CSU besucht Zoll und Polizeidiensstellen an der Grenze
Diebe zu schnell wieder frei

Ein großes Lob ging von der Bundespolizei und dem Zoll an Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht (Mitte) für seine Unterstützung und ein immer offenes Ohr für die Behörden. Die drei Vertreter von Bundespolizei, PIF und Zoll verströmten heuer viel Zufriedenheit. Bild: dob
Politik
Waidhaus
04.01.2016
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"Wir haben keine Wünsche." Das war ein Novum in den Ohren der CSU-Delegation beim Besuch von Zoll, Polizeiinspektion Fahndung (PIF) und Bundespolizei. Im Verlauf der Gespräche im Zollamtsgebäude Pfälzerhof tauchte dann aber doch der eine oder andere klitzekleine Wunsch auf.

Sehr zufrieden zeigte sich Hausherr Manfred Schneider über die bisherige Entwicklung bei der Umstrukturierung des Zolls nach der Evaluierung (Bewertung), die in der Vergangenheit öfter Brennpunkt in den Gesprächen war. Stolz verkündete er den Gästen die Zuteilung von drei neuen Beamten.

Stellvertretender PIF-Leiter, Robert Brenner, berichtete ebenfalls Positives über den Ersatz für Mitarbeiter, die in Ruhestand gegangen waren. Zufrieden zeigte er sich auch mit den Aufgriffen der Beamten. Das Diebesgut staple sich in zwei Containern.

Bedenken bereite der PIF der lasche Umgang der Justiz mit Tätern, die man viel zu schnell wieder laufen lasse. Der Bevölkerung sei das schwer zu verkaufen und bei den Beamten schwinde die Motivation Täter festzunehmen.

Veränderte Einfuhrwege stellen die Beamten bei der Droge Crystal Meth fest. "Bei uns ist das ziemlich tot." Waldsassen dagegen dokumentiere Aufgriffe im zweistelligen Bereich. "Da gibt es ein Nord-Süd-Gefälle", das allerdings auf tschechischer Seite bestritten werde. Rund 1600 Treffer bringe die Automatische Kennzeichenerfassung (AKE), um Gefahren abzuwenden, Straftaten zu unterbinden oder aufzudecken.

Zweimal im Jahr erledigen die PIF-Beamten im Schichtdienst rund um die Uhr mit etwa 40 Mann Bereitschaftspolizei und aufwendiger Logistik Großkontrollen. "Das geht an die Substanz." Eigentlich wolle man mit dem Fahndungsdruck Einbrechern auf die Spur kommen. Laut des stellvertretenden PIF-Leiters sei das immer mehr ein Schlag ins Wasser, da die Täter hochtechnisiert und oftmals der Polizei ein Stück voraus seien.

Bürger sollten sich nicht scheuen, bei der Polizei anzurufen, wenn sie eine Wahrnehmung machen, appellierte Brenner. "Wenn ein Unbekannter im Hof unterwegs ist und es wird nicht bei uns angerufen, dann verstehe ich das nicht mehr."

Nach den Terror-Anschlägen in Frankreich sollte die Schleierfahndung an den Grenzen intensiviert werden. Wenn jedoch dann auch noch Beamte zu Operativen Ergänzungsdiensten abgezogen werden, erschwere man dieses Vorhaben. Die Intensivierung sei für die nördliche Oberpfalz nicht wie gewünscht ausgefallen, da es "in Niederbayern und Oberbayern an den Grenzen brennt". Der Beamte war sich aber sicher, dass die Flüchtlinge vermehrt den Weg über Tschechien suchen werden, sobald die Grenzen anderswo dicht machten. (Weiterer Bericht folgt.)
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