Waidhauser Flüchtlingsfamilien mit am Altar
Weihnachtsgottesdienst in der Autobahnkapelle

Unter Leitung von Sieglinde Riedl trugen Waidhauser Flüchtlingsfamilien die Herbergssuche vor. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
27.12.2015
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"Weihnachten, so wie es sein soll: Wo Menschen zusammenkommen aus verschiedenen Gegenden und sich dennoch verstehen." So sah Gunhild Stempel den "Gottesdienst für alle". Jedes Jahr trifft sich an Heiligabend eine bunt gemischte Gesellschaft zur ungewöhnlichen Zeit in der Autobahnkirche.

Nicht die Pfarrangehörigen - evangelisch oder katholisch - feiern hier Weihnachten, sondern vor allem jene, die sich andernorts weniger gut aufgehoben fühlen. Gerne stand Mesner Peter Helgert ersatzweise parat, um Liedzettel an alle Eintretenden zu verteilen.

Ulrike Kießling aus Vohenstrauß stimmte festliche Weisen auf dem Harmonium oben auf der Empore an. Pfarrerin Gunhild Stempel leitete den Ablauf der wohl außergewöhnlichsten Christmette in der Region zwischen Vohenstrauß und der Grenze zu Böhmen. Mit den Worten: "Ja, guten Abend liebe Festgemeinde", begann sie die gemeinsame Feier. Eine Überraschung, "über die wir uns sehr freuen", kündigte sie zudem gleich eingangs an. Ihr Gruß galt den Waidhauser Flüchtlingsfamilien: "Es sind alle bei uns. Alle haben ihr Mitmachen lange Zeit in deutscher Sprache gelernt."

Zwischen gemeinsam gesprochenen Texten wurde viel gesungen. Ohne Mühe stellte Stempel eine Verbindung zu Christi Geburtsort her. "In Palästina ist es zur Zeit auch warm", meinte sie im Vergleich zu dieser Frühlingsweihnacht 2015. Dort kämen auch Menschen zusammen, die sich nicht kennen und nicht verstehen, aber dennoch miteinander Weihnachten begehen: "Dichter am Geschehen können wir gar nicht sein als heute", lud sie die Flüchtlingsfamilien ein, nach vorne zu kommen.

"Wer könnte die Herbergssuche besser sprechen und singen, als unsere neuen Bürger von Waidhaus." Unter Leitung von Sieglinde Riedl klappte der erste Auftritt tadellos und spontaner Beifall setzte ein. Noch einmal holte Stempel die Schar nach vorne, um das "Stille Nacht, heilige Nacht" anzustimmen, in das alle Mitfeiernden abschließend fröhlich einstimmten.
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