„Meilensteine der Zeit“ in Waidhaus
Kunst mit Stacheldraht und Stein

Deutlich hebt sich der Standort für den künftigen "Meilenstein der Zeit" durch das quadratische Betonfundament (im Vordergrund) aus der frisch eingeebneten Fläche bei der Autobahnkirche hervor. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
08.09.2016
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Rar bestückt ist die Grenzregion mit überregional bedeutsamen Kunstwerken, gleich welcher Art. Da macht Waidhaus keine Ausnahme, erhält aber nun Zuwachs.

Sofort angetan waren Bürgermeisterin Margit Kirzinger und ihr Stellvertreter Markus Bauriedl von der Fortführung des tschechischen Projekts "Meilensteine der Zeit" auf bayerischem Gebiet. Mit ihrer Begeisterung überzeugten sie schließlich den Marktrat von einer Teilnahme.

Um was geht es? Den 700. Geburtstag Kaiser Karls IV. nahmen Bayern und die Tschechische Republik zum Anlass, eine gemeinsame Landesausstellung mit internationalem Rahmenprogramm zu veranstalten. Die Schau ist noch bis zum 25. September in Prag in der Wallenstein-Reithalle zu sehen und kommt vom 20. Oktober bis zum 5. März ins Germanische Nationalmuseum nach Nürnberg.

Tschechische Künstler


Im Begleitprogramm erhält die "Goldene Straße" zwischen den beiden Weltstädten ergänzende Bedeutung. Künstlerisch bearbeitete Monumentalsteine sollen dies entlang der Strecke verdeutlichen. Diese "Meilensteine der Zeit" werden von tschechischen Künstlern geschaffen und sind auf tschechischer Seite bereits vermehrt anzutreffen.

Im Waidhauser Marktrat fiel bereits im Frühsommer die Entscheidung zur Teilnahme an der Aktion. Mit der Anschaffung eines solchen Steins ist als "kleines Paket" die konkrete Aufnahme in die neue Übersichtskarte und die mögliche Buchung der Wanderausstellung zu Kaiser Karl IV. verbunden. Die Kosten dafür liegen bei rund 2500 Euro.

Genscher und Dienstbier


Standortwahl und Motive blieben den Waidhausern selbst überlassen. Nach Gesprächen mit den Vertretern des Heimatkundlichen Arbeitskreises fiel eine Entscheidung auf die Köpfe der beiden ehemaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Jirí Dienstbier. "Weil dieses Datum des 23. Dezember 1989 für Waidhaus ein freudiges Ereignis gewesen ist", formulierte Kirzinger.

Wegen des Falls des Eisernen Vorhangs wurden die Projektkünstler ergänzend gebeten, Stacheldraht und Bolzenschneider "mit zu verewigen". Ein Entwurf soll im Marktrat präsentiert werden. Ein Novum steigere die Spannung um das Monument, weil es nicht aus Granit sei: "Für die über Waidhaus führende 'Verbotene Straße' ist nur eine Ausführung in Sandstein möglich."

Die Wahl für den Standort fiel auf den am meisten frequentierten Platz bei der Autobahn- und Radwegkirche. In die Neugestaltung der dortigen Nepomukanlage lasse sich das neue Kunstdenkmal ideal einbinden. Direkt an der Zusammenführung beider Einfallsstraßen und unmittelbar an die Fahrbahn gesetzt, sollte der "Meilenstein der Zeit" kaum noch zu übersehen sein.

Im Zuge der Baumaßnahme wurde die benachbarte Autobahn- und Radwegekirche erstmals mit einem eigenen Wasseranschluss versorgt. Beide lokale Attraktionen sollen nach aktuellem Planungsstand in Zukunft eine gesicherte Verbindung für Fußgänger über die stark frequentierte Eslarner Straße erhalten. Ein sich deutlich heraushebender Fahrbahnbelag sei mit dem Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach bereits abgestimmt. Gleiches gilt für das unbürokratische Versetzen des großen Verkehrswegweisers, der nun im deutlichen Abstand zur Kirche und der neuen Anlage steht.
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