Tobias Kammerer verwandelt Pfarrkirche St. Emmeram in ein Kunstwerk
Barocke Interpretationen

Seit November kümmert sich Kirchenmaler Tobias Kammerer um die Ausmalung des Waidhauser Gotteshauses. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
07.04.2016
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Er malt und malt und malt. Seine Kunst kann in Hongkong ebenso bestaunt werden wie in Kiew, Odessa oder auf der Insel Borkum. Nun verwandelt Tobias Kammerer die Pfarrkirche St. Emmeram in ein Kunstwerk, das weit und breit seinesgleichen sucht.

Es ist nicht mehr lange hin. Am Sonntag, 17. April, steht die feierliche (Wieder-)Konsekration des Gotteshauses durch Weihbischof Reinhard Pappenberger im Kalender. Für Kammerer enden damit jene fruchtbaren Wochen an der böhmischen Grenze, in denen für die ganze Region etwas Besonderes entstand.

Neue Attraktion


Beeindruckte die katholische Pfarrkirche von jeher durch die außergewöhnliche Raumschale, so veredelte der namhafte Könner den Sakralbau während der vergangenen Monate in ein bedeutendes Juwel und schenkte dem Grenzmarkt damit eine ungeahnte Attraktion. Seit November ist der renommierte Künstler und Kirchenmaler aus Rottweil (Baden-Württemberg) mit der farbenfrohen Ausmalung ganz in seinem modernen Stil befasst.

Dicke Bildbände erzählen längst von seinem reichen Schaffen an vielen Gotteshäusern im In- und Ausland. Ebenso tragen öffentliche Gebäude Kammerers Handschrift. Genannt seien nur die Nethersole Hospital Chapel in Hongkong, die St.-Pauls-Kirche in Odessa oder die St.-Katharinen-Kirche in Kiew.

Sein Stil ist unverkennbar. "Barocke Interpretationen" nennt er seine Kompositionen, mit denen er durch die Farben Verbindungen schafft. Die neubarocke Architektur hat Kammerer inspiriert, elegant die Rundungen und den Schwung der Innenhülle in seine Ausmalungen aufzunehmen. Allein drei riesige Farbfresken zauberte er an die bislang kahle und nur weiß getünchte Decke.

Dem eisernen Willen der Waidhauser Kirchenverwaltung ist die Neugestaltung in dieser exklusiven Qualität durch den anerkannten Kunstmaler zu verdanken. Kammerer geht noch einen Schritt weiter: Er spricht wie von einem Lied - von einer Komposition - mit Rhythmus und Takt. Still und ruhig stellt sich dennoch die Gesamtheit der Ausmalung dar, bei der vor allem das Helle, das Leuchten in den Vordergrund rückt.

"Die gelb-orange Farbe bringt uns das Licht der Gestirne und die freudigste Farbe der Blumen nahe", umschreibt Kammerer sein Werk. "Die 'Verbindung' von Himmel und Erde werden erfahrbar als das Erlebnis des Lichtes, göttliche Offenbarung und Erkenntnis." Im Zentrum steht die große Christusfigur, "umgeben von der Erleuchtungsfarbe mit seiner strahlenden Energie, die weit in den sakralen Raum hineinreicht und sich weiter über den Deckenspiegel erstreckt".

Erster Schöpfungstag


In der runden, gelb-orangen Form weist der angedeutete Sonnenaufgang in seiner Farbgebung zudem auf den ersten Schöpfungstag hin. Das österliche Orange steht auf einem purpurfarbenen Band, das im gesamten Kirchenraum immer wieder zu finden ist. "Der echte Pupur kann nur durch Lichteinwirkung entstehen und gilt darum als Lichtsymbol und als Symbol der Ewigkeit", begründet Kammerer. Zudem sei Purpur vollkommen lichtbeständig, wodurch er zur Symbolfarbe der Ewigkeit wurde. Über den Seitenaltären gibt es eine blaue Malerei. Auch der Marienort sowie die beiden Marienaltäre sind ganz klassisch in Blau gehalten. Die Kreuzwegstationen werden noch Silbern hintermalt. Die Farbkompositionen von Kammerer verbinden nicht nur die Kunstwerke der ganz unterschiedlichen Epochen, sondern integrieren sie zugleich in die Architektur. "Wer künftig genau hinschaut, wird nach der Neukomposition plötzlich Dinge entdecken, die ihm vormals verborgen blieben."

Der Gottesdienst mit Konsekration beginnt am Sonntag, 17. April, um 10 Uhr. Ab 14 Uhr steht Kammerer mit Architekt Rudolf Meißner aus Waldthurn zu Vorträgen mit einer Fragestunde zur Verfügung.
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