Waidhaus plant Funktionsgebäude
Alles unter einem Dach

In verschiedenen Ansichten präsentierte Stadtplaner Urban Meiller (rechts) dem Marktrat seine Ideen für ein zentrales Funktionsgebäude direkt an der Hauptstraße in der Waidhauser Ortsmitte. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
10.12.2015
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Freilichtbühne, öffentliche Toiletten und Zentralküche sollen bald die "gute Stube" von Waidhaus bereichern. Ein Neubau an prominenter Stelle hat große Chancen.

Der Marktrat fasste in seiner Sitzung den Bau eines funktionalen Gebäudes - dort, wo jetzt noch das Kriegermahnmal steht - für 2017 fest ins Auge. Noch fehlt der letzte Schliff, für den sich die EM-Architekten aus Amberg Restzeit erbaten. Doch wesentliche Merkmale zu Ausstattung und Aussehen stehen fest. Heißester Favorit sind drei Baukörper in unterschiedlicher Ausprägung und Form mit einer gemeinsamen Dachfläche.

Einmütig beauftragten die Markträte das Ingenieurbüro für Bauwesen in Theisseil, für 2380 Euro die Statik und Tragwerksplanung für das neue Funktionsgebäude zu erstellen. Gleiches galt für die elektrotechnischen Anlagen inklusive Beleuchtung und Stromversorgung sowie die Brunnen- und Haustechnik. Zum Zuge kam die Firma Projekt HJS (17 818 Euro).

"Komische Ecken"


Erklärungsbedarf sah Architekt Urban Meiller bei der Vorstellung des Baukörpers: "Jetzt sind da so komische Ecken drin." Grund sei eine Bühne, um kulturelle Darbietungen trichterförmig in Richtung Zuhörer zu öffnen. Zudem erhalte der Bühnenbereich nach vorne eine optische Erhöhung durch Stufen. Weiter plädierte Meiller für eine große Toilettenanlage im ersten Gebäudeteil.

Der mittlere Part sollte für die Küche inklusive einer Ausgabetheke und den Lagerbereich reserviert werden. Ein kleiner Teil werde außerdem für die Unterbringung der Schiebewand benötigt, die bei Bedarf den Bühnenabschluss zur Hauptstraße hin bilde. Für die Ausführung sah der Architekt die meisten Vorteile bei mit Holz und Beton verkleideten Stahlbetonkörpern als "praktikabelste und robusteste Konstruktion", was zugleich den Schallschutz optimiere. Schauvitrinen und Infotafeln ließen sich darin nach Wunsch integrieren.

CSU-Fraktionssprecher Stefan Harrer interessierte sich für die Dachgestaltung und den Neigebereich samt Wasserabführung. "Hier kann noch variiert werden", antwortete Meiller. Zum Einwand Harrers bei Problemen mit der Finanzierbarkeit sah der Architekt trotz der Bündelung auf eine Maßnahme jederzeit die Möglichkeit, "abzuschneiden, sofern irgend ein unvorhergesehener Grund auftaucht."

Werner Duschner (Bürgerliste) vertrat einen anderen Standpunkt: "Entweder wir können es uns leisten, oder wir können es uns nicht leisten." Harrer hakte nach und wollte von der Verwaltung wissen: "Bleiben andere Projekte auf der Strecke oder müssen wir Kredite aufnehmen?" Sollte Letzteres der Fall sein, gab er zu bedenken: "Da mache ich nicht mit. Ich will nichts auf Kosten nachfolgender Generationen hinterlassen." UWG/Pl-Fraktionssprecher Josef Schmucker sah "keinen Unterschied darin, ob wir Schulden oder Bauschulden hinterlassen". Uli Grötsch (SPD) bat darum, die Realisierung auf höchstens zwei Jahre auszudehnen. "Wir wissen, was es kostet, aber noch nicht, was es Ihnen kostet", beruhigte Urban die Markträte.

Der Antrag des TSV auf einen Zuschuss für die Pflege der Sportanlage ging auf Vorschlag von Bürgermeisterin Margit Kirzinger in die Haushaltsberatungen. Die Feuerwehren baten um die Übernahme der Bewirtungskosten für Teilnehmer und Schiedsrichter bei Leistungsprüfungen. Dies sei jedoch Sache der Vereinskasse, meinte das Gremium. Für die Schulturnhalle sollte eine Anpassung der Gebühren bei Benutzung durch Behörden und Verbände diskutiert werden. Einziger Benutzer ist seit längerer Zeit nur noch der Zoll. Dessen Pauschale beurteilte das Gremium als ausreichend. Zu einer Änderung der Gebührenordnung kam es nicht.

Beim Neubau eines Gehwegs zwischen Waidhaus und Frankenreuth wurden die Ingenieurkosten für die 2009 geleistete Grundlagenermittlung und Entwurfsplanung bislang nicht vollständig bezahlt. Der Marktrat gab grünes Licht für die Überweisung nach Rechnungsstellung.

Den Getriebeaustausch am Bauhof-Lkw übernimmt die Firma Auto Lindner aus Waidhaus für 5226 Euro. Für den Jahresbetriebsplan des gemeindlichen Körperschaftswalds riet Förster Stefan Stangl "wegen des unbefriedigenden Holzpreises" zur Minimierung bei den Maßnahmen. Das Gremium nahm die Kalkulation mit Kosten von nur rund einem Euro pro Tag im kommenden Jahr einstimmig an.

Standort für Waschanlage


Abschließend informierte die Bürgermeisterin noch über den Bauantrag für eine Autowaschanlage, der vor einigen Wochen den Marktrat durchlief. Wegen der zu erwartenden Beeinträchtigungen und weil es generell keine Genehmigung für solche Anlagen in einem Mischgebiet gebe, seien die Beteiligten auf der Suche nach einer Lösung. Auf Nachfrage Kirzingers beim Landratsamt werden zwei Alternativstandorte geprüft.
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