Rollstuhlfahrer Franz Seer auf gefährlichem Terrain
Appell an Autofahrer

Nicht nur mit Blick auf den jungen Franzl Seer appellieren Bürgermeisterin Margit Kirzinger und ihr Stellvertreter Markus Bauriedl mit Mama Christine Hönig-Seer an die Vernunft der Auto- und Motorradlenker. ild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
16.04.2016
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Die Unvernunft einiger Autofahrer brachte einen jungen Rollstuhlfahrer in großen Schlamassel. Auf einem schlechten Weg ging es für Franz Seer nicht mehr weiter. Als Bürgermeisterin Margit Kirzinger davon erfuhr, sicherte sie dem 20-Jährigen sofort ihre Unterstützung zu.

Nur wenige Verbindungen bleiben den Verkehrsteilnehmern, um in Waidhaus von einem Ende zum anderen zu gelangen. Die Hauptachse zwischen Ost und West bildet die Ortsdurchfahrt. Mit dem Ausbau des Wegs vom Gewerbepark bis zum Schäferhundeplatz steht seit wenigen Monaten eine zweite Straße zwischen dem Ortsteil "In der Au" und der Autobahnkirche zur Verfügung.

Durchfahrt verboten


Allerdings gibt es eine "verbotene Strecke" als kürzeste Verbindung ab dem Hans-Sommer-Sportheim. Diese Trasse ist jedoch für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Ganz bewusst, denn sie dient hauptsächlich Senioren, Fußgängern und Schülern als Weg. Das kurze Stück ist nicht asphaltiert. Und das mit Absicht, weiß die Bürgermeisterin: "Auf dieser Strecke ist bewusst die Durchfahrt verboten und daran hat man sich auch zu halten."

Es ist ein Anliegerweg, und gegen eine Benutzung durch die Anlieger sei auch nichts einzuwenden. Deren Zahl ist überschaubar, und der Verkehr bewege sich dadurch auf einem Minimum. Wären da nicht weit mehr Fahrzeuglenker, die die Verbotsschilder einfach nicht interessieren. "Manch einer fährt so schnell, dass es hinter ihm nur so staubt", weiß auch zweiter Bürgermeister Markus Bauriedl, dessen Wohnhaus in Sichtweite liegt.

Für eine derartige Nutzung ist der Privatweg jedoch nicht geeignet. Vor allem nach Regentagen mehren sich schnell die Wasserpfützen und Schlaglöcher. Soweit, dass "Franzl" - wie den jungen Burschen all seine Freunde nennen - jüngst mit seinem Gefährt hängenblieb und es kein Vor und kein Zurück mehr für ihn gab.

Nur gut, dass er mit seinem Handy Hilfe holen konnte, so dass ihn seine Mutter Christine Hönig-Seer bald aus der misslichen Lage befreite. Dennoch blieb die bange Viertelstunde dem jungen Mann tief im Gedächtnis hängen. "Er schimpft immer, wenn hier die Autos einfach durchfahren", erklärt Hönig-Seer.

Kirzinger bittet deshalb inständig: "Ich appelliere an die Vernunft dieser Autofahrer, diese Strecke einfach nicht mehr zu benutzen, weil der Weg immer wieder kaputt wird. Er wird dann nicht mehr benutzbar für die, die ihn dringend brauchen." Weitergehende Maßnahmen seien für die Marktgemeinde schwierig, da sie nicht Eigentümerin des Wegs sei.

Dennoch bessern Bauhofarbeiter immer wieder schadhafte Schlaglöcher aus. Nicht gelten lässt die Rathauschefin die ihr sofort zu Gehör gebrachten Gegenargumente, mit welchen die schwächeren Verkehrsteilnehmer auf eine Benutzung des Bocklwegs in diesem Bereich verwiesen werden. Die beliebte Fahrradtrasse verläuft zwar fast parallel, doch sie hat einen entscheidenden Nachteil. Wegen der durchgängig ungesicherten Böschungen mit beträchtlichen Höhen meidet nicht nur Seer diese Alternative, auch viele ältere Radler fahren dort nicht.

Gerne unterwegs


"Dabei dreht er hier so gerne seine Runden", erzählt Hönig-Seer. Viele Sonnenuntergänge hat er schon von hier aus fotografiert: "Ich fahre schon ein paar Mal in der Woche hinauf und wieder zurück. Das muss ich alles auf meinem Handy festhalten. Das gefällt mir narrisch gut."
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