Marktrat Waidhaus
„Landschaftsbild gestört“

Der Waidhauser Marktrat kann sich eine Photovoltaikanlage an der Stelle vorstellen, wo Waidhauser Landstraße (links) und Autobahn aufeinandertreffen. Bild: fjo
Politik
Waidhaus
18.11.2016
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Die geplante Photovoltaikanlage an der Autobahn beschäftigt den Waidhauser Marktrat weiterhin. Nun ist eine Entscheidung gefallen.

(fjo) Nachdem das Gremium das Thema in der vorigen Sitzung vertagt hatte, stand es diesmal wieder zur Debatte. Ein großformatiger Flurplan leistete Orientierungshilfe zum Standort beiderseits der Flurbereinigungsbrücke zwischen der Marxmühle und dem Bocklweg. Die Grundstücke gehören der Bundesimmobilienanstalt (BIMA). Kirzinger informierte über eine Ortsbesichtigung durch den Bauausschuss. Ein Großteil der Mitglieder habe das Vorhaben aus touristischen Gründen und mit Blick auf die Naherholung auf der südlichen Autobahnseite als nicht geeignet beurteilt. Vor allem, weil das angrenzende Feucht- und Weihergebiet gravierend beeinträchtigt würde.

Weiterer Nebeneffekt


Anders gestalte sich die Situation für die nördlichen Flächen zwischen Autobahn und Waidhauser Landstraße. Hier könne sich der Bauausschuss eine Verwirklichung vorstellen, da die Grundstücke vom Bocklweg aus weniger eingesehen werden könnten. Die Verschiebung des Themas brachte noch einen weiteren Nebeneffekt mit sich. "Beide Vertragspartner (BIMA und Investor) verhandeln nicht mehr miteinander. Das Projekt hat sich schon wieder zerschlagen", informierte Kirzinger.

Jedoch beharre die BIMA auf einer Stellungnahme der Kommune, um grundlegend zu erfahren, ob eine Bewerbung dieser Fläche für ein derartiges Vorhaben weiterhin möglich sei. Darüber hinaus sei bei den Kontakten mit der BIMA angeklungen, dass ein Erwerb der beiden südlich der Autobahn liegenden Grundstücke durch den Markt für eigene Zwecke auch in Betracht gezogen werden könne. "Da wären wir ja dumm, wenn wir diese für eine Photovoltaikanlage zur Verfügung stellen würden", bekräftigte Gabi Wolf spontan. CSU-Fraktionssprecher Stefan Harrer stand dem Ansinnen skeptisch gegenüber, "weil für die Gemeinde gar nichts hängen bleiben würde, gibt das für mich keinen Sinn".

Die Räte befürworteten die nördlich gelegenen Flächen. Ihre einzige Gegenstimme begründete Monika Zeitler-Kals so: "Da die Solarplatten in Ständerbauweise ausgeführt werden, sind diese sehr wohl sichtbar. Und man wird das Ganze immer sehen, weil für die Anlage eine optimale Süd-West-Ausrichtung zu befürchten ist. Dadurch wird auch an dieser Stelle das Landschaftsbild gestört."

Zum neuen Entwurf des Landesentwicklungsprogramms erkannten die Markträte, dass Waidhaus gegenüber der bisherigen Fassung zu einem "Raum mit besonderen Handlungsbedarf" würde. "Das wäre mit einer Steigerung jener Punkte verbunden, um weitere Förderungen zu bekommen," ergänzte Kirzinger. Außerdem brächte die Änderung eine Erleichterung bei der Ansiedlung von Gewerbe, soweit die Schaffung von Arbeitsplätzen damit einhergehe. Der Grenzort käme in die Kategorie der "besonders strukturschwachen Gemeinden".

Rücksicht auf Ortsbild


Mit Genugtuung vernahm das Gremium den Hinweis von Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl zur besseren Rücksichtnahme auf das Orts- und Landschaftsbild beim Ersatzneubau großer Stromleitungen. Betroffen sei vor allem die grenzüberschreitende 380-kV-Leitung, was eine wesentliche Trassenänderung oder gar Erdverlegung erforderlich mache.
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