Das wirtschaftlichste Angebot

Lokales
Waldershof
15.06.2015
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Der Abbruch des Hauptschulgebäudes beschäftigte die Mitglieder des Stadtrats. Damit zu tun hatte auch der zweite Punkt, der viel Diskussionsstoff brachte. Es ging um die Übernahme der Kosten für den Ab- und Aufbau der Photovoltaikanlage auf dem Dach der Hauptschule.

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann wies darauf hin, dass es für die Abbrucharbeiten keinerlei Zuschüsse gebe. Deshalb könnte die Maßnahme umgehend ausgeschrieben werden. Aus Zeitgründen bat Sonnemann die Verwaltung zu ermächtigen, den Auftrag dem günstigsten Anbieter zu geben. "Das müssen wir ja sowieso."

CSU-Fraktionssprecher Mario Rabenbauer war damit nicht einverstanden. Der Stadtrat als gewähltes Gremium solle dies entscheiden. "Ich verstehe Ihre Logik nicht", sagte daraufhin Friederike Sonnemann. "Was wollen wir denn entscheiden, wenn es der Günstige bekommt?" Die Bürgermeisterin sah eine Verzögerungstaktik von Rabenbauer, was dieser jedoch entschieden zurück wies. Auch Gisela Kastner (Freie Wähler) konnte die Kritik von Rabenbauer nicht nachvollziehen. "Den Abbruch macht die Firma mit dem wirtschaftlichsten Angebot, das kann auch die Verwaltung entscheiden."

Gerhard Greger meinte: "Wir brauchen keine weiteren Verzögerungen", sagte der SPD-Rat und verwies darauf, dass möglichst noch in den Sommerferien das Schulgebäude abgerissen werden solle. Der Stadtrat einigte sich auf den Kompromiss: Wenn die Angebote für den Abriss eingegangen sind, werden die Fraktionssprecher informiert, ehe der Rückbau erfolgen kann. Lediglich Hubert Kellner (CSU) stimmte gegen dieses Vorgehen. Sein Grund: "Was passiert mit der alten Schulturnhalle?" Die bestehende Photovoltaikanlage auf dem bisherigen Schulgebäude wird abgebaut, ehe sie später auf der neuen Schulturnhalle wieder errichtet wird.

Kein weiterer Aufwand

Die geschätzten Kosten für diese Maßnahme - einschließlich der Ausfallentschädigung der Anlagenbetreiber Sonnenstrom GdbR von rund 35 000 Euro - übernimmt die Stadt. Auch hier gab es längeren Diskussionsbedarf. Rabenbauer wollte diesen Tagesordnungspunkt verschieben lassen und zunächst die genauen Kosten rechnen lassen. Josef Kaiser von der Stadtverwaltung sicherte zu, dass bis auf Details kein weiterer finanzieller Aufwand dazu kommen soll. Am Ende stimmte der Stadtrat mehrheitlich mit 8:5 Stimmen für die Übernahme der Kosten. CSU und Wählerbund waren dagegen. Hubert Kellner und Gisela Kastner durften nicht mit abstimmen: Kellner und der Bruder von Gisela Kastner sind in der Sonnenstrom GdbR beteiligt.
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