Bürgernahe Bebauungspläne

Lokales
Waldershof
27.10.2014
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Der demografische Wandel macht häufig auch unkonventionelle Lösungen notwendig. Warum da auch Senioren-WG's angedacht sind, macht die Waldershofer Stadtplanung deutlich.

"Der Bau der Umgehungsstraße wird die Kösseinestadt verändern", zeigte sich Stadtplaner Peter Kuchenreuther bei der Infoveranstaltung "Bauen und Wohnen in Waldershof" überzeugt. Das Leben in der Innenstadt, im Markt, werde an Bedeutung gewinnen, die Lebensqualität werde steigen. Kuchenreuther: "Das Wohnen in Waldershof muss neu definiert werden." Bürgermeisterin Friederike Sonnemann betonte, dass sie allen Bauwilligen Alternativen aufzeigen wolle. "Wenn wir es schaffen, in Waldershof so zu wohnen, wie andere Urlaub machen, dann sind wir auf einen richtigen Weg."

Möglich sei dies mit einem städtebaulichen Gesamtkonzept, in das auch die Bürger mit eingebunden sein sollen. Stadtplaner Peter Kuchenreuther sprach von einer attraktiven Förderkulisse und zeigte anhand einiger Beispiele auf, wie man Häuser sanieren und wieder bewohnbar machen könne.

Es gebe auch noch einige Neubauplätze, wenn auch nicht mehr viele. Neues Bauland sei jedoch nur begrenzt ausweisbar. Möglich sei auch eine Aktivierung unbebauter Grundstücke. Einige Zuhörer kritisierten, dass da oft das Unkraut nur so wuchere. Hier müssten die Grundstücksbesitzer aufgefordert werden, ihre Grundstücke zu pflegen. Geschäftsleiter Josef Kaiser stellte jedoch klar, dass man hier keinerlei Handhabe habe.

Dominique Göhl vom "Dominikus Pflegedienst" ging in seinem Referat auf "Ambulant betreute Wohngemeinschaften" ein. In Schirnding werde diese Alternative seit einiger Zeit sehr erfolgreich praktiziert. In einem angemieteten Bungalow wohnen fünf Senioren zusammen. Dies sei eine Alternative zu den Seniorenheimen.

Trotz so mancher Krankheit könnten die Menschen hier selbstbestimmt zusammenleben. Dies gebe den älteren Menschen wieder neue Lebenskraft und Ansporn. Jeder habe sein eigenes Zimmer, in das er sich zurückziehen könne. Es gebe einen Gemeinschaftsraum, eine Gemeinschaftsküche, auch ein Garten fehle nicht. Obwohl rund um die Uhr eine Pflegekraft vor Ort sei, werde der Heimcharakter nicht spürbar.

Kreisbaumeister Klaus Weig, der einen Tag vorher das Baugebiet und die Stadt befahren hatte, stellte in seinem kurzen Statement klar, dass es in Waldershof fast keine Probleme gebe, weil die Bebauungspläne sehr bürgerorientiert seien. "Es gibt fast nichts, was in Waldershof nicht gebaut werden kann." Sollten dennoch Fragen auftreten, seien seine Türen und die der Stadt stets offen.
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