Verkehrszählung in Waidhaus bestätigt:
Viele zu schnell unterwegs

40 Stundenkilometer wären mehr als in Ordnung. Aber oft zeigen die Geschwindigkeitsmessanlagen an den beiden Ortseingängen wesentlich höhere Werte. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
22.08.2016
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Nach rund einem Jahr Probelauf werden die subjektiven Vermutungen vieler Waidhauser durch eine konsequente Verkehrszählung bestätigt: Es wird viel zu schnell gefahren.

Nach wie vor ist die Ortsdurchfahrt aufgrund der Grenzlage stark frequentiert. Mit Beginn der Sommerferien ließ sich erneut eine nochmalige Steigerung des Verkehrsaufkommens feststellen. Viele Tagestouristen scheuen den Kauf einer Autobahnvignette und weichen auf den "Alten Grenzübergang" an der "Waidhauser Landstraße" aus.

Aus Mangel an Alternativen zwängt sich der gesamte Verkehr deshalb ab der Autobahnausfahrt durch den Grenzmarkt. Drei Geschwindigkeitsmessanlagen schaffte sich die Kommune für mehrere Tausend Euro an, um den Eindruck mit handfesten Zahlen untermauern zu können. Die akkubetriebenen Geräte zeigen sofort an, wie schnell Fahrzeuge unterwegs sind und registrieren die Anzahl, sowie die Geschwindigkeit - aber keine Kennzeichen.

An Standorten am westlichen Ortseingang in der Eslarner Straße und aus östlicher Richtung in der Nähe der Polizeiinspektion Fahndung wird seitdem in penibler Aufzeichnung die gesamte Verkehrssituation rund um die Uhr protokolliert. Die Temposys-Anlagen zeigen nicht nur die jeweiligen Geschwindigkeiten an, sondern halten alle Messungen in Form einer Statistik fest.

Über die gefahrenen Stundenkilometer (km/h) hinaus, bestätigte sich zudem, dass fast täglich die 10 000er-Marke an Fahrzeugen in jeder Richtung überschritten wird. Darüber hinaus fahren die Fahrzeuge zu einem großen Anteil zu schnell in den Ort hinein. Erlaubt sind 50 km/h erlauben würde. Eine aktuelle Sonntagszählung ergab für die Pilsener Straße 1831 Fahrzeuge in einer Richtung in einer Stunde. "Das ist immer noch sehr viel", meint deshalb nicht nur Bürgermeisterin Margit Kirzinger.

Über 70 km/h


Ihr macht jedoch mehr noch Sorge, dass davon 1037 Verkehrsteilnehmer mit mehr als 60 km/h unterwegs waren. Ein Großteil davon sogar mit über 70 km/h. Und das, obwohl die Messanlage dort bewusst sehr weit nach dem Ortsschild postiert ist. Auch am Standort in der Eslarner Straße ist das so. Das Gerät misst zunächst weit hinaus, bis in die Autobahnausfahrt hinein, hält jedoch für die Statistik jeweils nur den Endwert beim Passieren der Anlage fest.

Verstärkt möchte die Kommune deshalb auch nach dem einhelligen Willen im Marktrat bei den Verkehrsbehörden anfragen, ob künftig nicht richtige Blitzeinheiten geboten sind. "Einen gewissen Effekt bringen die Messanlagen dennoch mit sich", urteilt Kirzinger. Etlichen Verkehrsteilnehmern werde beim aufleuchtenden Blinken der gefahrenen Kilometer die Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit bewusst, so dass eine Verlangsamung damit oft einhergehe. Weitere Vermutungen in Bezug auf das hohe Lkw-Aufkommen konnten hingegen nicht bestätigt werden, nachdem für Waidhaus ein Durchfahrtsverbot für überregionale Großtransporte gilt. "Es war kein Einziger dabei, der die gesperrte Regelung übertrat", erhielt Kirzinger auf Nachfrage als ganz aktuelle Auskunft vom Landratsamt.

Rozvadov auch betroffen


Nicht nur die Waidhauser ächzen unter dem starken Verkehr. Auch in der Nachbar- und Partnergemeinde Rozvadov existiert dieses Problem. Beide Gemeindegremien wollen deshalb gemeinsam nach Lösungen für eine Verminderung des Verkehrs in der Zukunft suchen.
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