Pfarrkirche erhält neuen Anstrich
Monumentales Wandfresko

Leon Tsoukernik ist mit der Ausführung der Malereien in der Pfarrkirche nach den Entwürfen von Tobias Kammerer beauftragt. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
10.02.2016
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Die Pfarrkirche erhält einen neuen Anstrich. Die Malarbeiten sind bereits voll im Gange, nachdem der Kunstausschuss des Bistums Regensburg der Kirchenverwaltung grünes Licht für die Neugestaltung gab.

Die Grenzregion zwischen Waldsassen und Cham erhält ein Kunstwerk der Moderne, das weit und breit seinesgleichen sucht. Malerei und Ausleuchtung bilden eine Einheit und sollen dem Inneren des Gotteshauses eine völlig neue Ausdruckskraft verleihen.

Aus mehreren Vorschlägen für die Neugestaltung fiel die Wahl auf den Künstler Tobias Kammerer. Der 1968 in Rottweil (Baden-Württemberg) geborene Bildhauer und Maler studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Seinen Tätigkeitsbereich weitete er inzwischen auf Glaskunst, Architektur, Skulpturen und Druckgrafiken aus. Waidhaus ist auch für Kammerer dennoch der erste Sakralbau in Bayern, obwohl Kirchen von ihm sogar in Hongkong und Kiew stehen. Lediglich in Marktschwaben und Rosenheim war er bislang bei zwei profanen Projekten dabei.

"Im Zentrum meiner Kunst steht die Erschaffung eines neuen Raumgefühls. Einer Atmosphäre, die die Architektur umspielt, die übernommenen Gegebenheiten eingliedert und in einem ganzheitlichen Neuen widerspiegelt", sagt Kammerer. Nach den Entwürfen, die er beim Kunstausschuss einreichte und die Kirchenpfleger Siegfried Zeug vorstellte, geschieht nun die Umsetzung.

An Vorgaben halten


Was dabei jedoch besonders überrascht: Kammerer malt gar nicht selbst vor Ort. Freilich war der Künstler bereits ein paar Mal hier, um sich mit der Pfarrkirche vertraut zu machen. Auf dem Gerüst hält jedoch Leon Tsoukernik den Malerpinsel in der Hand. Er stammt aus der ehemaligen Sowjetunion und ist Spätaussiedler. Die vorgegebenen Entwürfe stellen für ihn bis hinein in die kleinste Schattierung das Nonplusultra dar. Er muss sich ohne jede eigene Interpretation voll und ganz an die Vorgaben Kammerers halten.

Und was für verschiedene Techniken dabei Anwendung finden, um aus den kleinformatigen Entwürfen von höchstens DIN A 3 ein monumentales Wandfresko von mehreren Quadratmetern zu übertragen: Mit Krepp-Klebebändern werden beispielsweise die Konturen voneinander getrennt und damit zugleich eine Art Skizze vorgefertigt. Dann erst folgen die Farbaufträge, an manchen Stellen in mehreren Schichten. Nur so lassen sich die authentischen Licht- und Farbeffekte erzielen.

Im Zentrum meiner Kunst steht die Erschaffung eines neuen Raumgefühls. Einer Atmosphäre, die die Architektur umspielt, die übernommenen Gegebenheiten eingliedert und in einem ganzheitlichen Neuen widerspiegelt.Künstler Tobias Kammerer.


Altar rückt ins ZentrumNeben der neuen Farbgestaltung erfolgt auch eine Verlängerung des Altarraums in die Vierung hinein. Der neue Altar findet damit später wesentlich näher im Zentrum seinen Platz.

Aus Oberau in der Gemeinde Essing kam dafür der Marmor-Steinblock. Dieser und der für den neuen Ambo - jeweils mit einem Gewicht von 18 Tonnen - waren im Steinbruch der Kelheimer Naturstein GmbH mit Betriebsinhaber Günther Gallenberger und Kirchenkünstler Josef Sailstorfer ausgesucht worden.

Nach dem groben Zerteilen im Steinbruch kamen die Teile nach Aicha vorm Wald, wo sie Sailstorfer und seine Mitarbeitern fertig bearbeiten. (fjo)
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