VdK Waidhaus
Noch zu viele Barrieren

Über die Rampe am Hintereingang kann das Rathaus barrierefrei für Eltern mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Rollatorbenutzer erreichbar. Aber wie sie es an anderen Stellen in Waidhaus aus? Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
30.09.2016
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Mit einem Gespür für das Entscheidende und einem Auge für das Wesentliche nahm der Waidhauser VdK-Vorstand seinen Heimatort genau unter die Lupe. Über das Ergebnis informierte Vorsitzender Helmut Federl.

"Rein unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit betrachtet, wäre Waidhaus ein attraktiver Wohnort. Allerdings gibt es noch Schwachstellen", sagte Federl in der Jahreshauptversammlung. In den Mittelpunkt der Ortsbesichtigung habe die Führungsriege Rollstuhlfahrer, Rollatorbenutzer und Eltern mit Kinderwagen gestellt.

Positive Beispiele


"Beide Kirchen, der Friedhof mit der Aussegnungshalle, die Apotheke und das Rathaus können barrierefrei betreten werden." Dies gelte ebenso für die Zahnarzt- und Arztpraxen, die Physiotherapiepraxis und die Poststelle sowie den Supermarkt. Das Rathaus sei aber nur über die Rampe am Hintereingang erreichbar. Der Vorsitzende lobte die "vorbildliche" Absenkungen der neuen Bürgersteige bei den Straßeneinmündungen.

Allerdings sei der Bürgersteig in der Leonhard-Gollwitzer-Straße ab dem Kriegermahnmal in einem "desolaten Zustand" und bilde eine unnötige Barriere für Menschen, die auf Mobilitätshilfen angewiesen seien. Als "weiteren Wermutstropfen im Weinglas" umschrieb Federl die Eingänge der beiden Bankfilialen. Der nachträgliche Bau von Auffahrrampen sei zudem aus Platzgründen auf dem Bürgersteig nicht möglich. Die hilfsbereiten Mitarbeiter der Geldinstitute kümmerten sich jedoch auch auf dem Parkplatz oder am Auto um die Kunden.

In der Gastronomie sei es den Wirtsleuten überlassen, wie sie ihre Infrastruktur gestalten. Darüber hinaus sah Federl Defizite bei den Einkaufsmöglichkeiten für ältere, gebrechliche Bürger. Ein Drogeriemarkt fehle komplett, und den Supermarkt im Winter zu Fuß zu erreichen, sei mit einer großen Erschwernis verbunden, selbst mit Rollator oder dem geschobenen Fahrrad als Transportmittel.

Hinzu komme an jedem Wochenende der Tank- und Zigarettentourismus. "Da wird Waidhaus zur Umgehungsstraße für die mautpflichtige Autobahn." Freilaufende Haustiere, Kinder und gebrechliche Menschen hätten unter dieser Situation noch mehr zu leiden und seien in einem hohen Maße gefährdet. Ein relativ gefahrloses Überqueren der Ortsdurchfahrt sei lediglich an der Fußgängerampel möglich.

Riskante Ortsdurchfahrt


Abschließend ging der Sprecher noch auf die Ortsteile ein. Eine Betrachtung werde dort allerdings erst in absehbarer Zeit folgen. Als gesichert sah er aber bereits jetzt das "hohe Risiko" auf der "bürgersteiglosen, engen und kurvenreichen" Ortsdurchfahrt in Pfrentsch mit der durch den Fernverkehr immer mehr beanspruchten Staatsstraße. "Das kann so nicht länger hingenommen werden."

Bürgermeisterin Margit Kirzinger sah sich in den Bemühungen der Marktgemeinde durch Federls Aussagen bestätigt. "Waidhaus leistet hier vorbildliche Arbeit." Für Pfrentsch sei beim Ausbau der Ortsdurchfahrt ein Gehweg geplant. Auch zu den anderen Punkten bezog sie Stellung. So seien für die Beläge auf den Gehwegen große, begehfreudige Platten ein Muss. Und auch die Neugestaltung des Marktplatzes werde komplett barrierefrei ausgeführt, selbst das neue Gebäude. In diesem Zuge erhalte der Fußgängerüberweg eine Zusatzausstattung für Blinde mit Signalton und Rillen im Straßenbelag.

Für den Zugang zum ersten Stock des Rathauses werde dringend nach einer Lösung gesucht. "Wir wollen unsere Gehbehinderten nicht ausschließen von Ausstellungen, der Bücherei und anderen Angeboten." Abschließend gab Kirzinger noch den Hinweis: "Wir sind bemüht, generell die Geschwindigkeit der Autofahrer innerorts zu drosseln."
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