Waidhauser Kommune
Fast wie Medizin

Als das als Kommune bezeichnete Bier noch im uralten Brauhaus (links) mitten auf dem Marktplatz gebraut wurde, ereignete sich auch so manche heitere Geschichte rund um das Getränk. Repro: fjo
Vermischtes
Waidhaus
09.09.2016
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Das Kommunbier war früher in Waidhaus weit mehr als nur ein Durstlöscher. Kleine Geschichten und Anekdoten vom "Hanslenz" bereicherten schon öfter die Hefte des Heimatkundliches Arbeitskreises. Nun gibt es zwei neue Episoden.

Die erste kleine Geschichte handelt zu einer Zeit, als sich im Ort noch kein Arzt mit einer Praxis niedergelassen hatte. Doch es gab einen gewissen Herrn Hilburger, der neben seiner Landwirtschaft auch ein Wirtshaus und eine Metzgerei betrieb. Haupteinnahmequelle war ein gut gehender Frisörsalon. Er war zudem approbierter Badermeister. Also durfte er kleine medizinische Eingriffe vornehmen: beispielsweise Gelenke wieder einrichten oder bei anderen gesundheitlichen Problemen helfen.

Eines Tages kam der Lenz zu ihm und erzählte, dass er gesundheitlich gar nicht gut drauf sei. Hilburger hörte ihm eine Weile zu und meinte: "Ja das Alter ist halt auch eine Krankheit. Probieren wir es halt mit einer Blutegel-Kur. Ich gebe dir ein Fläschchen mit zehn Egeln mit, und dann kommst in vier Wochen wieder vorbei. Da wird dein Blut etwas dünnflüssiger und dir geht's wieder besser." Nach vier Wochen besuchte Lenz erneut den Badermeister. "Na, geht's dir wieder besser, wie ist die Lage?" "Nun ja", freute sich der Lenz, "schlechter ist es nicht geworden, eher etwas besser. Das Kommune schmeckt mir auch wieder. Aber eins muss ich dir schon sagen, schlecht zum Einnehmen sind diese Dinger schon. Über die letzten hat dann meine Frau zwei Hühnereier drüber geschlagen und mit Rühreiern war die Einnahme wesentlich einfacher."

Hilburger war außerdem erste Anlaufstelle bei Zahnproblemen, wovon eine andere kleine Episode erzählt: Den "Stauber-Michel" plagten schon drei Tage Zahnschmerzen. Das Spülen des Munds mit Schnaps blieb ergebnislos, der Schmerz ließ nicht nach. Da musste er wohl oder übel doch zum Hilburger gehen. Der Bader hat sich diesen Zahn erst mal angesehen und meinte: "Der muss auf jeden Fall entfernt werden." Der Michl wurde ganz blass im Gesicht. "Das auch noch, das tut ja auch noch weh." Daraufhin meinte der Bade: "Nun, sei doch nicht so zimperlich. Trinkst halt ein paar Kommune und dann kommst du wieder."

Besonderes Ritual


Gesagt, getan, zumal der Frisör für das Zahnziehen ein besonderes Ritual parat hatte: "Jetzt setzt dich auf den Fußboden und gleich bist du schmerzfrei." Der Michel setzte sich also auf den Fußboden. Hilburgers Tochter Gretl, eine kräftige Dame, saß auf einem Stuhl und fixierte den Kopf des Schmerzgeplagten zwischen ihren Knien . Aber da sagte der Hilburger zu seiner Tochter. "Wenn ich den Zahn mit der Zange erfasst habe, dann stichst du ihm mit einer Nadel in die Schulter, dann macht er sicher einen Zuckerer und der Zahn ist gezogen." "Na", meinte der Hilburger hinterher, "die Prozedur war doch nicht schlimm." Michl: " Ja, "Gott sei Dank ist es vorbei. Aber dass die Zahnwurzel bis zur Schulter reicht, hätte ich nicht vermutet."
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