Ehemaligen Einwohner von Altzedlisch feiern Heimattreffen
Tief drin im Böhmerwald

Heimatbetreuerin Sieglinde Wolf bedankte sich bei der Generalsekretärin des Sudetendeutschen Rates, Christa Naaß (Mitte), mit einem Präsent für die Übernahme der Festansprache. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
07.07.2016
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Die ehemaligen Einwohner von Altzedlisch und ihre Nachkommen trafen sich wieder einmal in der alten böhmischen Heimat. Dabei stand ein Ehrengast im Mittelpunkt.

Altzedlisch. Marktbetreuerin Sieglinde Wolf aus Nabburg gelang es, ein prächtiges Ereignis auf die Beinen zu stellen. Seit jeher nehmen die Angehörigen aus dem früheren Kirchsprengel dieses Heimattreffen gerne in Anspruch, so dass es immer zu einem Wiedersehen für einen ganzen Landstrich im ehemaligen Sudetenland gerät.

Die Kirche präsentierte sich wunderbar geschmückt und am Eingang empfingen Blumen die Gäste. Autokennzeichen aus ganz Deutschland kündeten im weiten Rund um das Gotteshaus von der Bedeutung der Veranstaltung. Ein herzliches Wiedersehen markierte das Aufeinandertreffen bereits beim Aussteigen und setzte sich im Kircheninnern fort.

Der Gottesdienst am Vormittag zum Patrozinium der beiden tschechischen Nationalheiligen, Prokop und Ulrich, war der festliche Auftakt. Mit beiden Jahrestagen beschäftigten sich die Ehrengäste, Organisatoren und Geistlichen in den Ansprachen. Während Pater Franz Sigmund selbst zu den Landsleuten zählt und Altzedlisch (Stare Sedliste) von Monsignore Vaclav Vojtisek seelsorgerisch betreut wird, feierte auch Pfarrer Georg Hartl die Messe im Egerland mit.

Heimliche Nationalhymne


Aus Waidhaus kam ergänzend die musikalische Mitfeier durch eine Abordnung des Musikvereins um Bernhard Kretschmer und Franz Rauch. Gekleidet in festliche Tracht spielten die Musikanten das "Tief drin im Böhmerwald" als auserkorene Nationalhymne, wobei die Gottesdienstteilnehmer kräftig alle Strophen mitsangen. So manchem Augen entwischte spätestens dabei die eine oder andere Träne.

Als besonderer Ehrengast stand Christa Naaß im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Sie war 19 Jahre bayerische Landtagsabgeordnete und ist seit 2013 Mitglied des Bezirkstags Mittelfranken sowie Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten. Für ihre Teilnahme gab es jedoch zwei andere entscheidende Gründe. Denn seit 2014 ist sie die Generalsekretärin des Sudetendeutschen Rates und ihre Eltern stammen aus Tachau.

Wolf bedankte sich fürs Kommen und die Übernahme der Festansprache mit einem Präsent am Ende des Gottesdienstes. Auch wenn es draußen kräftig regnete, versammelte sich eine große Schar, um den Ständchen der Musikanten am Kirchenportal im weiten Rund nochmals zu lauschen. Dazu entwickelten sich weitere Gespräche, die vor allem von der Freude des Wiedersehens geprägt waren.

Zum Festprogramm gehörte im Anschluss ein gemeinsames Mittagessen der Teilnehmer im Schulgebäude von Altzedlisch und am Nachmittag ein gemütliches Beisammensein in der Eingangshalle der Schule.
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