Jubiläum in Lengenfeld bei Waldershof
Die eine Feuerwehr verbindet drei Orte

Der ganze Stolz der Lengenfelder Feuerwehr ist das historische Feuerbekämpfungs-Gerät. Es wurde 1897 gekauft und hat all die Jahre bis in die Gegenwart nahezu unbeschadet überstanden. Normalerweise steht es im Museum der Feuerwehr Marktredwitz. Bei besonderen Anlässen aber ist die Lengenfelder Wehr mit der Rarität unterwegs, wie etwa beim historischen Festzug in Waldershof (Bild). Bild: kro
Freizeit
Waldershof
21.04.2016
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Der älteste Verein des Dorfes ist die Feuerwehr. Gegründet wurde sie am 19. August 1896 - von 31 Männern der Ortschaften Lengenfeld, Manzenberg und Reutlas. Einige Zeit zuvor, im Jahre 1893, hatte eine gewaltige Feuersbrunst fast die gesamte Ortschaft in Schutt und Asche gelegt.

Lengenfeld. Um die Einsatzfähigkeit der jungen Wehr zu stärken, erwarb sie am 1. Mai 1897 eine vierrädrige Saug- und Druckspritze von der Firma Paul Ludwig in Bayreuth. Dieses historische Feuerbekämpfungsgerät hat das zurückliegende Jahrhundert nahezu unbeschadet überstanden und kann heute als Leihgabe im Museum der Feuerwehr Marktredwitz bewundert werden.

Einmalige Konstellation


Erster Höhepunkt nach den Wirren des 2. Weltkrieges war 1952 das 55. Gründungsjubiläum der Wehr mit der Weihe der neuen Fahne. Sie ist heute Symbol für Kameradschaft und Zusammenhalt innerhalb der Wehr ist. Nach dem Bau eines Holzschlauchturmes und eines "einfachen" Gerätehauses schaffte sich die Wehr 1966/67 einen Tragkraftspritzenanhänger und eine TS-8 an, um für die damalige Zeit als Ortsfeuerwehr optimal ausgerüstet zu sein. Eine Entscheidung von historischer Tragweite fasste die Mitgliederversammlung der Wehr am 6. Januar 1976. Obwohl nach der Gebietsreform die Ortschaften Manzenberg und Reutlas politisch zu Marktredwitz kamen, die Ortschaft Lengenfeld jedoch Waldershof zugeordnet wurde, sollte die Wehr in ihrer bisherigen Zusammensetzung unverändert weiter bestehen. Eine über die beiden Nachbarlandkreise- und Regierungsbezirke übergreifende Konstellation, die bayernweit wohl einmalig ist. Diese Entscheidung hat bis heute Bestand und erweist sich nach wie vor als ein die drei Ortschaften verbindendes Element.

1987 fasste die Stadt Waldershof den Beschluss, das ehemalige Lengenfelder Schulhaus zu einen Unterrichtsraum für die Feuerwehr umzubauen. Nachdem rechtliche und finanzielle Hürden gemeistert wurden, zogen die Wehrmänner im Dezember 1989 in ihre "eigenen vier Wände" ein,. Zwei Jahre später wurde neben dem Unterrichtsraum das neue Gerätehaus seiner Bestimmung übergeben, so dass die Wehr erstmals über ausreichende und gut ausgestattete Räumlichkeiten verfügte, um ihre Aufgaben und Verpflichtungen gut ausgebildet und stets einsatzbereit nachkommen zu können.

Unimog aus Brannenburg


2001 erwarb die Feuerwehr Lengenfeld einen nach eigenen Wünschen und Vorstellungen gefertigten, zweiachsigen Tragkraftspritzenanhänger, nachdem das alte Gefährt nach über 30 Jahren Nutzung an die Grenzen seiner Leistungs- und Nutzungsfähigkeit angelangt war. Seit 2014 besitzt die Feuerwehr ein erstes eigens Feuerwehrfahrzeug - einen 30 Jahre alten aber sehr gut gepflegten Unimog. Dieser wurde mit Unterstützung der Stadt Waldershof von der Feuerwehr im oberbayerischen Brannenburg erworben. Seitdem pflegen beide Vereine ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Aktuell gehören der Feuerwehr 70 Mitglieder an.

Die Ortschaft Lengenfeld gehört politisch seit 1975 zur Stadt Waldershof und ist eines der schönsten Dörfer des Landkreises: 1988 erreichte Lengenfeld auf Bundesebene den zweiten Platz bei Wettbewerb "Unsere Dorf soll schöner werden". Erstmals urkundlich erwähnt ist die Siedlung 1339 im Egerer Stadtarchiv.

Pfarrer Sven Grillmeier moderiert Biersorten-Raten zum FeuerwehrjubiläumEtwas ganz Besonderes haben sich die Verantwortlichen der Feuerwehr Lengenfeld zum 120-jährigen Bestehen einfallen lassen: Ein Biersorten-Raten am Samstag (23. April), am Tag des Bieres, in der geheizten Festhalle in Lengenfeld. Für die Siegermannschaft gibt es 50 Liter Bier, der Zweitplatzierte erhält 30 Liter und der Drittplatzierten immerhin noch 15 Liter Bier. Der Verein, der alle zehn Biersorten tatsächlich als Erster richtig tippt bekommt sogar 100 Liter Freibier. Die maximale Zeit für die Testung beträgt 30 Minuten. Wer bis dahin sein verschlossenes Kuvert bei der Jury nicht abgegeben hat, scheidet aus. Die Teilnahme an diesem Rätselspaß ist für jeden Verein kostenlos. Teilnehmen, so der 2. Vorsitzende der Feuerwehr Lengenfeld, Bernhard Müller, kann jeder Verein aus der Region. Jeder Verein kann aber nur eine Mannschaft stellen. Eine Mannschaft besteht aus drei Akteuren. Einzige Bedingung, es müssen alle das 18. Lebensjahr vollendet haben. Alle Teilnehmer dürfen während der Testung nur mit den beiden Mitstreitern reden. Jeder anderer Verstoß, so auch die Verwendung von Hilfsmitteln, führt zur sofortigen Disqualifikation. Moderiert wird dieses "Bier-Spektakel" von Pfarrer Sven Grillmeier, einem gebürtigen Waldershofer. (kro)
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