Brummifahrer bei Waidhaus auf Abwegen
Gefährliche Einkaufstour

Die wenigsten Radfahrer und Fußgänger beachten das Ende des Geh- und Radwegs wegen der Autobahnausfahrt. Bürgermeisterin Margit Kirzinger sucht händeringend nach einer Lösung, um weiteren Unfällen vorzubeugen. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
06.06.2016
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Wer die Autobahn bei Waidhaus verlässt, sollte stets auf der Hut vor Fußgängern sein, die hier immer häufiger über die Aus- und Einfahrten huschen. Die Gemeinde will die gefährliche Situation nicht länger hinnehmen und geht in die Offensive.

Ein Trampelpfad neben der Straße zwischen den beiden Autobahnanbindungen zeugt von der hohen Benutzung. Es handelt sich hauptsächlich um Lkw-Fahrer. Vor den Toren des Grenzmarkts lassen sich längere Lenkpausen durch das geräumige Parkplatz-Areal rund um das Binnenzollamt relativ einfach mit Einkaufsgängen in den Supermarkt "Netto" verbinden.

Dass kein offizieller Gehweg für diese rund 250 Meter lange Strecke existiert, interessiert die Brummilenker nicht. Sie kennen ihr Ziel, auch wenn hierfür zunächst die steile Straßenböschung erklommen werden muss - und es danach nur auf dem besagten Trampelpfad bis zur Brücke über die Autobahn weitergeht. Wenigstens etwas "Komfort" bietet die Überquerung der A 6 durch die Leitplanke und das zwischen Fahrbahnen und Geländer befestigte Wegstück. Kaum passiert, führt wieder nur ein Trampelpfad weiter bis zum Ortseingang, wo endlich ein richtiger Gehweg die Ankömmlinge aufnimmt.

Auf ihrer Besorgungstour bewegen sich die Nutzer nicht nur stets direkt neben der vielbefahrenen Staatsstraße zwischen Pfrentsch und Waidhaus. Brenzlige Situationen ergeben sich durch die unumgängliche Querung der Autobahnaus- und -einfahrten. Die einzige Zufahrt zum Waidhauser Gewerbepark ist eine weitere Gefahrenquelle, die ebenfalls keine Vorrichtungen für eine Nutzung durch Passanten bereithält.

Risiko für Radfahrer


Soweit verhält sich der Ist-Zustand, den die Marktgemeinde aber nicht mehr länger dulden will und deshalb auf eine bauliche Lösung drängt. Keinesfalls sollen dort noch mehr Unfälle passieren. Zumal es nicht nur um Fußgänger, sondern auch um die steigende Zahl von Radfahrern geht, welche die Staatsstraße längst als asphaltierte Abkürzung anstatt des Bockl-Radwegs für sich entdeckt haben. Zumal die Benutzung der Straße ebenso für die zunehmende Bevölkerung im Ortsteil Pfrentsch bei Gebrauch des Fahrrades wesentlich einfacher ist als die nur forstüblich geschotterte und längere Route der ehemaligen Bahntrasse.

Zwei Unfälle ereigneten sich im Mündungsbereich der Autobahn bereits, wobei eine Radfahrerin schwerste Verletzungen erlitt. Und von vielen weiteren kritischen Situationen darüber hinaus weiß auch Bürgermeisterin Margit Kirzinger.

Mit einem Brief an das bayerische Innen- und Verkehrsministerium informierte sie nun über die gefährlichen Zustände rund um die Ausfahrt Eslarn/Waidhaus. Eindringlich bittet sie dabei um Unterstützung: "Es sollte doch möglich sein, hier eine Lösung zu finden, mit der die Sicherheit unserer ungeschützten Verkehrsteilnehmer garantiert ist."

Bereits vor etlicher Zeit hatte der Trägerverein der ökumenischen Autobahnkirche auf den Bau eines kombinierten Geh- und Radwegs entlang der Staatsstraße bis nach Pfrentsch gedrängt. Das Ansinnen wurde jedoch damals als nicht realisierbar abgeschmettert. Die Bürgermeisterin hat mittlerweile Mitstreiter auf ihrer Seite. Viele Pfrentscher und Waidhauser hat sie mit ins Boot geholt. Auf offene Ohren stieß Kirzinger ebenso bei Landtagsabgeordneter Annette Karl, die sofort ein themabezogenes Gespräch mit Staatssekretär Gerhard Eck für Mittwoch, 29. Juni, einfädelte.

Abgeordnete schreibt Brief


Nachdruck verlieh dem Waidhauser Anliegen außerdem Landtagsabgeordnete Petra Dettenhöfer, die direkt Staatsminister Joachim Herrmann mit einem Schreiben um Mithilfe bat.

Es sollte doch möglich sein, hier eine Lösung zu finden, mit der die Sicherheit unserer ungeschützten Verkehrsteilnehmer garantiert ist.Bürgermeisterin Margit Kirzinger
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