber nicht?" Als sie den Platz gekauft hätten, sei eine eventuelle Ausweitung des Baugebiets nur in Richtung Waidhaus - niemals zum Wald hinüber - nicht nur zugesagt, sondern fest versprochen worden. "Jeder will die äußeren Plätze haben, keiner jene mittendrin. Dass ihr uns jetzt so einbaut, finden wir nicht in Ordnung."

Auch Markus Pressl bestätigte, der damalige Bürgermeister habe ihm noch vor sieben Jahren beim Notariatstermin eine derartige Zusage gemacht. Toni Preßl gab sich als bauwilliger Interessent zu erkennen, der nicht an die Straße wolle. Hans Lang würde als Anlieger die Planung so mittragen. "Das ist der Oberhammer, dass wir diese lange Straße da hinten nun mitzahlen sollen", meldete sich gleich darauf Petra Kraus zu Wort. Auch Daniel Keim hielt die neu zu bauende Erschließungsstraße für "brutal lang" und konnte sich mit der gesamten Planung "wenig anfreunden".

Inmitten der weiteren Wortmeldungen versuchten die Markträte Uli Grötsch und Thomas Glaser zu vermitteln. Neben Wolfgang Bauriedl schaltete sich auch Fraktionssprecher Josef Schmucker ein. "Wir sind da in der Zwickmühle." Zuversichtlich packte Kirzinger die weitere Vorgehensweise an. "Wir werden uns intensiv über alles unterhalten, müssen aber auch abwarten, was aus der Anhörung herauskommt. Über dieses Baugebiet wird noch viel gesprochen werden. Wir machen es uns bestimmt nicht leicht, aber irgendwann müssen wir eine Entscheidung treffen. Wir hoffen dabei zu einer Lösung zu kommen, die allen passt."

Schnelles Internet


Die eingegangenen Stellungnahmen und Einwände würden in einer öffentlichen Sitzung behandelt, fügte Wilka-Dierl hinzu. Außerdem werde es noch eine Erörterungsversammlung geben und eine öffentliche Beteiligung. Das Verfahren diene vor allem der Frage, ob ein Umweltgutachten erforderlich werde. Damit gaben sich alle Anwesenden zufrieden. Für den Ausbau eines schnellen Internets seien die möglichen Fördergelder im Haushalt 2018 eingeplant, informierte Kirzinger abschließend. Ob es bereits im kommenden Jahr losgehe, müssten weitere Gespräche zeigen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.