Blick in den Gemeindewald von Waidhaus
Mehr Licht vor der Hölle

Vermischtes
Waidhaus
21.06.2016
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Harvester & Co. genießen in der Bevölkerung gewöhnlich keinen sehr guten Ruf. Von einem wichtigen und gelungenen Einsatz im Gemeindewald konnten sich Markträte und Verwaltung nun überzeugen.

Ausgedehnte Wälder prägen die Randgebiete der Marktgemeinde Waidhaus. Mit kaum sieben Hektar Fläche nimmt sich der gemeindeeigene Wald hingegen nicht nur im Vergleich zu anderen Gemeindewäldern in der Region mehr als bescheiden aus. Umso mehr achtet die Kommune auf ihre verbliebenen Wälder, welche sich auf zwei Standorte in den Fluren "Fischbrücke" und "Vor der Hölle" verteilen.

Wechsel in der Betreuung


In der fachlichen Betreuung fühlt sich die Marktgemeinde bei der Forstbehörde bestens aufgehoben. Ein Ortstermin mit Bürgermeisterin Margit Kirzinger war in der Flur Fischbrücke anberaumt worden, nachdem dort vor drei Jahren eine Durchforstung mittels Harvester erfolgt war. Albert Gollwitzer erklärte als einer der Geschäftsführer der Waldbauernvereinigung Eslarn/Vohenstrauß die wirtschaftliche Seite und wartete mit den damaligen Zahlen aus dem Verkaufserlös in Höhe von 7000 Euro auf.

Forstamtmann Stefan Stangl sah in der maschinellen Durchforstung des rund 45 Jahre alten Bestands eine "hochwichtige Maßnahme", da es sich um sogenanntes Fichten-Stangenholz handelte: "Damit die natürliche Entwicklung nicht stehenbleibt, sind lichtdurchlässige Kronen und gute Wurzeln erforderlich für einen sicheren Stand." Mit den Markträten freute er sich zusätzlich über das "Glück mit einem guten Holzpreis, der damals bei 102 Euro je Festmeter lag". Der aktuelle "Einschlagstopp" bestehe nur bis sich der Preis wieder ansprechender gestalte.

Weiter ging es mit der Exkursion dann direkt "vor die Hölle", Das zweite Gemeindewaldstück trägt seit Urzeiten diese Bezeichnung. Hier liegen die Besitzungen der Marktgemeinde beidseits der Staatsstraße am Ortsausgang von Pfrentsch in Richtung Eslarn. "Der hier deutlich ältere Wald sollte allmählich geerntet werden", empfahl Stangl. Nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Preissituation wurde eine nochmalige Durchforstung vereinbart.

Konkret wies der Privatwaldberater vom Forstrevier Vohenstrauß auf die vor rund zehn Jahren gepflanzten Buchen und Tannen hin, welche dem Boden mehr Licht gäben. Dieser Zustand fand Gefallen bei den Markträten. Relativ zügig ist in der Zukunft eine Wegnahme des alten Baumbestands beabsichtigt, um die Flächen letztlich in einen Mischwald aus Buche, Tanne und Fichte umzubauen.
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