Beitrag zur Mitmach-Demokratie

Hervorragend besucht war die Waldershofer Bürgerversammlung in der Aula der Jobst-vom-Brandt-Schule. Bild: kro
Lokales
Waldershof
08.12.2014
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Etwa 100 Waldershofer waren gekommen. So viele wie lange nicht mehr. In der Aula der Jobst-vom-Brandt-Schule gab es eine ganz andere Bürgerversammlung als früher.

Als wertvollen Beitrag zur "Mitmach-Demokratie" bewertete Friederike Sonnemann den guten Besuch. Nicht die Bürgermeisterin stand in der knapp dreistündigen Bürgerversammlung im Fokus der Bürger, sondern Mitarbeiter der Verwaltung und externe Fachleute.

Gewerbesteuer: Rekord

Geschäftsstellenleiter Josef Kaiser, Kämmerer Harald Fischer, Stadtplaner Peter Kuchenreuther und Landschaftsarchitektin Marion Schlichtiger informierten umfassend und detailliert über ihre jeweiligen Sachgebiete. Fischer ging auf den Waldershofer Haushalt ein - mit den erwarteten mehr als fünf Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen.

Deswegen erhalte die Stadt auch keine Schlüsselzuweisungen vom Landkreis. Dennoch habe die Stadt einen Kredit von drei Millionen Euro aufgenommen, davon jedoch nur zwei Drittel ausgeschöpft. Die Pro-Kopf-Verschuldung in der Kösseinestadt betrage rund 1200 Euro, damit sei man im Landkreis im Mittelfeld. Trotz der hohen Schuldenlast sei die Stadt finanziell sehr leistungsfähig. Dennoch mahnte Fischer: "Die Schulden von morgen sind die Einschränkungen von übermorgen."

Kaufpreis viel zu hoch

Kritik kam in diesem Zusammenhang am überhöhten Kaufpreis, so Raimund Rauch in seiner Frage, für das Rosenthal-Gelände auf. Seiner Meinung nach seien 40 Euro für den Quadratmeter bezahlt worden. Insgesamt belaufen sich die Kosten für dieses 14,45 Hektar großes Areal, einschließlich aller Nebenkosten auf 3,25 Millionen Euro, wobei 70 Prozent gefördert werden. Damit liege der Eigenanteil der Stadt bei 975 000 Euro.

Sonnemann sagte dazu, es habe beim Kaufpreis keinerlei Spielraum gegeben. Andererseits sei dieser Erwerb für die Weiterentwicklung der Stadt sehr wichtig gewesen. Geschäftsstellenleiter Josef Kaiser informierte über die Revitalisierung der Rosenthal-Brache: Der Ausschreibung werde am Montag, 8. Dezember, die Angebotseröffnung folgen. Mehr als 30 Firmen hätten sich beteiligt. Über die Auftragsvergabe werde noch im Dezember entschieden.

Bis Oktober 2015 sollen die Abbrucharbeiten vollzogen sein. Kaiser konnte zudem Entwarnung geben: Eine Grundwassergefährdung bestehe nicht, "... außer den üblichen Belastungen". Bürgermeisterin Friederike Sonnemann sagte auf Anfrage, dass es schon einige Interessierte für dieses Areal gebe.

Wolfgang Erhart wollte wissen, ob der Kamin als Denkmal auf dem Rosenthal-Areal erhalten bleibe. Sowohl Kaiser als auch Sonnemann konnten dies nicht eindeutig beantworten, dies werde der neue Eigentümer entscheiden. Realistisch sei jedoch kaum davon auszugehen, das dieser Kamin stehen bleiben werde.

Programm von allen gewollt

Rauch kritisierte auch die Kosten für das Stadt-Jubiliäum. Statt eines Saldos von 53 000 Euro hätten die Feierlichkeiten ein Minus von rund 250 000 Euro gebracht. Josef Kaiser verwies darauf, die Stadt zunächst keine Erfahrungswerte gehabt hätte, betonte jedoch, dass das Jahres-Jubiläumsprogramm von allen so gewollt war. Stadtplaner Peter Kuchenreuther ging auf die Stadtentwicklung ein, die vier Hauptpunkt enthalte, die Neubaugebiete, die Siedlung, den Geschosswohnungsbau und den Ortskern. Dabei betonte er, dass sich Waldershof mit dem Bau der Umgehungsstraße neu definieren werde.

Deshalb sei es wichtig, dass sich die Stadt mit der Stadtsanierung attraktiver mache. In den Neubaugebieten sei Dank er "schlanken Bebauungspläne" eine hohe Gestaltungsfreiheit vorhanden, sagte er. Zudem forderte er eine Aktivierung der unbebauten Grundstücke, dies sei jedoch nur mit den Eigentümern möglich.

Landschaftsarchitektin Marion Schlichtiger erläuterte bei einem virtuellen Spaziergang durch den Stadtpark dessen Sanierung. Es soll ein Wasserspielplatz, ein Kletterbereich, ein Bolzplatz und ein naturnaher Bereich mit einer Blumenwiese, Obstbäumen und einer Sumpfzone entstehen. (Weiterer Bericht/Info-Kasten)
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