Erinnerung an Bergbautradition

Wilibald Ebnet, Josef Rauch und Johann Eberlein (von links) hielten die Fahne der Waidhauser Bergbautradition hoch. Bild: fjo
Wirtschaft
Waidhaus
30.11.2016
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(fjo) Der Bergknappenverein Hagendorf ist enorm geschrumpft. Dennoch hielt er anlässlich seines 60-jährigen Bestehens an einer alten Tradition fest. Josef Rauch, Johann Eberlein und Willibald Ebnet hielten zur Barbarafeier die Fahne hoch.

Blick in Geschichte


Seit 1860, also seit über 150 Jahren, wird in Waidhaus und Hagendorf Feldspat abgebaut. Zunächst in Hagendorf-Nord, wo die Grubengänge noch heute einen Teil des Orts und die Kreisstraße Richtung Pleystein unterhöhlen. Sie war auch die erste Grube, die wieder eingestellt wurde. Seit 1891 hat Hagendorf-Süd viele Besitzer gesehen, zuletzt die Amberger Kaolinwerke in Hirschau. In den besten Jahren waren im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr über 100 Bergleute beschäftigt. Auch dies ist seit März 1984 alles längst Geschichte.

Nicht so das 1938 von Max Schmidt gegründete Feldspatwerk "Silbergrube" bei Ödkührieth. Der Bergknappenverein Hagendorf gründet in einer Anregung von Betriebsleiter Anton Tomaschek, der selbst in den ersten beiden Jahren als Vorsitzender wirkte. Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Fahnenweihe 1960, als über 1000 Bergleute in ihrer jeweiligen Bergmannstracht und zum Teil mir ihren dazugehörigen Spielmannszügen aus ganz Bayern in Waidhaus feierten.

Auch Hagendorf hatte so einen Spielmannszug als Besonderheit im Altlandkreis. Es war der einzige seiner Art, der sich in der Feuerwehr in Anlehnung an den Werksspielmannszug gegründet hatte. Unter den 27 Musikern während der besten Zeiten befanden sich 12 Frauen. Die musikalisch umrahmte Aufführung des Schäfflertanzes vor der Dorfkapelle in Hagendorf zog jedes Jahr viele Besucher in den Waidhauser Ortsteil.

Besonderes Gedenken


Den Festgottesdienst am Samstagabend feierten die Verantwortlichen im besonderen Gedenken an die Bergleute und Mitglieder, wofür Pfarrer Georg Hartl ein "herzliches Vergelt's Gott" aussprach. Mit dem Bergmannsgruß "Glück auf" und kameradschaftlicher Verbundenheit wollen die letzten verbliebenen Mitglieder mit dem Verein die weitum einmalige bergmännische Tradition für die kommende Zeit dennoch aufrecht erhalten und an diese für Waidhaus wichtige Zeitepoche noch möglichst lange selbst erinnern.
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