Heimattreffen ehemaliger Roßhaupter in Waidhaus
Amerikaner auf Spurensuche

Karl-Heinz Zintl vom Heimatkundlichen Arbeitskreis und Ortsbetreuer Heribert Kett (von rechts) erlebten mit vielen Heimatfreunden die Begeisterung von James Hummer, Mary Struffert, Sharon Moenkhaus und Sandy Bronson (von rechts mit Namensetiketten) für das Land ihrer Vorfahren. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
11.10.2016
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Aus der kleinen Wiedersehensfeier entwickelte sich eine stattliche Interessengemeinschaft, nachdem "Der neue Tag", Ortsbetreuer und Heimatkundlicher Arbeitskreis über den Besuch von vier Nachfahren aus Amerika informiert hatten.

Ein Quartett aus den Vereinigten Staaten befand sich erstmals in der Heimat der Vorfahren. Die Nachfahren der einstigen Roßhaupter Familien Salfer und Zeidler mischten sich beim jährlichen Heimattreffen unter die Ehemaligen.

Idee und Initiative gingen von Dr. Jürgen Zeidler aus Germering bei München aus - ein Cousin der Roßhaupter Ortsbetreuerin Helga Kett aus Vohenstrauß. Die vier Besucher aus Minnesota sind allesamt Nachkommen von ehemaligen Auswanderern, die sich vor rund 150 Jahren über den "Großen Teich" wagten.

Kurz nach Mittag war das Gasthaus "Alte Post" voll von Interessenten und Heimatfreunden. Dr. Zeidler, der früher auch beruflich in den USA weilte, begrüßte die Zwillingsschwestern Sandy Bronson und Sharon Moenkhaus mit James Hummer und Mary Struffert. Er erklärte: "Einige der Auswanderer der Familie Salfer aus Roßhaupt hatten in Wisconsin südlich der Grenze zu Kanada ihre neue Heimat gefunden."

Gemeinsame Vorfahren


Als gemeinsame Vorfahren listete er Michael Hummer (geboren 1841 in Roßhaupt 68) und Theresia Wagner (geboren 1845 in Roßhaupt 50 mit Hausnamen "Hansthoma") auf. Auch die Familie Wagner ("Hansthoma") im einstigen Zirk 116 gehörten zu dieser Familie. Während alle betroffenen Häuser nicht mehr vorhanden sind, ermöglichten erst die modernen Kommunikationsmittel die weltweite Ahnenforschung und es konnten dadurch die Kontakte hergestellt werden.

Einen Lichtbildervortrag steuerte Hans Ferschl aus Oberviechtach bei, dessen Frau Ilse gleichfalls der Linie "Annesbauern" entstammt. Die umfassende Familienforschung reichte für die "Wagner-Stämme" stolze 400 Jahre zurück. Dazu gehörten später die Familien Wagner, Hummer und Deglmann. In der Roßhaupter Heimatchronik lassen sich hierzu die Hausnamen "Hansthoma", "Hummler", "Richter-Anesn", "Guasl" oder "Schneiderbauern" nachlesen.

Bei Kaffee und Kirchweihkuchen versuchten viele Teilnehmer danach ins Gespräch mit den Gästen aus Übersee zu kommen. Danach ging es zu einem Abstecher ins nahe Rozvadov. Pfarrer Georg Hartl aus Waidhaus erzählte den vielen Teilnehmern von der Entstehung der Dorfkirche bis hin zur renovierten Gedenkstätte. Mit Gebet und Gesang verweilte die Schar im Kircheninnern, in dem so mancher der Teilnehmer getauft worden war. Strömender Regen begleitete die Besichtigung des Friedhofs.

Wieder zurück in Waidhaus gehörte die Aufmerksamkeit dann Mary Struffert, die ihren Diavortrag in Englisch präsentierte. Die Teilnehmer bestaunten die Bilder von Segelschiffen aus der Zeit der Überfahrten, den ersten einfachen Gebäuden, Familienfotos von Hochzeiten sowie von der jetzigen Wohngegend der Nachfahren im Ort Princeton/Wisconsin.

Intensive Gespräche


Die Abendstunden mit intensiven Gesprächen in deutsch- und englischsprachigen Gruppen umrahmte Ludwig Putzer aus Miesbrunn mit dezenter Volksmusik. Die Amerikaner lauschten begeistert und hörten zum ersten Mal das gemeinsam gesungene "Tief drin im Böhmerwald".

Einige der Auswanderer der Familie Salfer aus Roßhaupt hatten in Wisconsin südlich der Grenze zu Kanada ihre neue Heimat gefunden.Dr. Jürgen Zeidler
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