Dauerbrennpunkt Flüchtlinge
Flüchtlingswelle beschert der Bundespolizei in Waidhaus viel Arbeit

Inspektionsleiter Uwe Landgrebe informierte den Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch über die aktuelle Lage der Dienststelle. Bild: hfz
Vermischtes
Waidhaus
18.12.2015
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Die Flüchtlingswelle beschert der Bundespolizei in Waidhaus viel Arbeit. Ständig müssen Asylbewerber registriert werden. An manchen Tagen sind es bis zu 100.

Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch und die Waidhauser Bürgermeisterin Margit Kirzinger ließen sich bei einem Besuch der Bundespolizeiinspektion Waidhaus auf dem Laufenden halten. Grötsch, der vor seiner Wahl zum Abgeordneten in Berlin als Polizist bei der Polizeiinspektion Fahndung (PIF) in Waidhaus für Sicherheit sorgte und nun dem Innenausschuss des Parlaments angehört, liegen daher die Sicherheitsbehörden in der Region besonders am Herzen.

Über 2000 Migranten


Der Inspektionsleiter, Direktor Uwe Landgrebe, und sein Stellvertreter, Erster Polizeihauptkommissar Wolfgang Franz, gaben den Gästen einen Überblick über die aktuelle Lage der Inspektion. Im Blickpunkt stand dasr Dauerthema Massenmigration. So stellten die Fahnder der Waidhauser Bundespolizei in diesem Jahr in Fernzügen bereits 1085 Migranten fest. In Fernbussen aus Passau oder München nach Berlin waren es 147 und an der Grenze 933 Migranten, die registriert und an zuständige Aufnahmeeinrichtungen weitergeleitet werden mussten. Herkunftsländer waren in erster Linie Syrien, Afghanistan, Pakistan und Irak.

Laut Erstem Polizeihauptkommissar Martin Roth, Ermittlerchef der Bundespolizei, waren die Kollegen bei der Bekämpfung der Schleuserkriminalität äußerst erfolgreich. 90 Schleusungen mit über 700 geschleusten Ausländern wurden aufgedeckt. "Zahlreiche Schlepper sitzen in Untersuchungshaft", sagte Roth. An manchen Tagen war die Waidhauser Behörde mit 50 bis 100 Geschleusten pro Tag konfrontiert.

Inspektionschef Landgrebe lobte die Waidhauser Bürger für die Unterstützung. Sie hätten bei menschenunwürdigen Lkw-Schleusungen entscheidende Hinweise zur Ergreifung der skrupellosen Schlepper geliefert. Aber auch die Gemeinde, wohltätige Einrichtungen und örtliche Geschäfte hätten schnell und unkompliziert geholfen, wenn es darum ging, den Migranten Infrastruktur wie Sitzgelegenheiten zur Verfügung zu stellen, oder sie mit Essen oder medizinisch zu versorgen.

MdB Grötsch, selbst ein Waidhauser, führt dies darauf zurück, dass Hilfsbereitschaft ein Markenzeichen der Waidhauser Bürger sei. Zur Arbeit der Bundespolizei ergänzte Bürgermeisterin Kirzinger: "Ihre Arbeit findet hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung, in deren Mitte Ihre Behörde tief verwurzelt ist."

Viele Beamte abgeordnet


Die Massenmigration an der Grenze zu Österreich habe unmittelbare Auswirkungen auf den Personalstand der Inspektion, bedauerten Landgrebe und Franz. So unterstützen turnusgemäß bis zu 30 Beamte die Einsatzkräfte in München, Passau und Rosenheim. "Der Fokus der Bundespolizei liegt zwar derzeit an der Südgrenze Deutschlands, die Kriminalität an der Ostgrenze wird dadurch aber nicht weniger. Das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren", resümierte Abgeordneter Grötsch und versprach, sich weiter für die Belange der Bundespolizei einzusetzen. Die erfolgreiche Dienststelle an einer der europäischen Hauptverkehrsadern dürfe nicht durch dauerhafte Abordnung an Brennpunkte und mangelnde Stellennachbesetzung "schleichend ausbluten".
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