Heimattreffen der ehemaligen Roßhaupter
Zurück zu den Wurzeln

2012 stellten unter anderem Detlef König und Pfarrer Georg Hartl (von rechts) den Roßhaupter Friedhof wieder her. Beim nächsten Treffen der Ehemaligen in ihrer alten Heimat kommt dieser Aktion eine sehr große Bedeutung zu. Archivbild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
26.08.2016
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Ein Brief aus Germering bereitet Helga und Heribert Kett große Freude. Das Vohenstraußer Ehepaar hatte in den vergangenen Jahren mit großer Zuverlässigkeit und Akribie die Heimattreffen der ehemaligen Roßhaupter organisiert. Das Schreiben sorgt für neuen Schwung.

Roßhaupt/Waidhaus. Sandy Bronson, Mary Struffert, Sharon Moenkhaus und Jim Hummer sind auf den ersten Blick sicherlich keine Namen, die jemand auf Anhieb mit einem sudetendeutschen Heimattreffen zusammenbringen würde. Wer dachte, die regelmäßigen Zusammenkünfte - mal jährlich, mal in größeren Abständen - würden mit der Zeit ihren Reiz verlieren, dürfte heuer eines Besseren belehrt werden.

Intensive Forschung


Der Adressat, Dr. Günter Zeidler, nahm selbst hin und wieder an den Treffen im Gasthof "Alte Post" oder im Frankenreuther Schützenhaus teil. Zumal sich der Wissenschaftler gerne und intensiv mit der Familienforschung im ehemaligen Böhmerwald beschäftigt. Dabei stieß Dr. Zeidler auch auf Auswanderer aus Roßhaupt, die es vor sehr langer Zeit über den "Großen Teich" in die USA zog. In langwieriger Suche hat er einige Nachkömmlinge ausfindig gemacht. Vier davon sagten nun zu, eine Reise zu den Wurzeln ihrer Vorfahren im böhmisch-bayerischen Grenzraum anzugehen.

Am Montag, 3. Oktober, ist es dem US-Quartett möglich, in Waidhaus zu sein. Alle vier sind Nachkömmlinge von Auswanderern aus Roßhaupt, die in der Ehe von Theresia Wagner (geboren 1845 im Anwesen "Hansthoma") und Michael Hummer (geboren 1841, Hausnummer 68) ihre Wurzeln haben. Dr. Zeidler kam bei seinen Nachforschungen über die Familie Salfer ("Annesbauern") ein entscheidender Grund zugute: "Alle vier US-Bürger haben sich gleichfalls intensiv mit der Geschichte ihrer Vorfahren in Roßhaupt beschäftigt und können uns sicher interessante Ergebnisse zeigen."

Und schon hatten die Ketts einen Termin für ihr Heimattreffen. "So eine Gelegenheit darf man sich schließlich doch keinesfalls entgehen lassen." Je mehr Ehemalige zwischenzeitlich davon erfuhren, desto größer wird das Interesse am Wiedersehen. Es startet gegen 14 Uhr bei Kaffee und Kuchen im Gasthof "Alte Post". Danach geht es in die alte Heimat, wo der Besuch historischer Stätten dieses Mal gewiss unter völlig anderen Vorzeichen und Gegebenheiten ablaufen wird. Auf dem Programm stehen eine Besichtigung von Kirche, Ortsmitte und Friedhof.

Grabsteine gesucht


Erst 2010 hatte eine kleine Gruppe um den Waidhauser Pfarrer Georg Hartl begonnen, auf dem Areal nach Grabsteinen zu suchen. Viele Inschriften sind noch sehr gut erhalten, außerdem wurden die Steine 2011 ordentlich zusammengestellt. Dabei fanden die Helfer noch einen Grabstein. Er trägt die Inschrift "Paul Lang, Ökonom von Ströbl 18, geboren am 26. September 1856, verstorben 1919".

Nachdem auch das zentrale Holzkreuz zwei Mal mit Holzschutzmittel eingelassen wurde und regelmäßig mit einem kleinen Gesteck verziert wird, kann sich der Ort seit 2012 wieder sehen lassen. "Es wird sicher niemals so ein gepflegter Friedhof werden, wie in Neuhäusl (Novy Domky) oder Plöß (Ples), aber sicher ein Ort, an dem man eine kleine Rast machen und die herrliche Landschaft genießen kann", fasste Karlheinz Zintl zusammen.

Dr. Zeidler wird mit seinen Gästen aus Nordamerika dann noch bis nach dem Abendessen bleiben, bevor es wieder Richtung München geht. Der Historiker ist ein Cousin von Ortsbetreuerin Helga Kett, die 1944 in Roßhaupt zur Welt kam. Bisher erwarten die Organisatoren mindestens 20 Teilnehmer.
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James Hummer aus Waidhaus | 04.09.2016 | 06:35  
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