Ehemalige Porzellanfabrik soll weichen
Abriss macht Platz für Neustart

Wie belastbar ist das Deponiegelände (Bild) auf der Rosenthal-Brache? Was steckt drin? Wie kann es überbaut werden? Diese Fragen soll ein Gutachten klären, das Bürgermeisterin Friederike Sonnemann in einer Eilentscheidung in Auftrag gab. Bild: hd
Lokales
Waldershof
26.09.2014
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Jetzt kann die Stadt die Arbeiten ausschreiben. Wenn alles optimal läuft, könnte sogar noch heuer der Abriss der ehemaligen Porzellanfabrik beginnen. Der Stadtrat machte am Donnerstagabend den Weg dafür frei.

Ob die Bagger freilich wirklich noch in diesem Jahr anrücken, ist fraglich. Denn bis die Aufträge vergeben sind, dürfte der Winter vor der Tür stehen. Und ob da ein Baubeginn sinnvoll ist? Die Stadträte zeigten sich aber auch damit zufrieden, wenn es im Frühjahr losgeht und die Maßnahme im nächsten Jahr abgeschlossen wird.

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann informierte über den Bewilligungsbescheid zur "Revitalisierung der Rosenthal-Brache". "Erfreulich ist, dass die beantragten Gesamtkosten von rund 3,57 Millionen Euro als grundsätzlich förderfähig anerkannt wurden." Der aktuelle Zuschussbescheid bewilligt 1 835 000 Euro und legt förderfähige Kosten von knapp 2,6 Millionen Euro zugrunde.

Die Mittel stammen aus einem Sonderprogramm für Gewerbebrachen. Fürs Programmjahr 2013 betrage der Fördersatz 70 Prozent, fürs Programmjahr 2014 rund 75 Prozent. Außerdem teilte die Regierung der Oberpfalz der Stadt Waldershof mit, dass die Bezuschussung der restlichen "grundsätzlich förderfähigen Kosten" in Höhe von 972 000 Euro von der Verfügbarkeit weiterer Fördermittel abhänge. Da das Sonderprogramm jährlich neu aufgestellt werde, sei eine verbindliche Zusage derzeit nicht möglich, berichtete Sonnemann. "Die zuständigen Bearbeiter bei der Regierung haben jedoch durchblicken lassen, dass auch mit der Förderung der restlichen Kosten gerechnet werden kann." Bevor alle Stadträte den Durchführungsbeschluss fassten, sprich die Hand für den Abriss der maroden Gebäude hoben, merkte CSU-Fraktionssprecher Mario Rabenbauer an: "Wir sind froh, dass der erste Schritt getan werden kann. Da warten nicht nur wir als Stadt drauf."

Nach Punktesystem

Allerdings wunderte sich Rabenbauer über den Fördersatz. Denn andere Gemeinden in der Region bekämen mehr. Bürgermeisterin Friederike Sonnemann klärte auf: Die Stadt habe nachgehakt und erfahren, dass den Fördersätzen ein Punktesystem zugrunde liege. Und dabei spiele auch die Bedürftigkeit einer Gemeinde eine Rolle.

"Toll, dass wir die Bewilligung jetzt haben", freute sich Gisela Kastner (Freie Wähler). Der Abriss der alten Gebäude bedeute einen Neuanfang. "Auch wir freuen uns, dass es endlich losgeht", erklärte Gerhard Greger für die SPD-Fraktion. "Wenn's heuer vergeben wird, könnte nächstes Jahr zeitig begonnen werden."

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann gab am Donnerstag auch eine Eilentscheidung bekannt: Für das städtebauliche Entwicklungskonzept und zur Abstimmung der gewerblichen Folgenutzung auf dem Rosenthal-Areal musste ein geotechnisches Gutachten (Baugrunduntersuchung) für die ehemalige Deponie auf dem Gelände in Auftrag gegeben werden. "Weil die Angaben dringend benötigt wurden, duldete der Vertragsabschluss keinen Aufschub." Die Kosten: 10 948 Euro. Sonnemann: Das Gutachten gibt Aufschluss, ob und wie der Deponiebereich bebaubar ist.
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