Flachdach des neuen Multifunktionsgebäudes in Waidhaus spaltet den Marktrat
Räte sind sich nicht grün

Die Ortsmitte wird sich an dieser Stelle durch den Neubau eines Multifunktionsgebäudes und die Umgestaltung des Straßenraums komplett ändern. Bild: fjo
Politik
Waidhaus
21.09.2016
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Das Flachdach des neuen Multifunktionsgebäudes soll laut Stadtplaner Urban Meiller begrünt werden. Im Waidhauser Marktrat gingen die Meinungen darüber ziemlich auseinander.

Ein gemeindeeigener Bauantrag lag dem Gremium für das neue Multifunktionsgebäude auf dem Marktplatz vor. Mit der Neugestaltung der Ortsmitte ist eine Verlegung des Kriegermahnmals und die Errichtung eines Mehrzweck-Bauwerks entlang der Ortsdurchfahrt verbunden.

Löschwasservorrat


Bürgermeisterin Margit Kirzinger ging zunächst auf die darunter geplante, 75 Kubikmeter fassende Zisterne als zentraler Löschwasservorrat im Ortskern ein. "Wenn uns dieses Vorhaben aus statischen Gründen und aufwendiger Fundamentarbeiten zu teuer würde, wird es unter der Freifläche nebenan realisiert." Ewald Zetzl (CSU) vermutete ebenfalls Schwierigkeiten mit dem Bauuntergrund an dieser Stelle und wollte wissen, ob dort früher ein Weiher lag. "Diese Frage wird erst durch die Bauuntersuchungen zu beantworten sein", erklärte Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl.

Zur Nachfrage von UWG/PL-Fraktionssprecher Josef Schmucker, ob das geplante Fassungsvolumen der Zisterne ausreichend sei, verwies die Bürgermeisterin auf Vorgespräche mit dem Kreisbrandrat. Von dort habe sie die Aussage einer "ausreichenden Größe" bekommen.

Mit dem Hinweis auf eine Verwirklichung in der durch Stadtplaner Meiller bereits im Marktrat vorgestellten Optik leitete Kirzinger auf das Gebäude über. Die Frage zu dem als begrünte Fläche im Bauplan eingezeichneten Flachdach von Gabi Wolf und Stefan Harrer (beide CSU) setzte eine intensive Debatte in Gang. Zumal ihnen nicht nur Zetzl, sondern auch Georg Kleber (Pfrentscher Liste) und Ludwig Janisch (UWG) bestätigten, dass eine derartige Ausführung im Marktrat noch nicht fest ausgemacht sei. Geschäftsleiterin Wilka-Dierl hielt dagegen: "Ein begrüntes Dach genehmigt zu bekommen, ist am Schwierigsten." Einfachere Ausfertigungen, etwa ein Trapezblech, wären dann ebenso möglich. SPD-Fraktionssprecher Johannes Zeug plädierte für die Dachbegrünung. "Gerade diese Optik, mit Hauswurz bepflanzt, schaut dann wirklich gut aus." Auch Schmucker wollte "weg von einem Scheunencharakter, was ein anderes Dach wohl mit sich bringt".

Auf weitere Vorzüge einer Dachbegrünung ging zweiter Bürgermeister Markus Bauriedl ein. Harrer hielt dagegen, dass nur wenige Anwohner die Dachoptik sehen könnten. Zu befürchtende Probleme mit der baldigen Undichtheit sowie einen generell erhöhten Aufwand bei Flachdächern aus Beton brachten Wolf und Kleber vor, auch in Bezug auf die Schneelast, und wegen "der zur Gebäudemitte geneigten Dachflächen." Als Baufachmann bewertete Schmucker diese Probleme "als nicht mehr relevant" und forderte: "Da sollten wir schon etwas Besonderes haben." Als Kompromiss brachte Kirzinger ein Aufsplitten der Abstimmung "rein zum Gründach" ins Gespräch. Diese ergab ein Veto von Kleber, Bauriedl, Harrer, Zetzl und Wolf. Bei dem Beschluss über den Bauantrag selbst stimmten jedoch lediglich noch Wolf und Harrer nicht zu.

Barrierefreie Gestaltung


Eine Vereinbarung mit dem Staatlichen Bauamt galt es zur Umgestaltung der Ortsdurchfahrt im Bereich des Marktplatzes zu beraten. Die Kosten für die Erneuerung der Deckschicht und die barrierefreie Ausgestaltung des Übergangs inklusive der Erweiterung der Lichtsignalanlage für die Fußgänger, auch für Blinde, übernehme die Straßenbauverwaltung, erklärte die Rathauschefin. Zusätzlich würden der Gemeinde fünf Prozent Zuschuss für die Verwaltungsgebühren erstattet. Die zusätzlichen Kosten für die Lichtanlage zur künftigen Regelung der Busausfahrt habe jedoch die Kommune alleine zu tragen. Das Gremium stimmte einmütig zu.
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