Spielgemeinschaft zwischen TSV Waidhaus und SV Pfrentsch
Feindschaft endgültig begraben

Mit einem fröhlichen "Prosit" besiegelten Bernhard Meckl, Manfred Schneider, Josef Eschenbecher, Manuel Meckl, Norbert Steckermeier und Stefan Preßl (von links) die Spielgemeinschaft Waidhaus-Pfrentsch. Bild: fjo
Sport
Waidhaus
27.05.2016
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Die Fußballer des SV Pfrentsch und des TSV Waidhaus starten als Spielgemeinschaft in die kommende Saison. Nicht nur die Lokalderbys waren bisher stets sehr brisant. Auch wenn Spieler, Fans und Zuschauer beider Vereine zur selben Gemeinde gehören, war es mit der Freundschaft bislang nicht weit her.

Pfrentsch. Der Zusammenschluss dürfte noch immer für Verwunderung sorgen. Schließlich brauchte es drei Anläufe für das ehrgeizige Vorhaben. Dennoch soll nun alles anders werden, selbst wenn die Ursache in einer Notlage beider Vereine gründet. Es ist der Nachwuchs- und allgemeine Spielermangel, der nun nicht mehr vom Tisch zu weisen ist.

Eindeutige Signale


Scheiterten noch im vergangenen Jahr die geheim geführten Verhandlungen, so klappte es in dieser Woche dann doch mit der neuen Spielgemeinschaft. "Irgendwie kommt es mir vor, als fiele der Eiserne Vorhang hier ein zweites Mal", scherzte SV-Vorsitzender Josef Eschenbecher erleichtert. "Ich bin froh, dass es geklappt hat, und ich werde alles tun für diese neue Gemeinschaft." Alle Mitglieder und besonders die Pfrentscher Führungsriege möchte er ohne Einschränkungen von diesem Schritt überzeugen. An die Waidhauser Adresse gab es ebenfalls ein eindeutiges Signal. "Es sollen sich alle hier stets Wohlfühlen."

Zwei Mannschaften wird die neue Kombination ins Rennen schicken: Die erste in der A-Klasse und ein zweites Team in der B-Klasse. Nachdem der SV Pfrentsch die aktuelle Saison mit dem letzten Tabellenplatz in der Kreisklasse-Ost abschloss und der Abstieg in die A-Klasse schon längere Zeit eine beschlossene Sache war, hätten beide Vereine noch heuer - nach vielen Jahren Pause - erstmals wieder in einer Liga gespielt.

"Auf Dauer gesehen ist es mit Sicherheit das Beste für beide Vereine", meinte SV-Abteilungsleiter Stefan Preßl aus Vohenstrauß. "Bestimmt hätten sich beide Vereine noch ein oder zwei Jahre gerade über Wasser halten können, ohne aber den großen Erfolg zu haben." Schon in der vergangenen Zeit wäre es immer schwieriger geworden, junge deutsche Spieler zu bekommen, weil sich die Interessen der Jugendlichen verschoben hätten und aktives Fußballspielen dabei - als ein Zeit kostendes Hobby - nicht mehr mithalten könne.

Als ein Ziel der Spielgemeinschaft nannte Preßl, die Anzahl der Teilnehmer am Training zu steigern. "Für die Zukunft ist es der beste Weg. Wir können nur gemeinsam überleben", meinte auch TSV-Vorsitzender Manfred Schneider. Er sah den Schritt zwar als Wagnis, doch sollte die Feindschaft endgültig begraben sein.

"Wir kennen uns nun schließlich lange genug, um uns auch vertrauen zu können." Gemeinsam will die neue SG Waidhaus-Pfrentsch in der künftigen Saison "eine gute Rolle" in der A-Klasse spielen und sich "auf lange Sicht in der Kreisklasse etablieren". Bei der Abstimmung für den Posten des Trainers fiel die Entscheidung auf Manuel Meckl aus Eslarn, der bereits in der eben zu Ende gegangenen Saison die Pfrentscher trainierte.

Trainingsstart am 24. Juni


Bei den Spielen wird ihm Norbert Steckermeier (TSV) als Betreuer der neuen ersten Mannschaft zur Seite stehen. Einig sind sich die Fußball-Abteilungsleiter Bernhard Meckl (TSV) und Preßl auch, durch ihre Nähe zu den Mannschaften "um bei Problemen gemeinsam nach Lösungen zu suchen". Trainingsstart ist am Freitag, 24. Juni, um 19 Uhr, auf dem SV-Sportplatz.

Ich bin froh, dass es geklappt hat, und ich werde alles tun für diese neue Gemeinschaft.Josef Eschenbecher, Vorsitzender des SV Pfrentsch
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