Großeinsatz der Schleierfahnder
Massiver Schleier am Ulrichsberg

Die Schleierfahnder guckten in 400 Motorräume und Heckklappen. Dreimal fanden sie kleinere Mengen Haschisch und Amphetamine. Wenig Ertrag, aber das war auch nicht Sinn der Aktion: "Wir wollen auch Präsenz zeigen", sagt Pressesprecher Marco Müller. Bilder: Herda (2)
Vermischtes
Waidhaus
16.03.2016
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Das ist mal eine verschleierte Aktion: Per Alarmierung wird auch die Presse erst in letzter Minute vom Großeinsatz am Parkplatz Ulrichsberg an der A6 informiert.

Waidhaus/Ulrichsberg. Man sieht sie verstohlen neben Autobahneinfahrten, versteckt unter Brücken. Aber so sieht man die Schleierfahnder der bayerischen Landespolizei nur selten: als geballter Zug, 60 Polizisten in gelben Warnwesten und mit Wollmützen gegen den strammen böhmischen Wind gewappnet - dazu einige Bundes-Kollegen und Unterstützung aus Tschechien.

Wer am Mittwoch zwischen 10 und 14 Uhr auf der A6 Richtung tschechische Grenze unterwegs war, sah kurz vorm Parkplatz Ulrichsberg das Blaulicht der Einsatzfahrzeuge. Der gesamte Verkehr wurde durch das Nadelöhr Parkplatz geleitet - erfahrene Fahnder sortierten aus: links ran zur Kontrolle oder geradeaus weiter zurück auf die Autobahn.

400 Fahrzeuge kontrolliert


"Wir haben rund 400 Fahrzeuge kontrolliert", sagt Marco Müller, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Das Resultat: "Drei Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz - kleinere Mengen Haschisch und Amphetamine", resümiert der Hauptkommissar, "vier Drogenfahrten, eine Handvoll Fahndungstreffer bei Personen, deren Ausweis ausgeschrieben ist - ein Butterflymesser, ein verbotenes Radarwarngerät."

Und ein Japaner ohne Pass. Wie das, ein Flüchtling aus Fernost? "Nein, das sicher nicht, Prag-München ist eine beliebte Touristenlinie, aber es ist dennoch ein Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz." Die Aktion ist kein von München angeordnetes Fanal, um zu demonstrieren, wie Bayern die Grenze schützt: "Geplant wurde sie vom Polizeipräsidium Oberpfalz", sagt Müller, "natürlich informieren wir aber auch das Ministerium und Behörden wie Staatsanwaltschaft und Zoll."

Auch wenn nicht die ganz dicken Fische ins Netz gingen, für Einsatzleiter Thomas Hecht von der PI Furth im Wald ist die konzertierte Kontrollorgie dennoch ein gelungenes Unternehmen: Ob Drogendealer, Einbrecher oder organisierte Kriminalität, "wir können unser Gegenüber ein wenig verunsichern, wenn wir zu atypischen Zeiten massiv auftreten." Beispiel Crystal: "Der Schwerpunkt des Grenzverkehrs hat sich zuletzt etwas von Furth nach Waldsassen verlagert." Die Schmuggler - ob Konsumenten oder Dealer - suchten neue Wege. "Ein Phänomen ist der Konsum gleich vor Ort", nennt Hecht eine Vorsichtsmaßnahme. Doch auch die tschechische Polizei habe, regional unterschiedlich, den Fahndungsdruck erhöht: "Einige Vietnamesenmärkte wurden geschlossen, einige Konzessionen entzogen."

Ricos Riecher


Nach dem ersten Drogenfund darf endlich auch Rico aus seinem Käfig im Heck eines Polizeikombis. Hundeführer Emanuel Messer hält den Deutschen Schäferhund als ganz normalen Familienhund. "Er ist daheim noch nie geärgert worden, deshalb gab's noch nie Probleme", erklärt der Amberger Polizist. Jetzt aber hat er leichte Probleme, das Tier unter Kontrolle zu halten - Rico ist aufgekratzt. Gelingt ihm sein erster Coup in seiner fünfjährigen Karriere?
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