Neue Nutzung für alten Pfarrhof
Kleider statt Bücher

Nach Pfarrbücherei, Vereinsheim des Katholischen Frauenbunds und Eine-Welt-Laden ist das "Gartenzimmer" nun zur Kleiderkammer unter Leitung von Andrea Grötsch (Zweite von links) geworden. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
28.12.2015
88
0

In Waidhaus gibt es ein öffentliches Gartenzimmer, das allerdings mehr Saal als Raum ist. Seit dem Bau 1961 hat es schon allerhand mitgemacht. Nun gibt es erneut eine Nutzung ganz anderer Art.

In den 1950er Jahren wurde die Pfarrbücherei unter Pfarrer Martin Liedl, der von 1955 bis 1960 wirkte, gegründet. Untergebracht war sie im alten Pfarrhof. Im Angebot waren nur alte Bücher, da für neue das Geld fehlte. Benefiziat Josef Scherr (1957 bis 1960), der erste Kontakte zum St. Michaelsbund aufnahm, stellte die Einrichtung auf eine neue Grundlage. Da die Waidhauser aber den Weg zum Pfarrhof gemieden haben, kam die Bibliothek ins Untergeschoss des 1961 unter Pfarrer Karl Söllner (1960 bis 1973) gebauten Kolpingheims.

Besonderer Raum


Damit begann die Geschichte dieses besonderen Raums, der direkt an den Garten des Pfarrhofs grenzt. Von 1960 bis 1986 betreute Lehrer Gustav Böhm mit seiner Ehefrau Rosa die Bücherei. Davor waren Erna Hartung, geborene Grötsch, und Inge Kick, geborene Grünbauer, verantwortlich. Als 1987 das neue Rathaus mit Gemeindezentrum eröffnet wurde, bekam die Bücherei im Obergeschoss eine neue Bleibe unter Leitung der Geschwister Monika, Johannes und Rudolf Klug.

Doch was sollte aus dem Gartenzimmer werden? Trotz der nach Süden ausgerichteten Lage und der vielen Fenster, die viel Licht hereinlassen, fand sich lange Zeit keine Nutzung. Vielmehr wurde daraus immer mehr ein Lager für kirchliche Geräte, Festbedarf oder nicht mehr gebrauchte Möbel.

Eine wesentliche Änderung brachte schließlich die Neuausrichtung des Katholischen Frauenbunds. Dem Austausch des Vorstands durch einen Führungskreis folgte der Wunsch nach einer eigenen Bleibe, die die Damen in vielen Stunden freiwilliger Einsätze realisierten. Der Einbau einer kleinen Küche ermöglichte gesellige Treffen und bot allerlei Nutzungsmöglichkeiten. Erst nach mehreren Jahren intensiven Gebrauchs schlief das Projekt dennoch allmählich wieder ein, und erneut stand das Domizil leer. Bis Pfarrer Georg Hartl mit dem Verein "Wurzel der Liebe" und der Arztfamilie Nickl aus Eslarn 2013 eine neue sinnvolle Nutzung an Land zog. Viele Ehrenamtliche wechselten sich bei den Öffnungszeiten des "Eine-Welt-Ladens" ab.

Der durch den Frauenbund bevorzugte Eingang über eine Balkontüre erwies sich als sehr komfortabel. Gute Umsätze ließen sich obendrein verzeichnen. Erst aufkommende Personalnot bei den Freiwilligen und die Ausdehnung der Öffnungszeiten zwangen den Verein, das Angebot in die Praxis von Dr. Nickl zu verlegen.

Dieses Mal musste die katholische Kirchenstiftung nicht lange nach einer neuen Nutzung Ausschau halten. Zu sehr brannte dem Arbeitskreis (AK) Asyl bereits die Suche nach einem Raum für eine Kleiderkammer für Waidhauser Flüchtlingsfamilien auf den Nägeln. Als alle Spenden untergebracht und auf Kleiderständern sortiert waren, war das Ausmaß der vielen Gaben aus der Bevölkerung erst ersichtlich.

In Ferien geschlossen


Einmal pro Woche ist seitdem Annahme von Kleider- und Sachspenden. Damit verbindet AK-Vorsitzende Andrea Grötsch aus Pfrentsch zugleich ihre "Asylsprechstunde". Während der Ferien ist die Einrichtung geschlossen. Beginn ist wieder am Dienstag, 12. Januar, von 9 bis 10 Uhr.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.