Deutsche Jugger-Meisterschaft in Waidhaus
„Komplex und sehr schnell“

Die Sportler heben bei den Jugger-Meisterschaften schon mal ab, um ihr Ziel zu erreichen. Bilder: bey (2)
Sport
Waidhaus
04.09.2016
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62 Teams aus Deutschland, Rumänien, Australien, Irland und Spanien duellieren sich bei der Deutschen Jugger-Meisterschaft auf dem Sportgelände des TSV Waidhaus. Dabei ertönen auch ganz bekannte Klänge.

Der Jugger-Verein "Drachenblut" Waidhaus war am Wochenende Ausrichter der Veranstaltung mit internationalem Flair. Wenn sich zwei Teams zu je fünf Spielern auf dem Feld befinden, sieht das manchmal etwas martialisch aus, doch Fairness ist die wichtigste Basis dieser Sportart. Die Teammitglieder kennen sich meist von anderen Wettbewerben. Wenn das noch nicht der Fall ist, gibt es außerhalb des Spielfeldes und vor allem bei den Feiern oder am Lagerfeuer genügend Möglichkeiten sich auszutauschen.

Bereits am Freitag waren die ersten Mannschaften in die Gemeinde an der tschechischen Grenze gekommen. Der Gastgeber hatte perfekt vorgearbeitet und die Anreise mit entsprechenden Infos erleichtert. Im Anschluss an die beiden Spielfelder erwachte eine kleine Zeltstadt.

Gegenspieler ausschalten


Von Samstag 10 Uhr bis spät abends standen sich die Teams auf den 16 markierten Feldern gegenüber. Vier Spieler sind mit sogenannten "Pompfen" ausgestattet, ein Spieler fungiert als Läufer und darf als einziger den "Jugg" anfassen und ihn im "Mal" platzieren. Für ein Team ist es wichtig, möglichst viele Spieler des Gegners auszuschalten, damit der Läufer ungehindert den "Jugg" im "Mal" versenken kann.

Thorsten Pfeifer gehört den "Munich Monks" an und ist seit sechs Jahren Jugger. Im Gespräch am Rande des Spielfelds nennt er die Sportart "hoch komplex und sehr schnell". Für die "Pompfen" gebe es bestimmte Regeln über deren Länge und Polsterung. "Diskussionen unter den Spielern über erzielte Treffer an bestimmten Zonen des Körpers bleiben manchmal nicht aus", informierte Pfeifer. Sarah Bergemer, Doktorandin aus Leipzig und Mitglied der "Leipziger Nachtwache", hat als ehemalige Handballspielerin schon härtere Einsätze erlebt. Da durch die "Pompfen" ein Abstand zum "starken Geschlecht" gewahrt wird, ist ihre jetzige Sportart ungefährlicher.

Am Sonntagmorgen war es trotz des geplanten Turnierbeginns um 9 Uhr noch ruhig. Ob da der "Böhmische Traum", der die Spieler wecken sollte, viel bewirkt hat, blieb offen. Gemeinsam frühstückten die Spieler im Sportheim oder an den Tischen im Freien. Andreas Käs, Vorsitzender des gastgebenden Vereins "Drachenblut" schaute nervös auf die Uhr, schließlich sollte der Zeitplan einigermaßen eingehalten werden.

Fantasievolle Namen


Aber letztlich traten sie dann wieder an, die "Amazonenkinder", der "Jugger-Haufen Bochum", die "Hobbiz Kekse", die "Pompfritz" und vielen andere Teams mit fantasievollen Namen. Dabei ist auch eine Kamera auf sie gerichtet, der Bayerische Rundfunk berichtet heute um 17.30 Uhr in der Abendschau über die Jugger-Meisterschaft.
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