Bürgerversammlung in Reichenau
Wasserversorgung kein Problem

Ein enormes Interesse zeigten die über 50 Zuhörer in der Ortsteilversammlung mit Bürgermeisterin Margit Kirzinger (links) im großen Saal des Reichenauer Schützenhauses. Bild: fjo
Politik
Waidhaus
21.03.2016
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Auch der denkmalgeschützte "Feilerstodl" war ein Thema in der Bürgerversammlung in Reichenau. Das Landesamt für Denkmalpflege muss entschieden, welche Gebäudeteile erhalten bleiben oder was entfernt werden darf. Bild: fjo

Bürgermeisterin Margit Kirzinger weiß, warum das Interesse an der letzten Ortsteilversammlung in Reichenau so groß war. "Weil draußen andere Probleme bestehen, als in Waidhaus selbst." Viele Fragen und Anregungen der Besucher prägten den Abend.

Reichenau. Mit einem Lob dankte Kirzinger im Saal des Schützenhauses der Bevölkerung für die ehrenamtliche und kostenlose Pflege des Kirchplatzes. Umfangreiche Informationen zum Breitbandausbau "als ein ganz entscheidendes Thema für Reichenau" schlossen sich an. Die Telekom habe angekündigt, noch im März mit den Arbeiten zu beginnen. Im August solle dann alles fertig sein. In der Nähe des Schützenhauses werde ein Verteilerkasten aufgestellt, der alle Anwesen versorgt. Die bei den Häusern ankommende Empfangsleistung interessierte Johannes Wolf, was Breitbandpate Reinhard Mathy mit "mindestens 30 Megabit pro Sekunde" beantwortete.

Stark eingewachsen


Marktrat Stefan Harrer und Josef Spitzner baten um Auskunft zu den Baustellen wegen möglicher Verkehrsbehinderungen. Die Rathauschefin sprach von einer Befahrbarkeit für die gesamte Dauer der Maßnahme. Das Freihalten der Sichtachsen und Wege von Sträuchern und Gebüsch sprach Pfarrer Georg Hartl an. Wolf ergänzte, dass die Straße in Weiterführung nach der Filialkirche hinauf zum "Schusterkreuz" zu stark eingewachsen sei. Josef Spitzner wollte den Grenzverlauf um die Filialkirche wissen, weil ihm das Ablagern von Grüngut dort nicht gefalle. "Wenn wir das nicht wissen, können wir nichts machen", antwortete stellvertretende Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl. "Wir werden ermitteln, wie weit es sich um Gemeindegrund handelt, dann können wir handeln", schlug die Bürgermeisterin vor.

Um die Erweiterung der mit Schottermaterial befestigten Fläche um die Wertstoffcontainer bis hin zur Straße bat Harrer, was "kein Problem" darstellen solle. "Meine Tür ist immer offen", antwortete Kirzinger, als Gerhard Wagner ihre Sprechzeiten im Rathaus wissen wollte. "Einfach vorher kurz anfragen, ob ich da bin."

Wolf wollte wissen, ob die Trinkwasserversorgung im Ort durch die im Querschnitt verkleinerte Zuleitung aus Waidhaus kommend ausreichend sei, nachdem es bekannte Druckprobleme gebe. Wegen einer guten Quellschüttung sei ausreichend Vorrat in hervorragender Qualität mit besten Werten gegeben, erhielt er von der Verwaltung zur Antwort. Dennoch blieben die Quellsanierungen nicht außen vor, wodurch in Eigenleistungen ideale Erfolge erzielt würden.

Wolf wusste auch, dass beim Reichenauer Wasser in früheren Tagen nicht alles glatt gelaufen war. Außerdem wurmte ihn das Abblasen der Dorferneuerung. "Das gibt es in ganz Bayern nicht und nicht in ganz Deutschland." Sein minutenlanges Statement endete jedoch zuversichtlich. "Jetzt habe ich es gesagt, jetzt passt es wieder." Anton Wild bat die Verantwortlichen im Rathaus, die Leitungen und Quellfassung der ehemaligen Reichenauer Wasserversorgung zu prüfen.

Das Zurücksetzen des Stromkastens beim abgerissenen Haus in der Ortsmitte und ein Versetzen der dortigen Straßenleuchte regten mehrere Bürger an. Um ein Hinweisschild beim Sammelpunkt für Notfälle bat Peter Riedl, "damit auch Fremde sich zurechtfinden, wo es weiter nach Waidhaus geht". Darüber hinaus bat Hans-Jürgen Spitzner um Wegweiser mit den jeweiligen Hausnummern am Beginn der Straßenabzweigungen.

