Neugestaltung der Waidhauser Pfarrkirche
Kunstvoll und außergewöhnlich

Die Entwürfe von Künstler Tobias Kammerer nahmen eine lange Tischreihe ein. Kirchenpfleger Siegfried Zeug (im blauen Pullover) war ein begehrter Ansprechpartner und musste viele Fragen dazu beantworten.
Vermischtes
Waidhaus
25.01.2016
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Die barocke Sandsteinfigur rückte inmitten der Großbaustelle bereits nah an ihren künftigen Platz beim Aufgang zur Empore. Bilder: fjo (2)

Mit Leidenschaft schwärmte Siegfried Zeug bei der Vorstellung der Pläne von der Neugestaltung der Waidhauser Pfarrkirche. Wenn es so kommt, wie in den Entwürfen, wird das Gotteshaus zu einer Attraktion für die Region.

Vergleichbares gibt es weit und breit nirgends. Modern, kunstvoll und außergewöhnlich werden die Markenzeichen nach Abschluss der Maßnahme sein. Zur Raummalerei kommt ein Lichtkonzept nach dem neuesten Stand der Technik, das eine Beleuchtung in unterschiedlichen Farbgestaltungen ermöglicht. Für Ostern, Pfingsten oder Weihnachten sind dann dank LED sogar jeweils eigene Lichteinstellungen und Farben möglich.

Große Deckenfresken


Die Ausmalung nach den Entwürfen des renommierten Künstlers Tobias Kammerer soll den Stellenwert der Pfarrkirche bestimmen. Große Deckenfresken beispielsweise werden den bislang nur getünchten Putzflächen ein anderes Raumgefüge geben.

Der Sakralraum beeindruckte schon immer durch seine Architektur mit organischen Formen im Stuck und in der Raumschale. Darauf baue der Künstler. "Diese Vorgabe animiert zu diesem Entwurf, der elegant eben jene Rundungen und den Schwung aufnimmt." Am Abschluss der Chorwand könnte die Farbe Gelb-Orange "das Licht der Gestirne und die freudigste Farbe der Blume nahe bringen." Diese Verbindung von Himmel und Erde lasse sich als das "Erlebnis des Lichts, der göttlichen Offenbarung und Erkenntnis erfahren".

Inmitten dieser "Erleuchtungsfarbe" stellt der Künstler das bisherige Skulpturen-Ensemble mit dem gekreuzigten Christus, den wie bisher die Heiligen, Wolfgang und Emmeram, flankieren sollen. Dieser Mittelpunkt könne als große, strahlende Energie weit in den sakralen Raum reichen: "Ihr Leuchtkraft erscheint uns angenehm, warm und freudig." In der runden, gelb-orangen Form weise der angedeutete Sonnenaufgang in seiner Farbgebung auf den ersten Schöpfungstag hin mit seinem Kontext: "Es werde Licht."

Dieses österliche Orange stehe auf einem purpurfarbenen Band. Da echter Purpur nur durch Lichteinwirkung entstehen könne, gelte er als Lichtsymbol und als Zeichen der Ewigkeit. Die spannungsreiche, aber auch verbindende Wirkung zwischen den Ausdruckswerten des vitalen Rot und des transzendenten Blau komme im "Hier" zum Ausdruck. Als Farbe der Vermittlung schaffe Purpur zudem den Ausgleich zwischen Erde und Himmel, Sinnen und Geist, Leidenschaft und Intelligenz sowie Liebe und Weisheit.

Über den Seitenaltären in den beiden Querschiffen soll blaue Malerei im Vordergrund stehen, als Farbe der unbegrenzten Ferne und Tiefe. Blau stehe für den Künstler für Himmelsfrieden und göttliche Weisheit. Seine Transzendenz mache es auch zum Synonym der Durchlässigkeit der Welten von Diesseits und Jenseits. Es darf auch die Sehnsucht nach dem Wunderbaren versinnbildlichen. Denn Blau sei zu allen Zeiten das Farbsymbol des Geistigen, Fernen und Erhabenen gewesen. "Es ist das Sinnbild für Gottesfrieden und ewige Glückseligkeit." Im Zusammenhang mit den wieder verwendeten Marienstatuen erinnere das Blau auch an "Maria als Himmelskönigin". Einen völlig neuen Platz wird die barocke Sandsteinplastik des heiligen Nepomuk erhalten. Direkt beim Aufgang zur Empore füllt diese künftig den Platz der bisherigen Lourdes-Grotte aus. Für die Lourdes-Madonna wird ein eigener Anbetungsort in unmittelbarer Nähe neu geschaffen. Farbig bemalt soll ebenso die Balkonfront der Empore werden, wie auch an den Seitenwänden die Hintergründe der Kreuzwegstationen. Diese werden derzeit in Regensburg wegen ihrer kunsthistorischen Bedeutung aufwendig restauriert.

Gespannte Erwartung


Gleiches gilt für die Heiligenfiguren, die im neuen Raumkonzept wieder Verwendung finden. Voller Spannung warten viele Pfarrangehörige auf das Ergebnis der kompletten Umgestaltung ihres Gotteshauses.
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