Pfrentsch seit 40 Jahren Waidhauser Ortsteil
Pfrexit

Heute vor 40 Jahren endete die Selbstständigkeit von Pfrentsch als Gemeinde. Seit 1. Juli 1976 gehört der Ortsteil zur Marktgemeinde Waidhaus. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
30.06.2016
56
0

Das letzte Stündlein schlug am 30. Juni 1976 für die einstige Gemeinde Pfrentsch. Vor 40 Jahren endete eine über eineinhalb Jahrhunderte währende Selbstständigkeit.

Pfrentsch. Noch vor zehn Jahren gab es Stimmen aus der Bevölkerung, die den Anschluss an die Marktgemeinde Waidhaus bedauerten. Davon zeugten früh die sofortigen Gründungen eines OWV-Ortsvereins, eines Sportvereins und vor allem der Pfrentscher Liste (PL) als Wählergruppierung. Die Verfechter einer Rückkehr zu alten Verhältnissen tendieren inzwischen gegen Null.

Vier Markträte


Mit ein Grund dürfte die bislang unerreichte Zahl von vier Markträten sein, die Pfrentsch im aktuellen Gremium hat. Konnte die örtliche Wählerliste mit Georg Kleber und Wolfgang Bauriedl erstmals zwei Vertreter im Marktrat postieren, so gelang dem Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft, Ewald Zetzl, der Einzug über eine Kandidatur bei der CSU Waidhaus. Vierter Pfrentscher ist Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch (SPD).

Die Gegenwehr damals fußte teilweise auch in der einhergehenden Teilung des einstigen Gemeindegebiets Pfrentsch. Verloren gingen die Ortsteile Pfrentschweiher, Staatsgut und Thomasgschieß. Sie wurden dem Markt Eslarn eingegliedert. Seit 1821 hatte Pfrentsch als eigene Gemeinde existiert, nachdem das Königreich Bayern 1808 in Kreise eingeteilt worden war.

Nicht nur durch Pfrentsch wuchs die Marktgemeinde vor 40 Jahren. Zeitgleich erfolgte ebenso die Eingliederung weiter Teile der einstigen Gemeinde Reinhardsrieth. Hierfür stimmte zwar der letzte Gemeinderat in Reinhardsrieth, jedoch keineswegs die Bevölkerung außerhalb von Hagendorf.

In der Heimatchronik von Siegfried Poblotzki ist ein Teil dieser Gegenwehr beschrieben: "Ein großer Teil der Bürger, deren Meinung in einer geheimen Abstimmung und in einer Unterschriftenaktion erkundet wurde, verlangte entgegen dem diesbezüglichen Gemeinderatsbeschluss, dass die Gemeindeteile Reinhardsrieth, Berghaus, Leßlohe, Bernlohe und Hagenhaus in die Stadt Pleystein eingemeindet werden sollen, weil dorthin mehr Beziehungen bestünden."

Trotz der Unterstützung durch die Stadt Pleystein verlief das Vorhaben im Sande. Die Regierung der Oberpfalz teilte den betroffenen Kommunen mit: "Diesem Begehren kann nicht Rechnung getragen werden, weil sonst der Bestand der Verwaltungseinheit Waidhaus gefährdet werde." Außerdem widersprach die Bezirksregierung den Argumenten. "Die bestehenden Verflechtungen sprechen für den Anschluss der Gemeinde Reinhardsrieth an den Markt Waidhaus."

Noch mehr nutzte die Regierungsseite die Erwägungen der Gemeinde Pfrentsch "die ganz dem Markt Eslarn angegliedert werden möchte" zur Rechtfertigung für die durchgesetzte Zerschlagung: "Lediglich der Gemeindeteil Thomasgschieß und der Ortsteil Staatsgut können Eslarn angeschlossen werden, weil sie eindeutig nach Eslarn orientiert sind."

Kleinere Korrekturen


Seit 1. Juli 1976 existiert dieses Gemeindegebilde entlang der Grenze, auch wenn nach und nach noch kleinere Korrekturen am Grenzverlauf geschahen und Eingliederungen bislang gemeindefreier Landschaftsteile folgten. Reinhardsrieth ist seitdem ohne ihre Ortsteile Bernlohe, Hagenhaus und Leßlohe in Waidhaus zu Hause. Schon mit der damaligen Verordnung kamen die zuvor gemeindefreien Gebiete Pfrentschweiherwiesen und Pfrentschweiherlohe zu dem neu geschaffenen Gebilde.
Weitere Beiträge zu den Themen: Markt Waidhaus (2)ehemalige Gemeinde Pfrentsch (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.