Rosa Dobner (95) erinnert sich
Glück in Hagendorf gefunden

Zwei, die sich blendend verstehen und gut miteinander können: Bürgermeisterin Margit Kirzinger (links) gratulierte Rosa Dobner zum 95. Geburtstag. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
27.05.2016
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Bis heute ist Rosa Dobner eine beliebte Interviewpartnerin sogar für Funk und Fernsehen geblieben. Kein Wunder, denn sie lernte Adolf Hitler persönlich kennen. Aber auch Hans-Dietrich Genscher begegnete sie.

Hagendorf. (fjo) Mit 95 Jahren gehört die Jubilarin noch zu den ganz Wenigen, die die Schreckenszeit von der Machtergreifung durch das NS-Regime bis zur Währungsreform miterlebt hat. Beginnt sie aus ihrem reichen Leben zu erzählen, wird es sofort ringsum noch immer mucksmäuschenstill. Sie hat unglaublich viel erlebt, nicht nur was die deutsche Geschichte des vergangenen Jahrhunderts ausmacht.

Schöne Kindheit


In vielen Veröffentlichungen schrieb sie von der ehemaligen Heimat im Sudetenland. Sie kam im Mai 1921 in Reichenthal nahe Reichenau zur Welt. Mit ihrer Zwillingsschwester erlebte Dobner "eine schöne Kindheit, dort im Böhmerwald". Am Ende ihrer Schulzeit zog die Weltwirtschaftskrise am Horizont auf. Stellung fand sie dennoch als Haustochter bei Fürstin Schönburg von Waldenburg im Jagdschloss Glatzen bei Marienbad.

Damit ist auch das Aufeinandertreffen mit Hitler 1941 verbunden. Sie erinnert sich noch gut an dessen Worte an die Adelsfamilie, wonach es mit ihm kein Luxuspersonal mehr geben werde. Wenig später folgte die Einberufung als Funkerin bei der Luftwaffe. Es sollte ein Fronteinsatz in Westfrankreich bis zum Kriegsende 1945 werden. Bei ihrer Rückkehr war die Heimat zunächst besetzt. Als die Tschechen kamen, folgten Flucht und Vertreibung am Karfreitag 1946 in einem Viehwaggon nach Hessen.

Hier blieb nur die Arbeit und Aufnahme auf einem Bauernhof bis zur Währungsreform 1948. Gönner verhalfen ihr zum Besuch der Handelsschule in Gießen, nach deren Abschluss eine Beschäftigung im Unternehmens Schade & Füllgrabe folgte. Durch zusätzliche Weiterbildung in der Verkaufsschule gelang die Karriere von der Verkäuferin bis zur Filialleiterin in Stadt Fulda.

Als die Mutter erkrankte, wurde der Ruf der alten Heimat jedoch immer stärker. Ein Umzug nach Ullersricht ließ nicht mehr lange auf sich warten, zumal sie die Eduscho-Filiale in Weiden als Leiterin übernehmen konnte. Hier fand sie mit Karl Dobner aus Hagendorf auch den Mann ihres Lebens, der seit der Heirat 1966 in Miesbrunn bis vor fünf Jahren nicht mehr von ihrer Seite wich. "In Hagendorf habe ich mein Glück und meine Ruhe gefunden." Filialleiterin bei der Firma Müller in Vohenstrauß und kaufmännische Angestellte auf der Waidhauser "Silbergrube" waren weitere Arbeitsstellen bis zur Rente.

Viele Gratulanten


Zur Geburtstagsfeier zog es die Jubilarin ins"Hotel Regina" nach Pleystein. Über die zahlreichen Gratulanten, darunter viele ehemalige Landsleute aus dem Sudetengau, freute sich die 95-Jährige am meisten. Amalie Grubwinkler war aus Oberbayern angereist, Sieglinde Wolf aus Nabburg und auch Erwin Klotz schaute vorbei. Stadtpfarrer Pater Hans Ring wünschte alles Gute. Von Bürgermeisterin Margit Kirzinger gab es Original Waidhauser Pralinen mit Marktwappen. "Wilde Rosen aus Böhmen" überreichte die "Sitzweilgruppe Miesbrunn" unter Leitung von Ludwig Putzer. Ihnen gleich taten es die Ehepaare Eckert aus Weiden und Meier aus Burgtreswitz.

Die Siedlergemeinschaft Waidhaus vertraten Renate Reichenberger und Roland Friedl, für den Katholischen Frauenbund Miesbrunn gratulierten Vroni Puff und Roswitha Grünthaler. Rosemarie und Anton Voit waren vom OWV Reinhardsrieth/Hagendorf gekommen. Monika Wittmann übernahm mit Angela Puff die Abordnung der KAB Hagendorf. Für den Heimatkundlichen Arbeitskreis Waidhaus übermittelten Maria Pressl und Andreas Ringholz Glückwünsche. Auch Freunde und Nachbarn aus Hagendorf feierten mit. Ihrem Gründungs- und Ehrenmitglied gratulierten ebenso Maria Reber und Sieglinde Soukop vom OWV Pleystein.
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