Burkhardsriether Kirchturmglocken werden saniert
Schwerer Drahtseilakt

Arbeiter einer Spezialfirma sorgten für einen reibungslosen Abbau der Glocken hoch oben im Kirchturm.
Vermischtes
Waidhaus
21.10.2016
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In Burkhardsrieth beginnt die "staade Zeit" schon vor dem ersten Advent. Die Kirchturmglocken der Pleysteiner Expositur St. Nikolaus werden bis Weihnachten verstummen.

Burkhardsrieth. An den im Jahr 1952 gegossenen Glocken hatte Diözesanarchitekt Gerhard Hackl aus Regensburg um Ostern an den Gusshalterungen Haarrisse entdeckt, die aufgrund des Gewichts ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellten. Angesichts des Klangbilds und der Haltbarkeit riet Hackl bereits damals zum Neubau eines Glockenstuhls aus Eichenholzbohlen mitsamt einer modernen Läuteanlage und elektronischer Steuerung. Die Kirchenverwaltung rang sich zu dieser Maßnahme durch und erteilte den Auftrag zum Bau eines neuen Glockenstuhls der Fachfirma aus dem Bayerischen Wald.

Vor dem Abtransport der Glocken musste eines der beiden Schallfenster hoch oben im Kirchturm mit Meißel und Hammer verbreitert werden. Die Schläge waren weithin zu hören. Die Beschädigung der Mauer hielt sich aber in Grenzen. Kirchenpfleger Wolfgang Bauriedl aus Pfrentsch hatte das Projekt im Detail vorbereitet.

Arbeiten im Glockenstuhl


Dann war der große Tag gekommen. Die Arbeiter der Spezialfirma Lang & Gruber aus Röhrenbach im Landkreis Freyung-Grafenau trafen am Vormittag ein. Ein Kipper stand bereits für die Zwischenlagerung, dazu kam später noch ein Autokran. Überwiegend verborgen verliefen hoch oben im Glockenstuhl die aufwendigsten Arbeiten. Es galt, alle drei Glocken möglichst schonend aus ihrer Verankerung zu lösen und auf dem Boden der Glockenstube für den großen Abwärtstransport zwischenzulagern.

Seilzug aus Stahl


Die Arbeiter bewältigten diese Aufgabe mit einem Seilzug. Die Schwergewichte wurden mit Stahlseilen herabgelassen. Außen wartete bereits ein Kranarm, an den die Glocken übergeben wurden. Die massigen Gewichte der beiden größeren Glocken mit 600 und 800 Kilogramm schienen sich förmlich in Luft aufzulösen. Zentimetergenau passten die Glockenränder durch die Mauerausbrüche. Ohne Probleme klappte die Zwischenlagerung auf dem Kipper.

In der Glockenstube verblieb nur mehr die kleinste Vertreterin des Geläutes, da an jener keine Mängel festgestellt wurden. Noch am gleichen Tag fuhr ein Spezial-Tieflader der Firma Lachenmeyer aus Nördlingen vor, der nach dem Verladen der Glocken den Transport nach Schwaben übernahm.

Mit der Behebung der Schäden an den Durchzugsbalken am Boden der Glockenstube ist Josef Rauch junior von der Schreinerei Bannerweber aus Waidhaus beauftragt worden. Die Burkhardsriether dürfen mit einer Rückkehr der Glocken kurz vor Weihnachten rechnen. Das erste Mal könnte die neue Technik mit den restaurierten Glocken dann an Weihnachten in Betrieb gehen.
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