Heimatkundlicher Arbeitskreis Waidhaus
Suche nach Kanonenkugeln

Im Heimatkundlichen Arbeitskreis haben Vorsitzender Andreas Ringholz (links) und Heimatforscher Karl Ochantel begonnen, gefundene Kanonenkugeln zu registrieren. Sie bitten die Bevölkerung um Mithilfe. Bild: fjo
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Waidhaus
23.03.2016
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Der Dreißigjährige Krieg hat an der Grenze viele Spuren hinterlassen. Der Heimatkundliche Arbeitskreis Waidhaus macht sich nun auf die Suche nach ganz besonderen Fundstücken.

Die Angst ums nackte Überleben beherrschte vor 400 Jahren jeden Tag an der Grenze nach Böhmen. Mit großflächig angelegten Erdwällen und Gräben versuchten sich die Menschen und ihr Land zu schützen. Dann kamen die Heerscharen und überrollten die Region immer wieder. Der Dreißigjährige Krieg wollte einfach kein Ende mehr nehmen.

Längst vergessen ist diese Schreckenszeit aus den Erzählungen und mündlichen Überlieferungen der Bevölkerung. Was jedoch immer noch daran erinnert, sind die Überreste der Schanzen. Hin und wieder tauchten auch Fundstücke in den Waidhauser Fluren auf. Während auf tschechischer Seite in den vergangenen Jahren durch die Karls-Universität Prag bereits mehrmals Ausgrabungen und auch Sondagen bei den Schanzanlagen liefen, blieben Forschungen auf Oberpfälzer Seite bislang meist Hobbyarchäologen und Heimatkundlern überlassen.

Anfrage ans Denkmalamt


Die Experten in Tschechien fanden und lokalisierten bereits Hunderte von Musketen- und Kanonenkugeln. "Ob überhaupt und wann auf deutscher Seite etwas passiert, ist fraglich", greift Andreas Ringholz, Vorsitzender des Heimatkundlichen Arbeitskreises (HAK), das Thema nun auf. "Ich werde demnächst das Ganze aufrollen und zusammen mit dem Kreisheimatpfleger eine erneute Anfrage an das Landesamt für Denkmalpflege richten."

Einer Bitte seines Freunds und Kollegen Dr. Pavel Hrncirík wollte er aber bereits jetzt entsprechen: "Die Suche nach Kanonenkugeln von 1621." Die Kriegsereignisse zwischen Waidhaus und Roßhaupt im Sommer 1621 hätten in diesem Raum viele Spuren hinterlassen. "Dazu zählen auch Kanonenkugeln, die während der zwei Monate dauernden Kämpfe in großen Mengen verschossen wurden. Funde dieser Art sind in der Gegend von Waidhaus und Roßhaupt daher nicht ganz selten."

Mit seinen Mitstreitern geht Ringholz davon aus, dass auch manche Waidhauser über die Jahre hinweg auf ihren Grundstücken und Feldern Kanonenkugeln gefunden haben, und bis heute zu Hause aufbewahren. "Helfen Sie uns, mehr über die Ereignisse von 1621 zu erfahren, indem Sie uns einige Angaben über diese Kanonenkugeln mitteilen." Es zähle nämlich jeder Fund dieser Art, jede einzelne Kanonenkugel stelle ein weiteres kleines Stück im großen Puzzle der Ereignisse von 1621 dar. Eventuelle Besitzer werden gebeten, den Durchmesser der Kugeln zu messen und sie auf einer Küchenwaage zu wiegen. Helfen würde im ein Foto, versehen mit Angaben über den Fundort, etwa als Skizze. Die Resultate nimmt Ringholz per E-Mail an andreas.ringholz@t-online.de entgegen.

Erlaubnis nötig


Noch zwei Sachen sind Ringholz wichtig: "Jeder darf seinen Fund behalten." Und zum Zweiten: "Die Sondagen und Ausgrabungen in Tschechien wurden mit offizieller Erlaubnis getätigt. Auch in Bayern ist das Suchen mit Detektor oder gar Graben auf Bodendenkmälern nur mit ausdrücklicher Erlaubnis legal. Bei Zuwiderhandlungen können hohe Geldstrafen verhängt werden."

Im Prinzip seien die Fundstück ohne Wert. "Lediglich Art, Kaliber, ob deformiert oder nicht, und vor allem der Fundort sind wichtig für unsere Erhebungen." Wer keine Bilder machen kann oder will, darf sich auch einfach bei Ringholz melden, dann erledigt er das Messen und Wiegen sowie das Fotografieren.
Helfen Sie uns, mehr über die Ereignisse von 1621 zu erfahren, indem Sie uns einige Angaben über diese Kanonenkugeln mitteilen.Aufruf von Andreas Ringholz
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