Marktrat Waidhaus berät über neue Projekte
Dörfer weiter herausputzen

Die Pfrentscher sollen einen neu gestalteten Dorfplatz bekommen. Um in den Genuss von Fördergeldern zu kommen, beauftragte der Marktrat das Nabburger Landschaftsarchitekturbüro Rembold mit der Planung. Bild: fjo
Politik
Waidhaus
16.06.2016
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Zwei neue Projekte ohne Bereitstellung von aktuellen Haushaltsmitteln zeugen erneut vom anhaltenden Investitionswillen in der Marktgemeinde Waidhaus. In den Genuss kommen dieses Mal die Ortsteile Pfrentsch und Reichenau.

Zur beabsichtigten Neugestaltung des Dorfplatzes in Pfrentsch sagte Bürgermeisterin Margit Kirzinger in der Marktratssitzung: "Wir müssen dieses Projekt jetzt fertig planen, wenn wir in der zweiten Förderrunde dabei sein wollen." Außerdem eröffne dies die gewünschte Einbindung der Bevölkerung in die Maßnahme, die durch die Beteiligung eines Architektenbüros gut möglich werde.

Eine ordentliche Konzeption sei auch die Voraussetzung, um das Projekt überhaupt zur Förderung einreichen zu können. Wegen der bereits vorliegenden Angebote würden die Kosten für die Dorfplatzerneuerung bei rund 130 000 Euro liegen. Hierauf baue das Landschaftsarchitekturbüro Rembold aus Windpaißing bei Nabburg sein Honorar in Höhe von 7832 Euro brutto. Zur einstimmigen Beauftragung warf die Bürgermeisterin zudem die "guten Erfahrungen mit dem Büro" beim Förderantrag für den neuen "Lernort Biene" auf dem Areal des Kreuzbergs in die Waagschale.

Auch der Turnerplatz in Reichenau soll neu gestaltet werden. Die Rathauschefin machte den Markträten Hoffnung, das 860 Quadratmeter große Areal durch die Ausprägung der Förderrichtlinien ins neu aufgelegte Programm zu bekommen: "Es ist das letzte Fleckerl, das wirklich nicht befestigt ist. Und für die Entwässerung ist dort auch nicht ausreichend gesorgt, obwohl der Platz reichlich befahren und als Buswendeplatz benötigt wird."

Haushaltsmittel übertragen


Für die Planung liege durch das Weidener Ingenieurbüro König ein Angebot mit Honorarsätzen vor, die zu einer Auftragssumme von rund 8380 Euro führen würden. Zugrunde lägen jedoch geschätzte Baukosten von 103 000 Euro, was einer Befestigung des gesamten Platzes entspreche.

Die Bürgermeisterin ergänzter, dass es für die künftige Gestaltung noch keine konkreten Vorstellungen gäbe. "Ein günstigerer Betrag ist zu erwarten, wenn auch die Ausbaukosten geringer werden." Die fehlenden Haushaltsmittel ließen sich auch hier von anderen Stellen übertragen, wobei Kirzinger konkret das Fassadenprogramm der Städtebauförderung erwähnte. Vor dem einmütigen Beschluss des Gremiums bat Georg Kleber (Pfrentscher Liste) noch für eine Berücksichtigung der bereits bestehenden Gestaltungsvorschläge aus der damaligen Dorferneuerungsmaßnahme.

Besser vorbereitet liefen wegen der bereits erfolgten Beratungen im Haushaltsausschuss die weiteren Vergaben neuer Projekte an verschiedene Planungsbüros ab. "Auch zum Vitalpark hat uns das Landschaftsarchitekturbüro Rembold ein gutes Angebot gemacht", bemerkte Kirzinger. Dieses Entgegenkommen fuße noch in der guten Vorarbeit des ehemaligen Geschäftsleiters Josef Forster.

Der Haushaltsansatz in Höhe von 10 000 Euro werde sogar deutlich unterschritten. Wegen der veranschlagten Netto-Investitionssumme von 188 327 Euro wolle das Planungsbüro 8837 Euro brutto. Die Markträte stimmten dem zu.

Zur Erneuerung von drei Straßen in Reichenau erklärte Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl verschiedene Details. In allen Fällen handle es sich um Endzufahrten von am Ortsrand liegenden Anwesen. Neben den beiden am Spielplatz vorbeiführenden Trassen sei das asphaltierte Stück durch die Mooswiesen betroffen. Durch das Amt für ländliche Entwicklung sei bereits eine Vermessung erfolgt. Vor dort seien aber keine weitere Leistungen mehr möglich. Für die geschätzten Ausbaukosten von 206 500 Euro könne mit einer Förderung von 60 Prozent gerechnet werden.

"Sehr faires" Angebot


Das zur stufenweise beabsichtigten Planung vorgelegte Kostenangebot durch das Ingenieurbüro König über 18 668 Euro bezeichnete Wilka-Dierl als "sehr fair". Auch wenn sich die Förderung auf die Nettobaukosten ohne weitere Bauneben- und Ingenieurkosten beschränke. Die entsprechende Haushaltsstelle sehe ein Volumen von 256 000 Euro vor.

Durch die zeitige Beauftragung erscheine eine Beantragung der Förderung noch im September als realistisch. "Dann kann heuer noch eine Zusage erwartet werden und über den Winter die Vergabe erfolgen." Kirzinger ergänzte, warum eine Verwirklichung eben erst im kommenden Jahr möglich werde. "Das schaffen wir heuer trotzdem nicht mehr, weil innerhalb von sechs Wochen kann keine Kommune eine fertige Planung vorlegen."

Es ist das letzte Fleckerl, das wirklich nicht befestigt ist.Bürgermeisterin Margit Kirzinger zum Turnerplatz in Reichenau
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