Neue Filtrationsanlage der "Bäckeröd" in Waidhaus Thema im Marktrat
Viel Geld für Wartung einplanen

Der Herbst hat Einzug in der Freizeitanlage "Bäckeröd" gehalten. Das 25. Jubiläum der beliebten Einrichtung war erneut geprägt von einer teuren Investition, die nun weitere Kosten nach sich zieht. Bild: fjo
Politik
Waidhaus
22.09.2016
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Knapp eine Viertelmillion Euro ließ sich Waidhaus zum Saisonstart im Frühjahr die weitere Aufwertung der Freizeitanlage "Bäckeröd" kosten. Der Wartungsvertrag ist mit einer stolzen Summe verbunden, mit der sich nicht alle Markträte anfreunden können.

Die alte Sandfilteranlage für das Freibecken mit seiner Wasserfläche von 3000 Kubikmetern lieferte über fast 25 Jahre ordnungsgemäße Werte. Um auch die Anforderungen der verschärften Hygiene-Richtlinien zu erfüllen, hatten die Markträte den Einbau einer modernen Ultrafiltrationsanlage beschlossen.

Umganreiche Technik


Problemlos lief die Neuanschaffung seit der Inbetriebnahme und schaufelte stündlich 250 000 Liter Wasser aus den Badebereichen und führte es gereinigt wieder zurück. Das Gros der umfangreichen Technik ist im Keller des "Hauses Bäckeröd" installiert. Den Zuschlag zur Erneuerung der Filteranlage hatte die Firma Kempe aus Markkleeberg erhalten.

4610 Euro netto jährlich


"Die Anlage ist allein aufgrund ihrer Ausmaße und der verschiedenen Einbauten beeindruckend", informierte Bürgermeisterin Margit Kirzinger das Gremium. Für die nun erstmals bevorstehende Außerbetriebnahme und das Wiederanschalten im Frühjahr befürwortete sie deshalb den von der Firma nun vorgelegten Wartungsvertrag. Freilich kommentierte die Rathauschefin den stolzen Preis von 4610 Euro netto jährlich: "Eine Menge Geld, aber das müssen wir für diese riesengroße und komplizierte Anlage einfach in die Hand nehmen."

Ihr Stellvertreter Markus Bauriedl brachte die damit verbundene Erweiterung der Garantie auf fünf Jahre zur Sprache. Außerdem wies Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl auf die Möglichkeit als jährlich kündbaren Vertrag hin. CSU-Fraktionssprecher Stefan Harrer beurteilte die Sachlage ähnlich, regte jedoch "ein Beobachten und erneutes Beraten" im Marktrat im Laufe der Jahre an. Sein UWG/PL-Kollege Josef Schmucker hoffte, "dass nicht heuer bereits die Wartungsgebühr fällig wird", was Wilka-Dierl entkräftete. Die erste Rechnung komme erst im Mai 2017 auf die Kommune zu.

Den Grund des Verdrusses im Gremium brachte schließlich Gabi Wolf (CSU) zur Sprache: "Ich finde diesen Wartungsvertrag eine Zumutung hoch Drei. Die Pumpen sollten mindestens 20 Jahre halten und das Ein- und Ausschalten mit solchen Beträgen zu verrechnen, da stehen mir die Haare zu Berge. Das könnte jeder örtlich ansässige Installateur auch." Kirzinger und SPD-Fraktionssprecher Johannes Zeug hielten dagegen: "Wir brauchen für die ersten Jahre einfach eine Sicherheit für diese teure Anlage. Mit den Kundendiensten bei einem Neuwagen verhält es sich doch ebenso. Da kann ich auch nicht in jede x-beliebige Werkstatt fahren."

Auch aus den SPD-Reihen kam durch Thomas Glaser Kritik. "Das ist viel zu viel Geld, was es nicht wert ist." Auch Wolf meldete sich noch einmal zu Wort: "Was soll kaputt werden? Und wenn etwas kaputt wird, kriegst du bestimmt nichts auf Garantie."

Nachdem Schmucker als Heizungs- und Installationsmeister bestätigte, keine Einblicke in den Aufwand des Ein- und Ausschaltens zu haben, brachte Wilka-Dierl mit konkreten Angaben zu den erforderlichen Arbeiten mehr Licht in die Sache. "Das kann unser Personal auf keinen Fall machen." Zudem schlug sie einen Vertragsabschluss zumindest für die Gewährleistungszeit vor, um nicht dem Vorwand einer "falschen Bedienung" ausgesetzt zu sein.

Bilanz der Badesaison


Wilka-Dierl bestätigte Harrers Vorschlag einer jährlichen Aufnahme des Themas in die Tagesordnung. So klappte es mit dem fast einstimmigen Beschluss gegen das Veto von Wolf schließlich. Die Bürgermeisterin gab außerdem noch einen kurzen Bericht zur Badesaison und zur finanziellen Situation. Der lange Sommer des Vorjahrs habe durch ein Plus von rund 20 000 Euro an Eintrittsgeldern eine Sonderstellung. Heuer sei dieses Ergebnis durch die erst spät einsetzende Schönwetterperiode bei weitem nicht erreicht worden.
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