Reinhardsriether wagt Sprung in die Selbstständigkeit
Mehr als eine Spinnerei

Momentan nehmen Markus Sommer und seine Lebensgefährtin Birgit Moritz die Feinabstimmung an den Geräten vor. Das Herzstück ist dabei die Spinnmaschine (im Vordergrund). Bilder: rti (3)
Wirtschaft
Waidhaus
05.02.2016
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Die Raunetbach-Wollmühle beherbergt insgesamt zehn Alpakas.

Am Anfang war die Zucht von Alpakas für Markus Sommer nur ein kleines Hobby. Nun wagt er den Sprung in die Selbstständigkeit.

Die Faszination für Alpakas hat Sommer vor rund zehn Jahren im Tierpark Gleitsbachtal in Irchenrieth gepackt. Dort sah er sie das erste Mal. "Danach ist mir immer wieder durch den Kopf gegangen, dass ich mir doch auch solche Tiere zulegen könnte", blickt der 42-Jährige zurück.

Einfache Haltung


2012 war es dann soweit. Seine Lebensgefährtin Birgit Moritz und er kauften sich drei Alpakas. Schließlich hatten sie ausreichend Platz in Reinhardsrieth. "Die Haltung der Tiere ist total simpel. Die sind sehr lieb und bereiten einem nicht sehr viel Arbeit", erklären die beiden. Mit der Zeit kamen immer mehr Alpakas dazu. Mittlerweile sind es zehn.

Was die zwei aber schnell feststellten: Die maschinelle Verarbeitung der Wolle durch Spinnereien dauert sehr lange. Überall gibt es Wartezeiten. Daher kam Sommer auf die Idee, selbst eine Kleinspinnerei aufzubauen: "So rund zwölf Monate habe ich überlegt, ob ich es machen soll." Und nach zig Gesprächen mit Bank- und Steuerberatern hat er sich zu dem Schritt entschieden.

Ende August 2015 ging die Bestellung für die Maschinen Richtung Kanada. "Dort ist weltweit die einzige Firma, die solche Geräte herstellt", erläutert der Reinhardsriether. Die Investitionssumme liegt im unteren sechsstelligen Bereich. In Deutschland gebe es nur zwei weitere solche Kleinspinnereien, zudem jeweils eine in Österreich und Frankreich.

Kanadischer Monteur


Die Maschinen kamen kurz vor Weihnachten in Reinhardsrieth an. Fünf Tag baute ein kanadischer Monteur die Geräte auf und erläuterte die Bedienung. Für Februar hat er sich noch einmal angekündigt, um mit Sommer und Moritz weiter an die Feinabstimmung zu gehen. Das Paar probiert die Maschinen schon seit eigen Wochen aus und hat auch schon die ersten Erfolge zu verzeichnen. "Da ist viel Fingerspitzengefühl und Handarbeit notwendig. Je mehr Erfahrungswerte man hatte, desto besser wird es", ist sich der 42-Jährige sicher.

Und Erfahrungswerte wird er zukünftig ganz viele sammeln. Schließlich hat sich Sommer dazu entschlossen, mit der Kleinspinnerei in die Selbstständigkeit zu gehen. Daher hat er im Dezember seinen Job bei der Prem Formen- und Werkzeugbau GmbH in Vohenstrauß an den Nagel gehängt. "Das muss einfach laufen. Normal ist das eine Marktlücke", blickt er positiv in die Zukunft. "Diese Viecher sind wahnsinnig im Kommen. Die Wolle von Alpakas ist sehr allergikerfreundlich und viel wärmer als die von Schafen", nennt er weitere Gründe. Zudem gebe es 22 verschiedene natürliche Farben.

Richtig loslegen mit seiner Spinnerei will der Reinhardsriether ab April. Denn da startet die Scher-Saison bei Alpakas. Ein Tier bringt "rund zwei Kilo Wolle erster Qualität". Mit den Geräten kann er aber auch unter anderem die Wolle von Lamas, Schafen, Hunden und Ziegen zu Garn verarbeiten. Bange sein braucht ihm auf jeden Fall nicht, denn schon jetzt füllen sich nach seinen Aussagen die Auftragsbücher immer mehr.

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Weitere Informationen:

www.raunetbach-wollmuehle.de
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