Waidhauser Sommerserenaden gastieren in der Kirchenruine in Rozvadov
Musizieren ohne Grenzen

In der ersten Reihe genossen Bürgermeisterin Margit Kirzinger und ihr tschechischer Amtskollege Borivoij Vrabec einen Serenadenabend der Extraklasse in der zum Kulturzentrum aufgestiegenen Kirchenruine von Rozvadov. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
24.06.2016
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Rozvadov/Waidhaus. Zum Feiertag geriet der Mittwochabend für die beiden Partner- und Nachbargemeinden. In einer zum Festsaal gewordenen Kirchenruine brillierte ein grandioses Gemeinschaftsorchester.

Neue Granitplatten bedeckten den Fußboden, und ein großer Kronleuchter aus Schmiedeeisen hing mitten über dem Publikum, das sich auf den neuen Stühlen sichtlich wohl fühlte. Die Musik stand diesem völlig ungewohnten Luxus zu keiner Sekunde nach. Gleich beim zweiten Termin bot die Waidhauser Sommerserenade etwas ganz Besonderes.

Reife Leistung


Zur Unterstreichung dieses Ereignisses wich der Veranstaltungsort vom üblichen Platz beim Waidhauser Rathaus ab. Die ehemalige St. Wenzelskirche in der Partner- und Nachbargemeinde Rozvadov bildete eine entsprechend festliche Kulisse. Die Fahnen beider Partnergemeinden und ihrer Staaten schmückten die Bühne rund um das Gemeinschaftsorchester. Frantisek Kratochvil und Hermann Mack dirigierten ein harmonisch und präzise aufeinander abgestimmtes Ensemble. Die Freude am grenzüberschreitenden Musizieren war zu spüren. Mit seiner Teilnahme am Begleitprogramm zur böhmisch-bayerischen Landesausstellung über Kaiser Karl IV. gelang dem Ensemble eine eindrucksvolle und reife Leistung. Die Musikanten der Musikschulen Stríbro und Waidhaus kamen um mehrere Zugaben nicht umhin.

Das gute Miteinander hatte aber noch eine andere Quelle. Mit ihrem gewinnenden Lächeln und dem mühelosen Wechsel zwischen Tschechisch und Deutsch stülpte Ansagerin Katerina Machova dem historischen Ereignis das Gefühl des Zusammengehörens über. Diesen einen Auftritt im Jahreslauf verglich Mack mit einem Pflänzchen, das alleine nicht viel Kraft besäße. Mit dem gemeinsamen Orchester sei es ebenso und das Zusammenwachsen steigere sich.

Fester Termin im Programm


Der tschechische Musikschulleiter revanchierte sich postwendend: "Nur mit deiner Kooperation ist dieses Gelingen möglich." Bürgermeisterin Margit Kirzinger versprach, dass diese Veranstaltung als fester Termin in das Serenadenprogramm der Folgejahre aufgenommen wird. "Ich sage damit einen allerbesten Dank an beide Orchester für so einen schönen Abend." Das Publikum klatschte nicht erst bei den Zugaben frenetisch im Takt. Abwechselnd dirigierten Kratochvil und Mack das Orchester, das mit dem Marsch "Hoch Heidecksburg" ein zeitgenössisches Stück in einem Arrangement Kratochvils beeindruckend meisterte. Zu allen drei Nationalhymnen am Ende erhoben sich alle Zuhörer.
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