Forstbetriebsgutachten für Waidhauser Gemeindewald
Schutzfunktion des Walds stärken

Stefan Stangl (links) betreut den Waidhauser Gemeindewald. Zusammen mit Forstdirektor Gerhard Hösl präsentierte er Bürgermeisterin Margit Kirzinger und Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl (von links) den neuen Forstbetriebsplan für Waidhaus.
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Waidhaus
18.11.2016
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(fjo) Der Gemeindewald ist nur noch rund sieben Hektar groß. Das liegt vor allem am Verlust des "Bürgerwaldes" jenseits der Grenze nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein neues Forstbetriebsgutachten plant für die kommenden 20 Jahre. Mit Forstamtmann Stefan Stangl, übergab Forstdirektor Gerhard Hösl das dennoch umfangreiche Werk an Bürgermeisterin Margit Kirzinger und Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl.

Markus Fritsch vom Forstbüro Ostbayern hatte die Daten erhoben. Sie sind Grundlage für die weitere Bewirtschaftung durch die Kommune mit Hilfe des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Der Nadelholzanteil beträgt 76 Prozent, davon sind 64 Prozent Fichten und der Rest Kiefern. Laubhölzer machen 24 Prozent aus, davon 1 Prozent Buchen, 4 Prozent Edellaubholz und 19 Prozent Birke, Schwarzerle, Aspe, Vogelbeere oder Weide.

Die meisten Bäume sind zwischen 41 und 60 Jahre alt. Im Vergleich der Altersklassen und Baumsorten fiel den Forstleuten auf, dass die meisten Laubhölzer noch relativ jung sind. In den höheren Altersklassen sind überwiegend Nadelhölzer zu finden. Der Gemeindewald habe einen deutlichen Vorrat an Holz, der auch durch die künftige Bewirtschaftung noch weiter angereichert wird.

Ziel solle es nun werden, optimale Massen- und Wertleistung zu erzielen, stabile Mischbestände - vor allem im Hinblick auf den Klimawandel - zu schaffen und dabei alle Waldfunktionen zu berücksichtigen. Dies bedeute, dass der Laubbaumanteil gegenüber den Nadelhölzern noch weiter erhöht werde.

Fichte bleibt Hauptbaumart


"Es sollen optimal verwertbare Sorten gepflanzt und erhalten werden", bat Hösl die beiden Vertreterinnen der Kommen. Auch wenn die Fichte weiterhin die Hauptbaumart sein werde. Auf wechselfeuchten Standorten sollen künftig Tannen und Eichen gepflanzt werden. Um dem Klimawandel gerecht zu werden, sei der Anteil von Buche und Douglasie zu erhöhen. Zur nachhaltigen Erfüllung aller Waldfunktionen solle ausreichend Laubholz beigemischt werden, die bereits gepflanzten Edellaubhölzer müssten weiter gepflegt werden. Die Zusammenarbeit mit dem AELF sei auch für einen kleinen Wald die richtige Entscheidung, meinte Kirzinger. "Nur so ist eine zufriedenstellende Bewirtschaftung möglich, die alle Funktionen des Walds berücksichtigt."

Mit regelmäßigen Einnahmen aus dem Gemeindewald sei aufgrund der Flächenstruktur und Größe nicht zu rechnen: "Das ist aber auch nicht das oberste Ziel der Kommune." Viel wichtiger sei ihr, mit der Umsetzung des neuen Forstbetriebsplans die Schutzfunktion des Walds zu stärken und nachhaltig für die Zukunft gerüstet zu sein. Bei der Waldbegehung brachte Stangl den teilnehmenden Markträten die Formen der Waldbewirtschaftung näher.
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