Marktrat Waidhaus diskutiert über Änderung des Bebauungsplans
„Im Kiesbeet“ wachsen Hanghäuser

Ein Wohnhaus steht bereits am Rande des Baugebiets "Im Kiesbeet". Den künftigen Nachbarn will die Marktgemeinde den Bau von Hanghäusern ermöglichen. Bild: fjo
Politik
Waidhaus
13.07.2016
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Zum großen Baugebiet "Im Kiesbeet" diskutierte der Marktrat am Montag über die Änderung der Zahl der Vollgeschosse und die Möglichkeit zu Geländeauffüllungen. Wer die Ortsdurchfahrt zum "Alten Grenzübergang" nutzt, wird unweigerlich mit der Hanglage der Randgrundstücke konfrontiert. "Das gesamte Gelände fällt rund zwei Meter bis zu den Grundstücksgrenzen ab", beschrieb Bürgermeisterin Margit Kirzinger das Areal. Dies ermögliche den Bau von Hanghäusern.

Das Ingenieurbüro Bamler aus Vohenstrauß habe der Marktgemeinde bereits die Machbarkeit bestätigt. Auch der planende Architekt Rudolf Meißner aus Waldthurn sehe kein Hindernis. Damit jedoch dreistöckige Wohnhäuser gebaut werden können, würde die Änderung des Bebauungsplans notwendig, erklärte die Rathauschefin.

Noch sei unklar, ob ein einfaches Verfahren ausreiche, da ein normales Verfahren mindestens sechs Monate Zeit in Anspruch nehmen würde - also bis Jahresende. Vor einer Diskussion im Gremium riet die Bürgermeisterin: "Wir sollten neuen Bauformen gegenüber einfach aufgeschlossen sein und die Möglichkeit für so genannte Hanghäuser - in den besagten vier Parzellen unmittelbar gegenüber dem Kreuzberg - am Rehlingbach entlang, berücksichtigen."

Schatten befürchtet


Eine nur zweigeschossige Bebauung bleibe dennoch möglich, erklärte Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl. SPD-Fraktionssprecher Johannes Zeug warnte vor einer möglichen Beschattung für die Nachbarn durch zu hohe Gebäude und plädierte für die Festschreibung einer absoluten Firsthöhe. Diese Anregung wurde in den einstimmigen Beschluss aufgenommen. Mit der Änderung des Bebauungsplans beauftragten die Markträte das Architekturbüro Meißner. Der Rest des Gebietes bleibe - auf Nachfrage von Georg Kleber (Pfrentscher Liste) - auch bei einem laufenden Verfahren bebaubar.

Die katholische Kirchenstiftung St. Emmeram beantragte eine Bezuschussung der Kirchenrenovierung im zweiten Bauabschnitt. Im Schreiben an den Marktrat bat Pfarrer Georg Hartl unter Auflistung von Gesamtkosten in Höhe von 81 097 Euro für die Renovierung von Sakristei, Dachstuhl und den Eingangsbereichen um eine Beteiligung der Marktgemeinde im Rahmen von fünf Prozent (4051 Euro).

Bürgermeisterin Margit Kirzinger informierte, dass eine entsprechende Haushaltsstelle fehle. Ihr Vorschlag lautete deshalb auf einen Beschluss als Vormerkung eines Zuschusses für das Jahr 2017, "um ein erneutes Aufgreifen zu vermeiden und der Pfarrgemeinde eine gewisse Planungssicherheit bei der Finanzierung an die Hand zu geben". Kirzinger schlug eine Beteiligung mit 4000 Euro vor. Dies genehmigten die Markträte einstimmig. "Vielleicht ist damit sogar der Erhalt der Pfarrgemeinde gesichert worden, weil unsere Kirche hergerichtet ist", ging UWG/PL-Fraktionssprecher Josef Schmucker sogar noch einen Schritt weiter. Und Bürgermeisterin Kirzinger gestand: "Unser Pfarrer hat sich ganz schön was getraut."

Einen Antrag auf Bezuschussung der Pflege ihrer Anlagen stellte der TSV Waidhaus bereits im Dezember 2015. Da laufende Maßnahmen, laut Aussage der Bürgermeisterin, schon immer nicht gefördert würden, gab es eine einmütige Ablehnung. Ähnlich verhielt es sich mit dem Antrag der SV Pfrentsch, der jedoch zweigeteilt war, und deshalb in Höhe von 520 Euro für die Holzspende zu einem Teilerfolg führte. Geschlossen gab es jedoch auch hier eine Ablehnung zu einer Förderung der turnusmäßigen Sportplatz-Pflege.

Erlebnispark geplant


Zusätzlich in die Tagesordnung nahm das Gremium das im Nachbarort Eslarn gestartete "ISEK 2030" auf. Waidhaus wäre nicht direkt betroffen, fasste Kirzinger zusammen, weshalb kein Grund für Einwände gegeben war. Der dabei geplante Erlebnispark im Ortsteil Pfrentschweiher erzeugte natürlich Interesse bei den Mitgliedern der Pfrentscher Liste.
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