Waidhauser Markträte wehren sich gegen Pläne des Staatlichen Bauamts
Verkehrschaos in den Ferien

"Ende" könnte es in Kürze nicht nur für die Radfahrer und Fußgänger heißen, sondern für den gesamten Verkehr. Für eine Generalsanierung des Fahrbahnbelags ist eine Vollsperrung der Autobahnausfahrt "Eslarn/Waidhaus" mitsamt der Staatsstraße zwischen Waidhaus und Pfrentsch während der Ferienzeit angekündigt. Bild: fjo
Politik
Waidhaus
14.07.2016
505
0

Ein Aufschrei ging am Montag durch den Marktrat. Während der Ferienzeit scheint ein Verkehrschaos im gesamten Grenzgebiet unausweichlich vorprogrammiert.

Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach hält den Zustand der ihm anvertrauten Straßen im Altlandkreis auf einem hohen Niveau. Erneuerungs-, Sanierungs- und Ausbesserungsarbeiten lassen sich aber nur mit Verkehrsbeeinträchtigungen bewältigen. Die Ankündigung einer Vollsperrung der Waidhauser Autobahnbrücke mitsamt den beiden Ein- und Ausfahrten ließ jedoch nicht nur im Rathaus die Alarmglocken schrillen.

Im Zuge der hochwertigen Fahrbahnerneuerungen bei Lohma und Vohenstrauß sowie auf der Autobahn selbst, soll nun auch Waidhaus aufschließen. Die Maßnahme sei während der Schulferien geplant und auf mehrere Wochen angelegt, informierte Bürgermeisterin Margit Kirzinger in der Marktratssitzung. Die damit verbundene Vollsperrung der Brücke über die Autobahn zwischen Pfrentsch und Waidhaus inklusive beider Ausfahrten will das Gremium nicht hinnehmen.

Keine sinnvolle Umleitung


Anders als im Raum Moosbach, Pleystein und Vohenstrauß existiert in unmittelbarer Grenznähe weit und breit keine Alternative für eine sinnvolle Umleitung. Während der Ferienzeit würde damit keinerlei Verbindung zwischen Süd und Nord mehr existieren. Im Klartext bedeutet dies mindestens eine Umfahrung über Burkhardsrieth, wem die Nutzung der ausgeschilderten Strecke über Pleystein und Hagendorf oder südlich über Moosbach und Eslarn (jeweils auf den Staatsstraßen) zu weit ist.

Ein weiterer Kritikpunkt: Das Binnenzollamt im Autohof wird werktags rund um die Uhr von vielen Lkws genutzt. Gleiches gilt für die in Waidhaus angesiedelten Speditionen. Generell herrscht in der Grenzregion ein hohes Schwerlastverkehrsaufkommen, welches zwingend auf die Autobahnausfahrt mitsamt der Brücke angewiesen ist. Eine Vollsperrung würde diesen gesamten Lkw-Verkehr auf ein weites Gebiet ausdehnen. Brummilenker, welche über Tschechien einreisen - egal, ob auf der Autobahn oder über den "Alten Grenzübergang" - und zum Binnenzollamt oder in Richtung Eslarn wollen, müssten mindestens bis Lohma fahren und sich von dort wieder zurück nach Pfrentsch durchkämpfen. Nach der Erledigung des Zollvorgangs müssten sie denselben Weg wieder zurück nehmen. Gleiches gilt für Lastwagen aus Richtung Vohenstrauß, sofern das Binnenzollamt in die Route eingeplant ist.

Ganzer Osten betroffen


Eine Nutzung der "Waidhauser Landstraße" als komfortabelste Lösung scheidet aus, weil nach Lohma keine alternative Überquerung der Autobahn mehr gegeben ist. Kirzinger verdeutliche deshalb: "Das betrifft den ganzen östlichen Landkreis, wenn die Brummis wegen dieser Brückensperrung ausweichen müssen."

Wolfgang Bauriedl von der Pfrentscher Liste argumentierte deshalb: "Wir können mit dieser Vollsperrung von vier Wochen nicht einverstanden sein, wenn die Sanierung startet. Das ist unmöglich." Außerdem brachte er seine Verwunderung zum Ausdruck, dass diese Information so spät an die Öffentlichkeit gelange. Unter den am meisten davon betroffenen Gemeinde habe es deshalb bereits einen Austausch gegeben, erklärte die Bürgermeisterin. Als Alternative wäre eine nur jeweils halbseitige Sperrung der Brücke vorgeschlagen worden mit der Forderung nach einem zügigen Bauabschluss.

Eine Anfrage bei der zuständigen Behörde sei aber bislang erfolglos geblieben: "Wir haben nichts mehr gehört, seit wir uns dagegen wehren wollten." Außerdem sah Bauriedl die Verlagerung der Rettungswache nach Lohma schon wieder in Frage gestellt: "Da ist etwa dann die 12-Minuten-Regelung wieder kein Thema, wenn Eslarn nicht fristgerecht erreicht wird." Außerdem sehe er für Lkws keine Möglichkeit, die abknickende Umleitung an der Eslarner Kirche überhaupt bewältigen zu können.
Weitere Beiträge zu den Themen: Verkehr (126)Marktrat Waidhaus (31)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.