Abbruch in Aufbruchstimmung

Mit einem symbolischen Spatenstich begann Montagmittag der Abbruch der ehemaligen Rosenthal-Fabrik. Mit dabei waren (von links) Diplom-Geologe Roland Heberl, Daniel Pabel (Firma Ebersbacher), Bürgermeisterin Friederike Sonnemann, Regina Harren (Regierung Oberpfalz) und Landrat Wolfgang Lippert. Bild: jr
Lokales
Waldershof
02.03.2015
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Seit Montag leistet der Abrissbagger auf dem ehemaligen Rosenthal- Gelände ganze Arbeit. Bald wird auch der Schornstein fallen.

Doch Wehmut lag zum Auftakt nicht in der Luft, vielmehr war es Aufbruchstimmung: "22 Hektar zusätzliches Gewerbegebiet hier in Waldershof, das sind nicht nur 22 Hektar Hoffnung, sondern auch 22 Hektar Vertrauen in eine gute Zukunft unserer Stadt", sagte Bürgermeisterin Friederike Sonnemann. Mit einen symbolischen Spatenstich, andere sprachen vom "Baggerbiss", startete der Abbruch der Industriebrache offiziell.

Die Bürgermeisterin blickte kurz zurück auf die Geschichte der Waldershofer Porzellanindustrie, die 1908 begonnen hatte und dann über 90 Jahre lang stetig gewachsen war. "Porzellan hat unsere Stadt so nachhaltig verändert wie keine andere Industrieansiedlung." Die Porzellanindustrie habe Waldershof Wohlstand gebracht. Sonnemann erinnerte daran, dass seit der Schließung auf dem Gelände 20 Jahre alles stillstand und die Natur begann, sich einige der Gebäude zurückzuerobern.

"Erfahrungsgemäß muss in einer industriellen Welt das Alte weichen, damit Neues entstehen kann", sagte Sonnemann. Was den Ort über Jahrzehnte geprägt habe, werde buchstäblich dem Boden gleichgemacht, damit Platz für neue Industrieanlagen entstehe. Die Bürgermeisterin war überzeugt, dass mit dem Beginn der Abrissarbeiten eine neue Phase der wirtschaftlichen Weiterentwicklung der Stadt begonnen hat. "Ich wünsche mit, dass sich unsere Risikofreudigkeit, unsere Innovationsbereitschaft und natürlich auch unsere Arbeit auszahlen. Ich wünsche mir neue Arbeitsplätze für unsere Stadt."

Landrat Wolfgang Lippert nannte die Geschichte des Porzellans in Waldershof sehr wechselhaft. Mit dem Ende der Produktion im Jahr 1996 standen 400 Mitarbeiter auf der Straße. Doch Waldershof habe diese wirtschaftliche Delle mehr als wettgemacht, aus der Porzellanstadt sei eine Radlerstadt geworden, spielte der Landrat auf den expandierenden Fahrradhersteller Cube an. Lippert gratulierte der Stadt für ihren Mut, hier einen wirtschaftlichen Neustart zu wagen: "Ich wünsche mir ein blühendes Waldershof mit einer starken Wirtschaft auf diesem Gelände."

Regina Harrer als Vertreterin der Regierung der Oberpfalz erinnerte an die Bezuschussung des Rückbaus. "Unser Ziel ist die Beseitigung von ehemaligen Industrieanlagen, um darauf wieder etwas Neues zu schaffen." Das Abbruchprojekt in Waldershof gehöre zu den größten in der Oberpfalz. Diplom-Geologe Roland Heberl (Planungsbüro Rupp-Bodenschutz) informierte, dass das Baumaterial von 180 000 Kubikmetern umbauten Raumes abgebrochen und fachgerecht entsorgt werden müsse. Nach seinen Worten wird das Material größtenteils wieder als Unterbau für etwas Neues verwendet.

Während die Gebäude ziemlich schnell verschwunden sein dürften, wird der Abbruch der Fundamente mehr Zeit in Anspruch nehmen. Abgerissen wird zunächst die untere Front der Gebäude, anschließend kommen die anderen Gebäudeteile dran.

Auf NT-Anfrage sagte Roland Heberl, dass die Arbeiten bis Ende November abgeschlossen sein sollen. Wann der Schornstein fällt, vermochte er noch nicht genau zu sagen. Doch soll die Öffentlichkeit bei dieser publikumswirksamen Sprengung rechtzeitig informiert werden. Betreut werden die Abbrucharbeiten von Diplom-Ingenieur Thomas Reiter (Firma Coplan, Weiden). Er wird darauf achten, dass die Abbruchsteine fachgerecht entsorgt werden.
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