Gravierender Fehler


Auf einen gravierenden Fehler auf dem neuen Radwegschild am Grenzübergang machte Riedl die Bürgermeisterin aufmerksam. "Da steht Reichenau drauf, aber der Wegweiser zeigt ins ehemalige Böhmerwalddorf Reichenthal." Kirzinger sicherte zu, das Landratsamt als zuständige Stelle in Kenntnis zu setzen. Volle Aufmerksamkeit erhielt zum Schluss noch einmal Bauhofleiter Johannes Grötsch, als er über den Zeitablauf und Einsatzplan beim Schneeräumen informierte.

"Feilerstodl" im MittelpunktDie Zukunft des Reichenauer Ortsmittelpunkts hängt am denkmalgeschützten "Feilerstodl". Ein Thema, welches bei der Ortsteilversammlung eine zentrale Rolle einnahm Bürgermeisterin Margit Kirzinger berichtete vom Eingang des dendrochronologischen Gutachtens im Rathaus. Experten hätten ermittelt, welche Bauteile der Gesamtkomplex enthalte und wie es mit dem jeweiligen Alter aussehe.

Nun stehe noch eine zweite Expertise zur Bewertung der Statik des Gebäudes aus. Sobald der Marktverwaltung auch dieses vorliege, gingen beide Gutachten an das Landesamt für Denkmalpflege. Dort werde entschieden, welche Gebäudeteile unbedingt erhalten werden müssten oder was entfernt werden dürfe. Nach dem derzeitigen Stand der Diskussionen sei es als künftige Nutzung des Gebäudes "schon in einem hohen Maße beabsichtigt, für die Feuerwehr eine schöne Bleibe zu schaffen". Unabweichlich fest stünde dies jedoch keineswegs, sondern hier gelte es, mit den Bewohnern spätestens im kommenden Jahr - wenn nicht schon ab dem nächsten Winter - wieder zum Diskutieren zu beginnen.

Diese Aussage freute Johannes Wolf sehr, "damit wir wieder eine Vision haben." Kirzinger antwortete darauf: "Im Grunde ist alles offen, auch wenn ein bisschen etwas geschehen ist." Wer die Entscheidungen träfe und wie weit der Einfluss der beteiligten staatlichen Stellen ging, wollte Pfarrer Georg Hartl wissen. Stellvertretende Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl ergänzte, dass aus dem Ort unter Beteiligung des Marktrats ein gezielter Vorschlag kommen solle. "Jedoch hängt dies davon ab, in welchem Programm und in welcher Zeitspanne es weitergeht." (fjo)

Straßen "in die Jahre gekommen"


Reichenau. (fjo) Die Straßen im Ort waren ein weiteres Thema in der Bürgerversammlung. "Sie sind in die Jahre gekommen und drei davon sollten saniert werden", erklärte Margit Kirzinger. Die Rathauschefin berichtete über ein neues Förderprogramm, das nicht mehr an die Finanzkraft der Kommune gebunden sei. Bis 31. Mai dürfe die Gemeinde entsprechende Förderanträge stellen. Ob Waidhaus gleich mit zwei Orten in die Förderung komme, könne das Amt für ländliche Entwicklung noch nicht garantieren. Außerdem passe die Straße Richtung Grenzübergang nicht in die Förderkulisse, weil damit nur ein Anwesen angebunden würde, antwortete die Bürgermeisterin auf Nachfrage von Johann Wolf.

Gerhard Wagner bat darum, zumindest die schadhaften Stellen an dieser Straße auszubessern, was sofort zugesagt wurde. Zum Zeitplan und der Förderhöhe erhielt Johannes Wolf die Auskunft, dass es mindestens Juli werde, bis klar sei, ob die Förderung klappe: "Die Mittel wären da, aber ich glaube nicht, dass es heuer noch etwas wird." Die Förderquote betrage 60 Prozent. Dann ging es um die Löschwasserversorgung, die im Vergleich zu anderen Ortsteilen wegen der vielen Weiher in Reichenau "noch am Besten" sei. "Das besprechen wir aber bei der nächsten Sitzung mit der Feuerwehrführung des Landkreises Neustadt", sagte Kirzinger.
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