Pufferzone bringt Kompromiss

Weil die Bebauung noch näher an das Sportplatz-Gelände des SV Pfrentsch heranrücken soll, war ein Lärmgutachten notwendig. Bild: fjo
Politik
Waidhaus
21.11.2016
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Fachstellen haben für die Erweiterung des Baugebiets in Pfrentsch ein Lärmgutachten eingefordert. Obwohl die Ergebnisse dem Waidhauser Marktrat vorliegen, bringt erst ein Vorschlag der Anlieger den entscheidenden Kompromiss.

(fjo) Nicht nur das Gutachten nahmen die Räte genauer unter die Lupe, sondern auch die kritischen Antworten, die es von verschiedenen Stellen wegen der Anhörung gab. So etwa die am Landratsamt angesiedelte Bauleitplanung, die auf eine Änderung des gesamten Flächennutzungsplans der Gemeinde sowie eine Anpassung des Bebauungsplans dränge.

Auch die höhere Landesplanung bei der Regierung der Oberpfalz und der regionale Planungsverband meldeten sich mit dem Verweis auf die bereits vorhanden Bauplätze "Im Kiesbeet" zu Wort. Eine aussagekräftige Begründung für die zusätzlich in Pfrentsch erforderliche Fläche müsse deshalb ergänzt und vertieft werden, sagte Bürgermeisterin Margit Kirzinger. "Denn jemand, der in Pfrentsch verwurzelt ist, will auch dort bauen und leben. Auch wenn Behörden so etwas freilich anders sehen." Vera Stahl (SPD) ergänzte: "Wenn jemand aus Pfrentsch in Waidhaus bauen wollte, hätte er einen Bauplatz für einen Euro gekauft."

Außerdem präsentierte Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl die von der AB Consultans GmbH aus Altentreswitz übernommene schalltechnische Untersuchung. Der von der Staatsstraße (Ortsdurchfahrt) ausgehende Verkehrslärm ergebe nachts Überschreitungen für eine Bauparzelle. Das Gutachten empfehle zur Abhilfe Schallschutzfenster als Festsetzung im Bebauungsplan.

Lärm am Fußballplatz


Wesentlich umfassender beschäftigte sich das Gremium mit dem vom angrenzenden Fußballplatz ausgehenden Spiel- und Trainingsbetrieb. Vor allem bei jenen drei unmittelbaren Bauplätzen an den östlichen und südlichen Seiten komme es zu geringen Überschreitungen am Sonntagnachmittag (Fußballspiele) sowie zu erheblichen bei den Trainingseinheiten zwischen 19 und 21 Uhr. Grund seien die am Abend besser geschützten Ruhezeiten.

Das Gutachten schlägt deshalb vor, die Baulinie nach Norden und Westen zu rücken, sowie im Süden und Osten Fenster vorzuschreiben, die nur zu Reinigungszwecken geöffnet werden. Weiter habe sich die Marktgemeinde fiktiv die Kosten einer alternativen Lärmschutzwand errechnen lassen. "Das würde aber nur wenig mehr bringen", sagte Wilka-Dierl. Ob die "Lärmbelastung durch die Straße also größer ist, als durch den Fußballplatz - und dies auch nur zu Nutzungszeiten", wollte zweiter Bürgermeister Markus Bauriedl wissen, was ihm die Geschäftsleiterin bestätigte.

"Das ist ein Spiel im Monat und das Training ist am Wald hinten. Es sollte also nicht in diesem Ausmaß erforderlich sein, solche Einschränkungen festzusetzen", meinte Kirzinger, was auch Ewald Zetzl (CSU) unterstützte. Georg Kleber (Pfrentscher Liste) lehnte eine Verschiebung der Baulinien ganz ab.

Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung rief die Bürgermeisterin in einem extra Tagesordnungspunkt im Anschluss auf, weil sich Anwohner im Baugebiet mit Änderungswünschen in zwei Varianten zur Wort gemeldet hatte. Zum einen werde um eine Ausdehnung nach Osten mit einer Verlängerung des neuen Baugebiets um sieben Meter gebeten, um zwischen Alt und Neu eine größere unbebaute Pufferzone zu erreichen. Hinzu komme die Bitte, eine Möglichkeit zum Erwerb durch die Käufer einzuplanen.

Die andere Variante enthalte diesen Wunsch einer Pufferzone genauso und melde zusätzlich eine Ausweitung im Norden um weitere vier Bauplätze sowie einen Fußweg zum Flurweg hin an. Letzteres beurteilte Kirzinger in Abstimmung mit der Verwaltung als "erheblich schwierig", weil dadurch eine Genehmigung des Vorhabens insgesamt scheitern könnte. Auch von einem Fußweg war sie wegen "der jüngsten Erfahrungen mit dem verschmutzten Hammergraben" wenig begeistert.

Erschließung 2017


Wolfgang Bauriedl (Pfrentscher Liste) sprach die Entwässerung des nordöstlichsten Bauplatz an. "Die ist dort erst ab der Erdgeschosshöhe gegeben", bestätigte die Wilka-Dierl. Kleber plädierte dennoch für Variante zwei, weil er "für Pfrentsch auf längere Zeit keine erneute Ausweisung" prophezeite. Wegen der aktuellen Bewerberzahl beurteilte Stahl die beabsichtigte Bauplatzzahl als "ausreichend".

Einstimmig nahm das Gremium den Vorschlag der Anwohner zur Ergänzung mit einer Pufferzone auf, ebenso die Schallschutzvorschläge aus dem Gutachten, jedoch ohne Änderung der Baulinien. Wilka-Dierl rechnete mit einer weiteren Verfahrensdauer von noch einem Vierteljahr, bis die Erschließung starten könne.

Jemand, der in Pfrentsch verwurzelt ist, will auch dort bauen und leben. Auch wenn Behörden so etwas freilich anders sehen.Bürgermeisterin Margit Kirzinger
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