Neues Modell in der Ausstellung des Heimatkundlichen Arbeitskreises
„Alter Grenzübergang“ erwacht

Die Freude über die Leihgabe des besonderen Werks von Jürgen Metzger (Dritter von rechts) ist bei den Mitgliedern des Heimatkundlichen Arbeitskreises um Vorsitzenden Andreas Ringholz (Dritter von links) groß. Bilder: fjo (2)
Vermischtes
Waidhaus
22.05.2016
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Nicht nur die bunte Farbenvielfalt überrascht im ersten Augenblick. Das Modell fasziniert noch mehr durch die vielen kleinen mit Liebe herausgearbeiteten Details.

Am "Alten Grenzübergang" an der Waidhauser Landstraße ist wieder Leben eingekehrt. Das Angebot ist aber eher im kleinen Ausmaß. Welch emsiges Treiben dort einmal herrschte, führt ein neues Modell deutlich vor Augen.

Die umfangreiche Ausstellung im Gemeindezentrum des Rathauses bleibt ein Renner. Mit seiner Aufarbeitung der Grenzgeschichte gelang dem Heimatkundlichen Arbeitskreis (HAK) ein Knüller - und das seit Monaten. Auf beide Stockwerke verteilt, die Foyers mit einschließend und in enormen räumlichen Ausmaßen, präsentiert die Schau wesentliche Zeitepochen lokaler Heimatgeschichte.

Zwölf Monate Arbeit


Dessen ungeachtet feilen die Mitglieder ständig an Verbesserungen und ändern das Eine oder Andere. Eine famose Ergänzung erhielt das ganze nun durch Unterstützung aus der Nachbargemeinde Eslarn. Kaum hatte Jürgen Metzger den letzten Lastwagen festgeklebt und den Malpinsel beiseitegelegt, schon trennte sich der 48-Jährige von seinem Meisterstück. Dabei hing während der vergangenen zwölf Monate sein ganzes Herzblut an der Fertigung.

Die Leihgabe nach Waidhaus hat den Vorteil, dass viele Besucher auf das neue Kleinod aufmerksam werden. Für den HAK bedeutet die Miniatur dazu eine weitere Bereicherung inmitten der oft einzigartigen Ausstellungsstücke. Metzgers Verbindungen nach Waidhaus sind vielfältig, worin letztlich die Liebe zum "Alten Grenzübergang" herrührt. Seit 22 Jahren ist er Zollbeamter und frönt dem Schützensport beim Verein "Enzian" in Frankenreuth. Hierin gründen die freundschaftlichen Kontakte zu Vorsitzendem Andreas Ringholz, der sich mächtig über das neue Ausstellungsstück freut: "Damit ist ein großes Stück der Waidhauser Geschichte auf lange Zeit erhalten."

Viele Details


Jedes noch so kleine Detail fand Berücksichtigung. Großes Augenmerk legte der Modellbauer auf möglichst hohe Authentizität seiner Werke. Da kam viel Arbeit auf ihn zu, nachdem seine Entscheidung auf die ersten Jahre nach der Grenzöffnung gefallen waren. Noch dazu musste es eine Reflektion als pulsierendes Zentrum zwischen Ost und West werden.

Modellbau der Sparte Topografie und Landschaftsnachbildungen interessieren Metzger schon seit Kindesbeinen an. Mit diesem jahrelangen Wissen konnte er das Vorhaben etwas leichter angehen. Die Sammelleidenschaft verschiedener Lkw-Modelle von beiden Seiten der Grenze kam ihm zusätzlich zugute. Ebenso die über drei Jahre währende Tätigkeit genau dort auf diesem historischen Platz.

Welcher Maßstab es werden sollte, war schnell entschieden. Die meisten Auto- und Lkw-Nachbauten in seiner Sammlung hatten die Größe von 1:87. Also musste sich auch das Drumherum danach richten. Nun lassen insbesondere jene verschwundenen Gebäude, Provisorien und die beiden Überdachungen den Platz in der Rekonstruktion wieder so wirken, wie es dort einst aussah.

Bei genauerer Betrachtung des rund ein Quadratmeter großen Werks lässt sich feststellen, dass der Bastler nicht nur auf die Stimmigkeit der Ausstattungsstücke achtete. Auch sonst hauchte er der Nachbildung Sinn ein. So bringt beispielsweise der beladene Laster mit tschechischem Kennzeichen auf der Einreisespur Schlagholz nach Bayern, während ein historischer Bus mit Touristen aus Holland nach Böhmen unterwegs ist. Oder auf der Schnellspur, die einst rechts um den Grenzübergang vorbeiführte, drängen sich die leeren Lastwagen für die Einreise.
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