Gebäude in Reichenau nicht Einsturz gefährdet
Erhaltenswerter „Feiler-Stodl“

Der "Feiler-Stodl" datiert zwischen 1830 und 1832. Dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege liegt der Erhalt des Gebäudes mitsamt seinem böhmischen Granitgewölbe sehr am Herzen. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
10.10.2016
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"Feiler-Stodl" ist die gebräuchliche Bezeichnung für den Komplex aus Stallung, Scheune und Anbauten inmitten von Reichenau. Momentan stellt sich die Frage: Abreißen und einer neuen Nutzung zuführen? Daran scheiden sich noch immer die Geister.

Reichenau. Das nun vorliegende Ergebnis der durch den Waidhauser Marktrat in Auftrag gegebenen Untersuchungen ist eindeutig: Trotz erheblicher Feuchte- und Statikschäden sei das Gebäude nicht Einsturz gefährdet und könne mit relativ geringen Mitteln saniert werden.

Bürgermeisterin Margit Kirzinger informierte die Bevölkerung in einer Ortsteilversammlung über die Ergebnisse des dendrochronologischen Gutachtens durch das Büro Oliver Lindauer aus München. Der gesamte Stadel sei demnach zwischen 1830 und 1832 erbaut.

"Nach einem Gespräch mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege wurde daraufhin schnell klar, dass der gesamte Komplex erhaltenswert ist und nicht teilweise abgebrochen werden darf, wie früher immer angenommen", erklärte die Rathauschefin. Details aus der zusätzlich in Auftrag gegebenen statischen Untersuchung aller offensichtlichen Schäden und zur Statik des Bauwerks durch das Büro ALS aus Amberg übernahm Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl. Anhand von Plänen und Fotos erhielten die Bürger eine umfangreiche Übersicht zum aktuellen Schadensbild.

Nutzungskonzept erarbeiten


Für den Umfang der neu anzusetzenden Sanierung wäre allerdings eine langfristige Nutzung zwingende Voraussetzung. Die Art dieser künftigen Verwendung solle mit einem Architekten und der Dorfgemeinschaft erarbeitet werden. Dabei solle ein Nutzungskonzept "von den Bürgern für die Bürger" entstehen. Deshalb werde die Gemeinde im nächsten Schritt ein Architekturbüro beauftragen, das Verwendungsmöglichkeiten vorschlägt und mit der Dorfgemeinschaft erarbeitet.

Das Landesamt für Denkmalpflege werde eng in die Ausarbeitung mit eingebunden und habe auch schon eine finanzielle Unterstützung der Architektenkosten in Aussicht gestellt.

Mehrten sich bereits während des Informationsblocks die Unmutsäußerungen bei den Zuhörern untereinander, so geriet die anschließende Diskussion noch kontroverser. Auch die anwesenden Markträte waren sich zu diesem Thema nicht einig. Einige Zwischenrufe forderten den Abriss "als beste künftige Nutzung", was auch die Abfuhr von Langholz im Ortsteil erleichtern würde.

Auf der Suche nach Lösungen schlug die Bürgermeisterin den Erhalt des böhmischen Gewölbes im ehemaligen Stall als Raum für eine "Zoiglstube" vor. Einige Bürger konnten sich eine Unterbringung der Feuerwehr und eine dauerhafte Ausstellung zur Reichenauer Geschichte vorstellen. Zur Nachfrage der Umsetzung und Finanzierung antwortete Kirzinger mit dem Ziel einer "mittelfristigen Sache", sobald die künftige Nutzung geklärt sei und der Umfang der Sanierung feststehe. Entsprechende finanzielle Mittel müssten dann auch im Marktrat bereitgestellt und eventuelle Fördertöpfe ausgeschöpft werden.

Ideen sammeln


Die Rathauschefin bat die Teilnehmer abschließend, sich bis zur nächsten Ortsteilversammlung "schon einmal Gedanken" über eine künftige Verwendung des Stadels zu machen. Eine Sammlung der Ideen werde dann im kommenden Jahr mit einem Architekten stattfinden.
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