Start der Serenaden-Saison in Waidhaus
Atemnot erst nach den Harfen

Unten klatschten die Damen der Veeh-Harfen-Gruppe fleißig mit, als oben auf der Serenaden-Bühne "Atemnot" zünftig und brillant aufspielte. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
16.06.2016
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Es ist ein ganz besonderer Auftakt: Sanfter, stiller und leiser lässt sich eine Serenaden-Serie wohl kaum beginnen, als dies der Veeh-Harfen-Gruppe am Mittwochabend glückt.

Positioniert im weiten Rund vor der Serenanden-Bühne begeisterten die Frauen vom ersten bis zum letzten Ton. Über den großen Zuspruch der Gäste, freute sich Bürgermeisterin Margit Kirzinger. Nachdem sie den einen oder anderen Nachbarort aufgezählt hatte, aus denen sie Besucher erkannt hatte, sorgte gleich ein erster Zwischenruf für Erheiterung: "Aus Waldthurn ist auch wer dabei."

Gemeinsames Schunkeln


Den Auftritt der Veeh-Harfen moderierte Christl Kaas "als Beauftragte von Leiterin Conny Kraus". Zur "Schönen Oberpfälzerin" forderte sie zum Mitsingen auf, zumal der Liedtext um den "schönen Oberpfälzer Wald" vielen bekannt war. Und spontan fingen die Gäste an den Stehtischen im rückwärtigen Bereich zum Schunkeln an.

Darauf folgten bodenständige Weisen, jedoch verlief die Aufforderung zum Mittanzen der beiden Zwiefachen "Marschier Boarischer" und "Wamperter Gust" im Sande. Mehr Erfolg hatten die Musikantinnen mit ihrem Evergreen "Der weiße Mond von Maratengo". Mitsummen und Mitsingen über die Sitzplätze hinaus war zu hören.

Gleiches galt für den "Weisen Marabu" als Stück, das fast zu jedem Auftritt gehöre. Hierzu übernahm Kraus beim Gesang überdies die erste Stimme. Sofort setzten danach "Bravo"- und "Zugabe"-Rufe ein. Das "Lieblingsstück ihrer Damen" gab es deshalb obendrein: Den "Schwarzen Zigeuner" in einem weiteren eigens von Kraus geschriebenen Arrangement.

Eine knappe Dreiviertelstunde gehörte den Harfenklängen, bevor es zur Blasmusik überging. Vor der Übergabe an die Gruppe "Atemnot" bestätigte die Bürgermeisterin: "Ihr habt uns einen wunderbaren ganz tollen, super gemachten Auftakt geschenkt." Und an die Adresse der Zuhörer gerichtet sagte sie: "Ihr seid ein hervorragendes Publikum."

Leiterin Gerlinde Gläser sah eine hohe Messlatte für ihre Gruppe. "Es wurde ganz schön vorgelegt." Mit dem Saxofon saß die Rathauschefin selbst in der ersten Reihe des Ensembles "Atemnot", an der Seite von Pfarrer Georg Hartl und dessen Corno da Caccia. Gerne hätte sie noch ihren Kreistagskollegen Hans Roßmann aus Moosbach auf der Bühne gesehen: "Du könntest dein verstaubtes Schlagzeug wieder auspacken. Wir bräuchten noch dringend einen Schlagzeuger."

Blick über Bayern hinaus


Nach der "bayerischen Reise" als Motto der Vorgänger stand nun eine Reise durch Deutschland an. Über das Stück "Gruß an Kiel" informierte Armin Bauer . Da es sich um ein 1846 zum dänisch-deutschen Krieg veröffentlichtes Lied handle, könne bereits von "kompostiert" anstatt "komponiert" gesprochen werden, heitere er Publikum und Musikanten auf. Und er kommentierte: "Ohne Krieg ist dieses Stück noch wunderschöner."

Drinnen oder draußen? Diese Frage beschäftigte die Mitwirkenden bereits den ganzen Tag über. Regenschauer blieben aus, jedoch war es empfindlich kühl. "Es hat sich auf alle Fälle rentiert, dass Christian Helm aus Eslarn herüber gekommen ist", bemerkte Bauer zu dessen Soloeinlage bei der "Amboss-Polka". Eher unbekannte Lieder, wie zwei Sätze aus der "Bodensee-Rundfahrt" folgten. Heiterkeit kam erneut auf, als Bauer den Hinweis auf das Mitwirken des musikalischen Leiters der Musikschule Hermann Mack als "Obermacker" bezeichnete. Im Lied "Wir Musikanten" war jedoch wieder alles im Lot und alles vereint.

Mit einem klassischen Blasmusikstück und dem Hinweis auf die "arge Kälte" verabschiedete sich die Gruppe "Atemnot". Nicht ohne jedoch als Zugabe den "Deutschmeister Regimentsmarsch" anzuhängen. In ihrem Schlusswort wies Kirzinger auf die nächste Serenade am Mittwoch, 22. Juni, um 19 Uhr hin, die in der Roßhaupter Dorfkirche den grenzüberschreitenen Charakter unterstreichen werde.
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